Warnhinweis Wahlen: Sei vorsichtig mit deinem Wunschkandidaten, er könnte zur Macht gelangen

Warnhinweis Wahlen

Ich bezeichne mich als einen apolitischen Menschen, wodurch ich Diskussionen über die richtige Partei vermeiden kann. Zu frappierend ist mir ihre Ähnlichkeit mit den Diskussionen über den einzig wahren Gott.

Nachdem mich jedoch sogar in der maximalmöglichen unberührten Natur entlang eines Sees photoshop-bearbeitete Konterfeis von den Wahlplakaten angrinsen, bringe ich einige Impulse zu dem Dilemma der politischen Wahlen.

Dazu wandle ich die östliche Weisheit ab und sage:
Sei vorsichtig mit deinem Wunschkandidaten, er könnte zur Macht gelangen.

Correctness versus Diversität oder die Homogenisierung des Menschen

Unbehagen bereiten mir Institutionen, die eine Homogenisierung des Menschen betreiben. Alle Menschen sind gleich, jeder Mensch muss Zugang zu allem haben, alles für alle. Gendern um jeden Preis, Studium um jeden Preis. Stell dir aber vor, deine Heizung streikt, und kein Akademiker repariert sie.

Um welcher auch immer Correctness willen, wird nivelliert, die Ecken, Kanten und Konturen werden abgeschliffen, die Sprache wird vergewaltigt. Dabei weiß mindestens eine dieser Parteien um die Wichtigkeit der biologischen Diversität. Erhebt sie den Menschen über die Biologie?

Eine gleichgeschaltete, eine nivellierte Gesellschaft steuert auf ihren Untergang zu. Wer es nicht glauben will, kann die Chaostheorie und die Geschichte befragen. Auch die eigene.

Populismus, Fäkalsprache, Intoleranz-Radikalismus

Populistisch sind auch Wahlversprechen, die offenkundig nicht eingehalten werden können, da sie beispielsweise nicht finanzierbar sind. Fäkalsprache zähle ich ebenfalls zu den populistischen Methoden. Und Fäkalsprache ist nicht nur auf Social [sic!] Media, also auf Facebook & Co. zu finden.

Zu den gefährlichsten Methoden gehört der Intoleranz-Radikalismus: Wenn du nicht meiner Meinung bist, wenn du auch nur über meine Meinung nachzudenken wagst, dann bist kein Demokrat, bist ein Populist, bist ein Radikaler.

Es fällt diesem verurteilenden Menschen nicht auf, dass er sich der Intoleranz und des Radikalismus bedient. Zwei aktuelle Beispiele dazu.

Beispiel SPD

Auch wenn es Neonazis sind, muss ihre Versammlung nicht mit Fäkalsprache und undemokratischer Intoleranz kommentiert werden. Doch gerade darauf greift ein SPD-Innensenator zurück und stellt fest, »dass die freiheitlich-demokratische Grundordnung leider auch für Arschlöcher gilt«.

Zwischen dem, was er damit bewirken wollte, und dem, was er damit bewirkt, besteht eine Diskrepanz (mehr dazu am Ende).

Beispiel ver.di

ver.di präsentiert auf ihrer Website ein Plakat mit »Fuck Rassismus« und einem Stinkefinger dazu. Ist es Gleichberechtigung nach ver.di-Manier, da eine Frau den Stinkefinger zeigt? Sind das Facebook-Anleihen? Kein gutes Licht jedenfalls, welches ver.di damit auf ihre Sympathisanten wirft.

ver.di nochmals, wieder ein Zitat aus ihrem Web: »Was Dich überzeugt, ist gut. Was nicht, lässt Du bleiben.« Also bleib in der Infoblase, die Welt ist zu komplex, du blickst da nicht durch. Und wenn dir dein Bauch eine emotionale Zustimmung signalisiert, bist du richtig.

