»Zucht und Ordnung«

»Zucht und Ordnung«

Vorsichtshalber setze ich den Titel in Anführungszeichen, bevor mich jemand reaktionärer Tendenzen bezichtigt oder sich gar der Methoden der Cancel Culture bedient.

Inspirationsquelle: Bilder der Woche

Ein Seeufer, wie es sich gehört. Die Bäume wachsen zwar, wie es ihnen gefällt – unordentlich, chaotisch, Wildwuchs eben. Doch diesen unordentlichen Gewächsen kommen wir noch bei, wenn wir sie genetisch nach unseren Wünschen umgestalten.

Bevor der Mensch damit beginnt, Gott 2.0 zu spielen, wird es wohl die Natur sein, die ihrerseits für eine natürliche Ordnung sorgt. Ob dies dem Menschen gut bekommt, bezweifle ich. Vielleicht aber, wenn er daraus seine Lehren zieht.

Wer zeichnet für die Ordnung dieses Seeufers verantwortlich? Die Bäume mit ihren Schatten sind es nicht, da ich das Foto am Abend mit der Sonne im Rücken aufnahm. Die Baumschatten fallen somit hinter die Bäume vom Aufnahmeort aus betrachtet.

Die städtischen Einrichtungen wie das Umwelt(schutz)amt oder die Ordnungsbehörde werden es wohl auch nicht sein. In Zeiten von Corona (die gibt es trotz anderer Aktualitäten), haben die Ämter andere Prioritäten.

Die Natur kann erstaunliche bis unglaubliche Ornamente hervorbringen. Ist sie die Schöpferin dieser geografischen Musterung respektive des Patterns, wie das in der Fotografie genannt wird? Holte sie zuvor eine Genehmigung bei dem zuständigen Amt ein.

Bevor diese Fragen weitere Fragen generieren, empfehle ich, sich dem Bild hinzugeben, den Menschen Mensch, die Verwaltung sein lassen und die 5 auch mal gerade. Das entspannt, das erdet, das führt zum Menschsein hin. Unabhängig von den Aktualitäten.

Oder: »Ohne Kunst würde die Rohheit der Realität die Welt unerträglich machen«, wie es George Bernard Shaw ausdrückte. Dessen, was wir Kunst nennen, ist nicht der Mensch allein fähig. Die Gaia beispielsweise ist in der Kunst des Überlebens und des Neubeginns bewandert, was sie nach jedem Massenaussterben bravourös bewies.

Und der Mensch? Der sollte sich in der Kunst des Zusammenlebens üben. Ob Zucht und Ordnung dazu erforderlich sind oder ein wenig Liebe, darf jeder für sich selbst beantworten.

Jan Norman, Autor

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
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