Wo kommen denn die (Milliarden) Seelen her?

Seelen

Unlängst wurde ich – wieder mal – mit der Frage konfrontiert, woher denn diese 7 Milliarden Seelen herkommen würden, wie sie ins Leben gerufen würden. Der Sinn dieser Frage war, ein Argument oder zumindest ein Indiz gegen die Reinkarnation zu liefern. Sie ist jedoch eine wirklich begründete Frage.

Es gibt Mystiker, die sich mit dieser Frage beschäftigten. Wenn ihre Aussagen mit der Bibel verglichen und die Ergebnisse der Reinkarnationsforschung sowie der Rückführungen hinzugezogen werden, so ergibt sich eine Antwort nach der Herkunft der Seelen, welche in die Spiritualität schon immer eingebettet war, ist und bleibt und zu einer immer höheren Spiritualität strebt.

Die Sprache der Seele und der Bibel

So wie die Seele in Symbolen spricht, so ist die Sprache der Bibel keine Sprache, die wortwörtlich zu verstehen ist. Die Seele hat ihre Gründe für ihre Symbolsprache. Der Bibel oder anderen religiösen Büchern gegenüber hat sie einen enormen Vorteil: Sie lebt auch in der Gegenwart und kann daher Symbole benutzen, die wir in der aktuellen Inkarnation begreifen können.

Die religiösen Bücher sind vor einer sehr langen Zeit entstanden. Da die Hüter dieser Bücher darauf bedacht waren, diese Texte nicht zu verändern, führte dies zu einer für uns sehr archaischen Sprache, da diese Sprache den damaligen sowohl seelischen als auch intellektuellen Entwicklungsstand der Menschheit repräsentiert.

Erschwerend kommt hinzu, dass die ursprünglichen Texte in den ersten Jahrhunderten eine Anpassung an die Bedürfnisse der damaligen Machthaber erfahren haben. Inhalte, die der Macht nicht zuträglich waren, wurden verändert, gestrichen oder zu apokryphen Schriften erklärt.

Dies muss bei der Arbeit mit diesen Quellen bedacht werden. Die Symbolsprache der Seele muss in die Alltagssprache umgesetzt werden, die dem damaligen Entwicklungsstand der Menschheit geschuldete Sprache der Bibel ebenfalls.

Erst unsere Generation gehört zu denen, die ein intensives spirituelles Bewusstsein entwickeln kann. Nicht nur einige Machthaber oder ihre Gelehrten, sondern immer mehr Menschen haben einen freien Zugang zum Wissen sowie eine Lebenserwartung und Lebensumstände, die eine Hinwendung zur Spiritualität möglich machen.

Die lange Existenz der Seelen

Reinkarnation bedeutet, dass die Seelen in einem anderen Körper erneut ein physisches Dasein beginnen, und dass diese Zyklen für uns Menschen unvorstellbar lange Zeiten andauern. Dieser Glaube ist nicht nur im Buddhismus oder im Hinduismus zu finden, auch die ursprünglichen christlichen Texte beinhalteten Reinkarnationshinweise.

Der Glaube an Reinkarnationen macht den Menschen freier. Der Glaube an die ewige Verdammnis lässt den Menschen in einer übermächtigen, alles überschattenden Angst leben und macht ihn gewiss nicht frei. Nachvollziehbar daher, dass die Machthaber und Glaubenshüter im Reinkarnationsglauben eine Gefahr für ihre eigenen Machtstrukturen sahen. Natürlich waren nicht alle so, doch wurden diese Menschen, die nach der Wahrheit strebten und vor allem – sie öffentlich machen wollten, zu einer Gefahr für das damalige Establishment. Das Wirken solch gefährlicher Menschen zu unterbinden war ein Leichtes. Das menschliche Leben zählte damals nicht so viel und Möglichkeiten, das Leben auszulöschen, gab es mehrere. Es musste nicht immer der doch recht aufwendige Scheiterhaufen sein.

So verschwanden die Reinkarnationshinweise in der Bibel oder sie wurden verändert, angepasst. Und damit natürlich auch die Hinweise auf die Entstehung der Seelen.

Gefallene Engel

Nochmals: Die Sprache der Bibel ist keine wörtliche Sprache; Gott ist kein alter Herr mit einem langen Rauschebart. Wir Menschen können uns kein Bild von Gott machen. Vielleicht fällt es daher leichter, statt von Gott, vom Göttlichen zu reden. Von Engeln kann jeder Mensch sein eigenes Bild haben. Die geflügelten Wesen sind sicher ein schönes Bild. Einige Reinkarnationen weiter werden wir ein anderes Bild haben. Vielleicht ein weniger körperliches, denn Engel sind spirituelle Wesen. Das beachtend können wir uns nun dem Ursprung der Seelen zuwenden.

Am Anfang gab es sehr viele Wesen, die wir heute Engel nennen. Sie waren unterschiedlich wie wir Menschen auch, es gab Hierarchien. Der mächtigste Engel hatte einen sehr passenden Namen: Es war Luzifer, also der Lichtträger.

Irgendwann reizte es Luzifer, die Polaritäten der Macht auszuprobieren und er begann damit, die Größe Gottes zu hinterfragen. Da er nun mal mit Engelszungen reden konnte, gefiel das zunehmend anderen Engeln. Dem musste Einhalt geboten werden, und so kam es zu einem Kampf, den Luzifer und seine Anhänger verloren und, wie es in der Bibel heißt, gestürzt wurden.

