Was übrig bleibt

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Wenig blieb übrig von der Flora und Fauna; versteinerte Spuren sind es nur, die eine Nachkommen-Spezies Fossilien nennt.

Es nimmt kein Wunder, bedenkt man das Alter der Spuren, die da übrig blieben. Sie stammen aus dem Nördlinger Ries, das infolge des Ries-Impakts vor etwa 14,5 Millionen Jahren entstand. Der Meteorit mit einem Durchmesser von gut einem Kilometer hinterließ einen Krater mit 25 km Durchmesser, aus dem die Natur einen See machte und ihn maximal 2,5 Millionen Jahre bestehen ließ.

2,5 Millionen Jahre verglichen mit den 4,6 Milliarden Jahren der Erde. Ein Augenblick ist das nur, vielleicht mehr als ein Wimpernschlag der Erdgeschichte. Es kommt darauf an, welche Zeiträume man mit einem erdgeschichtlichen Wimpernschlag bezeichnen mag. Diesem Zeitraum nähern dürfte sich die bisherige Lebensdauer der Spezies Homo sapiens, die gegenwärtig mit etwa 300.000 Jahren angegeben wird.

Was bleibt von dem Homo sapiens der Gegenwart nach 15 Millionen Jahren übrig? Gibt es eine Folgespezies, weilt sie auf der Erde oder verlagerte sie ihren Lebensraum in den Weltraum? Musste sie es tun, da Homo sapiens der Nestbeschmutzer blieb? Konnte sie es rechtzeitig?

Ich hoffe, es gelingt ihr alsbald, mit sich selbst und mit der Erde besonnen umzugehen und sich das sapiens zu verdienen, auf dass sie ein Morgen hat (s. »Das Morgen der Menschheit« [*]). Ihre Spuren wären keine Versteinerungen vergleichbar mit den Ries-Fossilien. Sonst könnte die Spuren nur ein ET entdecken und sie seiner Sammlung der technologischen Zivilisationen hinzufügen, denen die moralische Entwicklung nicht rechtzeitig gelang.

Das wäre schade. Schade, aber verdient. Kein Gott wäre dafür verantwortlich. 

[*] Zu »Das Morgen der Menschheit«

Jan Schneider, Autor

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
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