Was kann ich schon tun!

Was kann ich schon tun

Es sind die Entscheidungen einzelner Menschen, die zur Entwicklung der Menschheit beitragen.
Aphorismen

Der Einzelne

Die globale Welt ist komplex geworden für die über sieben Milliarden Menschen. Was kann ein einzelner Mensch in ihr schon ausrichten?

Was kann ich allein ausrichten, wenn mich mein eigener Lebenskampf voll in Beschlag nimmt. Beispiele für andere Menschen geben in Zeiten von Social Media mit Milliarden von Postings? Mich bemerkt niemand, ich gehe darin unter. Ich bin kein Superheld, ich kann die Welt nicht verändern und schon gar nicht retten.

Die Geschichte scheint diese Haltung zu bestätigen, besonders die Geschichte der Einzelnen, die der Menschheit Verderben brachten. Es muss nicht gleich Hitler sein, es reicht ein Blick auf die heutige Welt. Kein Mensch weiß, wohin die Global Player die Menschheit hinführen. Das Schlechte fällt eher auf, die Medien wissen darum und traktieren ihre Konsumenten damit. Böse Medien? Sie orientieren sich an den Konsumenten – an uns.

Ein Perspektivenwechsel

Jeder Mensch, der einige Jahrzehnte hinter sich hat, erinnert sich an Situationen, bei denen er dachte, Sekunden früher oder später, wenn mich mein Partner nicht die wenigen Sekunden oder Minuten aufgehalten hätte … Der Wagen hätte mich erwischt, ich hätte mir das Bein gebrochen, ich hätte den Bus genommen, der später verunglückte.

Jeder Mensch, der einige Jahrzehnte hinter sich hat, erinnert sich an Worte, die er lieber nicht ausgesprochen hätte. Oder an Worte, die leider unausgesprochen blieben.

Wer im steilen Gebirge wandert und ein Steinchen ins Rollen bringt, weiß nicht, was dieses Steinchen auslöst. Es kann in der nächsten Mulde oder am nächsten Steinchen liegen bleiben. Es kann andere Steinchen mitnehmen, größere Steine, Felsen; es kann eine Lawine auslösen.

Kein Mensch, der einige Jahrzehnte hinter sich hat, weiß um die Wirkungsketten, die er in Gang setzte mit seinen Worten oder mit seinem Schweigen, mit seinem Tun oder seinem Nichttun.

Das Problem des Verborgenen

Manche Menschen setzten die Welt in Brand. Das fiel auf.

Manche Menschen bewahrten die Welt vor einem Brand, indem sie den einen oder anderen Weltenbrandstifter zum Umdenken brachten. Das fiel nicht auf.

Eine Katastrophe, deren Keim sich nicht mehr weiterentwickelt, fällt niemandem auf. Auch dem Menschen nicht, der durch ein einziges Wort, einen einzigen Gedanken, eine einzige Tat diese Katastrophe in ihrer Entwicklung stoppte. Jeder Mensch kann derjenige sein, der solche Entwicklungen verhindert. Es muss nicht gleich ein verhinderter Weltenbrand sein. Es kann eine Entzweiung mit dem Partner, dem Kind, den Eltern sein. Es kann ein Unfall sein, der Folgen für das Leben hätte, womöglich tödliche.

Ausgebrochene oder verhinderte Weltenbrände, tragische oder glückliche Momente im Leben, ein unglückliches oder erfülltes Leben – all das hat einen Anfang, der nicht auffällt. Diesen Anfang machte ein Mensch, dem das nicht oder nur in extrem seltenen Ausnahmen bewusst ist.

Ich kann nichts tun? Und wenn durch dieses Nichttun ein Brand entfesselt wird im eigenen Leben, im Leben der Lieben, im Leben eines Menschen, der scheinbar zufällig die Lebenswege kreuzte?

Kein Mensch weiß, welches seiner Steinchen zu einer Lawine wurde oder werden wird.

Kein Mensch weiß, welche Lawine er verhinderte oder verhindern wird.

---
Weitere Aphorismen

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
Ich lade herzlich zu meinem Samstags-Newsletter ein ...

Jan Schneider, Autor