Engel sind spirituelle Wesen, es wurde daher keine Materie gestürzt. Das Spirituelle – nennen wir es vorläufig so – der Engel wurde in der materiellen Welt inkarniert. So kam es auch auf unsere schöne Erde.

Nebenbei erklärt es sich auch, warum wir Menschen so unterschiedlich sein können: Bereits die Engel waren nicht gleich, wie es die Bibel erklärt. Und in den uns unendlich scheinenden Entwicklungszeiträumen vom gefallenen Engel zu einem Menschen gingen die Seelen logischerweise unterschiedliche Entwicklungswege.

Die Entwicklungsstufen der Seelen

Dieses Spirituelle ist allerdings nicht gleich als Mensch inkarniert. Es ist in der Natur inkarniert. Im Stein. Und es entwickelte sich weiter. Und wurde zur Pflanze. Und es entwickelte sich weiter. Und wurde zum Tier. Und es entwickelte sich weiter. Und wurde zum Menschen. Und wir entwickeln uns ebenfalls weiter.

Das Spirituelle der Engel wurde in uns zu dem, was wir Seele nennen. Diese Spiritualität durchdringt die gesamte Natur. Unbelebte Natur? Die kann es nur in Weltmodellen geben, denen die spirituelle Dimension noch nicht bewusst ist.

„Denn die Seele weiß es“ ist so betrachtet eine zwingende Notwendigkeit. Sie weiß um alles, sie weiß um das Göttliche, sie weiß um die Welt, sie weiß um ihre unbegreiflich lange Entwicklungsgeschichte. Das sind die Quellen der Weisheit der Seele, die jedem Menschen innewohnt. Und diese Weisheit wird uns nach und nach bewusster. In jedem Leben, in jeder Inkarnation.

Woher die Seelen auf der Erde

Inzwischen haben sehr viele Seelen die menschliche Entwicklungsstufe erreicht. Jedoch nicht erst innerhalb der letzten Jahrhunderte oder Jahrtausende. Auch wenn wir davon ausgehen, dass die Anzahl der Seelen in solchen Zeiträumen konstant bleibt, ist das kein Widerspruch zu der sehr unterschiedlichen Anzahl der Menschen auf der Erde. Warum?

Die Lösung des Rätsels liegt in der unterschiedlichen Verweildauer der Seelen zwischen den Inkarnationen – sie wird immer kürzer. Es sind nicht mehr Jahrhunderte zwischen den Inkarnationen, sondern Jahre oder noch weniger. Somit hilft uns die ganz normale mathematische Logik, das Rätsel der vielen Seelen unserer Zeit zu lösen: Heute sind sehr viele Seelen inkarniert. Im Zwischenleben befinden sich dagegen immer weniger Seelen.

In der Vergangenheit befanden sich die meisten Seelen im Zwischenleben. Wenn wir die Summe der Seelen im Zwischenleben und der inkarnierten Seelen betrachten, so ist diese Summe konstant. Lediglich die Verteilung der Seelen auf die Existenz als Inkarnation oder als reine Seele hat sich verändert. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass die Wahrscheinlichkeit erhöht wird, unseren Seelenpartner im Leben zu finden.

Der verlorene Sohn – der Kreis schließt sich

Trotz aller Unterschiede gehören wir Menschen einer großen Familie an und streben demselben Ziel zu. Auch wenn das Erreichen des Zieles nochmals unendliche Zeiträume andauern wird und sehr, sehr viele Inkarnationen, in denen wir keine Entwicklungsstufe überspringen können, weil sie uns z. B. unbequem erscheinen. Bejahen wir daher unser eigenes Leben in jeder Inkarnation. Es ist immer ein Sinn dahinter, und es gehört die Freude am Leben dazu.

Die gefallenen Engel, also unsere Seelen, wissen um ihren göttlichen Ursprung und das göttliche Ziel, sie wollen wieder zurück in diese spirituelle Heimat. Das gilt auch für Luzifer. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn in der Bibel gilt für den Alltag. Doch hat es auch eine spirituelle Dimension, in der Luzifer der verlorene Sohn ist, der in Äonen in die Heimat zurückkehrt. Der Kreis der Seelenwanderungen schließt sich.

Die kosmische Dimension der Spiritualität

Hier erahnen wir die kosmische Dimension der Seelenwanderungen und der Zyklen nicht nur auf der Erde, sondern in der Allgesamtheit. Die Kosmologen begannen bereits über solche Modelle des Universums zu spekulieren, zu denen auch ein zyklisches Universum gehört. Mit Zyklen, deren Dauer jegliche menschliche Vorstellungskraft sprengt.

Es scheint jedoch, dass wir Menschen diese Zyklen bereits früher erahnt haben könnten. Der Tanz des hinduistischen Gottes Shiva zeigt Parallelen zum Modell eines zyklischen Universums.

Ob Mystiker, ob Kosmologen, ob der Hinduismus oder andere Quellen: Sie machen uns klar, dass die Seelenwanderung und Entwicklung unvorstellbar lange Zeiträume andauert. Wir haben daher Zeit, um die dem Menschen folgende Entwicklungsstufe zu erreichen. Widmen wir uns daher dem Jetzt und leben unser Leben. Intensiv. Mit Freude. In jeder Inkarnation. Also auch in diesem Leben. Unsere Seele will es so.

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
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Jan Schneider, Autor