Kognitive Verzerrung, konkret, emotionale Beweisführung, nennt das die Psychologie: Was ich als richtig empfinde, trifft faktisch zu. Trump ist von sich überzeugt. Ergo ist er gut und lässt den Rest der Welt bleiben.

Simplifizierung sei ein Kennzeichen der Populisten, meinen die Etablierten. Dann gehört ver.di auch zu den Populisten.

Macht und Arroganz und dennoch Ohnmacht

Also wählt man einen erfahrenen Kandidaten (oder Kandidatin), der argumentieren kann und sich nicht in die simplifizierenden Niederungen begibt. Und wenn dieser Kandidat zur Macht gelangt?

Er behält seine Macht, räumt weiterhin potenzielle Konkurrenten aus dem Weg, bleibt alternativlos. Fehler begeht er keine, und wenn er einen ausnahmsweise eingesteht, verkauft er das als sein Lernen.

Wie wirkt sich die gewonnene Machtschlacht auf ihn aus? Bestärkt sie ihn in seiner Macht, seiner Unfehlbarkeit? Hoffentlich entwächst dem keine Konkurrenz für den Papst. Wobei dieser mit dieser Folge gut zurechtkommt. Das gilt aber nicht für alle Wähler dieses Machtmenschen.

Weder Geld noch Macht korrumpieren einen Menschen. Es müssen die Anlagen dazu in ihm vorhanden sein, Geld und Macht bringen sie lediglich zum Vorschein. Bei einigen früher, bei anderen später.

Trotz der Genialität im Umgang mit der Macht, kann der Kandidat dennoch machtlos sein. Es sind die Sachzwänge, sagt er, die ihn dazu zwingen, zum Wohle des Volkes, wie er es mal schwor, gerade diese Entscheidungen zu treffen. Das aktuelle Beispiel sind die Entscheidungen bezüglich Diesel und Abgase und der Behebung ihrer Folgen. Zum Wohle des Volkes?

Morbus Trump und Lex Merkel

Es gibt substanzielle Unterschiede zwischen Morbus Trump und Lex Merkel. Nicht um die Unterschiede geht es mir jedoch, eine mögliche Gemeinsamkeit bereitet mir Sorgen.

Trump wurde von einigen Amerikanern als Korrektiv gewählt. Nicht alle dieser Wähler gaben offen zu, dass sie in diesem politischen Korrektiv das notwendige Übel sahen und es wählten.

In Deutschland sei noch die Hälfte der Wähler unentschlossen. Darunter gibt es Wähler, die nicht mehr ihre gewohnten Parteien wählen wollen, die schweren Herzens eine Alternative wählen werden. Machte uns das Amerika vor?

Wie viele Korrektivwähler befinden sich unter ihnen? Die Antwort gibt es in wenigen Wochen schon. Die Folgen dauern länger an. Das ist eine Gewissheit.

Die Folgen des Intoleranz-Radikalismus - rechts und links

Es ist Usus geworden, nachdenkliche, hinterfragende, nicht a priori der eigenen Meinung zustimmende Menschen zu Radikalen zu erklären. Schließlich wähnt man die schweigende Mehrheit der Richtigen hinter sich. Das scheint Macht zu verleihen.

Es besteht eine gefährliche Diskrepanz zwischen dem, was ein die anderen verurteilender Mensch bewirken will, und dem, was er damit bewirkt. Das gilt nicht nur für einen Innensenator mit seinem undemokratisch-primitiven Spruch. Das gilt für alle Menschen und Institutionen, die die Öffentlichkeit mit einem Stammtisch verwechseln.

Eine Auswirkung ist, dass derart abgestempelte Menschen sich für eine Alternative entscheiden, die sie davor nicht für wählbar hielten.

Es lohnt zu überlegen, was man sich wünscht oder was man wählt. »So habe ich das nicht gemeint«, wenn die Folgen sichtbar werden, nimmt keine Seele eines Wählers oder Nichtwählers ernst.

Auch Politiker erhalten keine Absolution.

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Links zum Beitrag
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Jan Schneider, Autor

 

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