Vollkommen abhängig, vollumfänglich schuldig

Vollkommen abhängig, vollumfänglich schuldig

Der Baum und die Blätter, die ihr Grün verlieren, da der Baum das Chlorophyll für die nächste Saison tiefer in sich lagert. Die Augen und der Mensch, die diese Welt betrachten. Das linke Licht, die Straßenlaterne, welche sich des Stroms für ihr Leuchten bedient. Das rechte Licht, der Mond, welcher ein anderes Licht reflektiert. Das gerade noch erkennbare Blau des Himmels, also der Atmosphäre um die Erde herum. Der Wind, der nur ein Aspekt des Wetters und Klimas der Erde ist. Die Erde, ein verschwindend geringes Teilchen des Sonnensystems.

Ein Ursprung

Alles auf dem Bild hat einen einzigen gemeinsamen Ursprung. Es ist die Sonne, die all dies ermöglicht und aufrechterhält. Zwar klang die vollkommene Abhängigkeit von der Sonne in den Newslettern an, hier kann sie erneut bewusst werden.

Alles auf diesem Foto verdankt seine Existenz der Sonne, alles ist von ihr abhängig. Die Altvorderen vergötterten die Sonne. Wir haben uns der Götter entledigt. Den Altvorderen war diese Physik der Abhängigkeit nicht bewusst, einiges davon ahnten sie dennoch. Uns wird die Abhängigkeit immer bewusster, auch die mögliche Gefahr eines Sonnensturms, der die Erde treffen könnte, zu Zeiten ihrer Maxima. Das nächste Maximum wird 2025 erwartet.

Vollkommene Abhängigkeit

Vollkommene Abhängigkeit von der Sonne. Ein Zustand, der noch lange Zeiten anhält. Erst wenn die Menschheit interstellarer Reisen im großen Stil fähig werden sollte, erst dann könnten wir uns aus dieser Abhängigkeit befreien. Bis dahin vergehen nicht Jahre oder Jahrhunderte; das erfordert bedeutend mehr Zeit.

Gewährt sich die Menschheit diese Zeit?

Vollumfängliche Verantwortung

Vollumfängliche Verantwortung des Menschen. Solange der Mensch lebt, bleibt es so.

Vollumfänglich verantwortlich oder auch schuldig, wenn jemand diesen Begriff bevorzugt. Das ist und bleibt der Mensch, solange er seine Spuren auf Gaia hinterlässt. Die Erde wird das Ende ihrer Existenz erreichen; das ist sicher. Gesichert ist lediglich noch nicht, was der Grund dafür sein wird, ob die Kollision mit der Andromeda-Galaxie, das Aufblähen der Sonne zum Roten Riesen oder ihre Explosion in einer Nova. Vielleicht auch ein Armageddon, ein nur die Erde betreffendes Inferno durch den Einschlag eines Asteroiden.

Bis auf das mögliche Armageddon finden diese Ereignisse in einer fernen Zukunft statt. Der Mensch der Gegenwart muss sich darum keine Sorgen machen. Denn sollte es Homo sapiens gelingen, das sapiens, also weise, klug, vernünftig, zu rechtfertigen und seine Existenz fortzusetzen, kann er im Weltraum andere Welten finden, auf denen er weiterleben kann. Möglicherweise entwickelt er sich zu einem Wesen, welches wir Geistwesen nennen würden. Dann stünde er über der Physik eines Sonnensystems, dann hätte er sich von der Bindung an die Materie befreit.

Dafür reicht die technologische Fortentwicklung allein nicht aus. Primär ist die moralische Evolution dieser Spezies vonnöten. Doch bereits mit der ersten global anwendbaren Technologie, der Nukleartechnologie, schlitterte er und schlittert weiterhin an seiner Auslöschung vorbei.

Sollte er eine noch effizientere Energiequelle erschließen, könnte er mit seiner heutigen primitiven Moral nicht nur sich selbst, sondern auch Gaia in den kosmischen Orkus befördern.

Eine vollkommene Abhängigkeit des Seins

Wer optimistisch die menschliche Technologie und Zukunft betrachtet, sollte der anderen Abhängigkeit gedenken. Autark ist auch die Sonne nicht. Sie verdankt ihre Existenz anderen Sternen, die mit ihrem Ende in Supernovae-Explosionen die Materie für sie, für ihre Planeten, deren Monde und die sonstige Materie des Sonnensystems lieferten.

Das Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxis ist nicht nur zerstörerisch. Es sorgt für die Bedingungen, die eine Galaxie stabilisiert, und Leben ermöglicht. Dieses Wissen ist ein neues erst und sicher kein noch vollständiges. Außerdem gibt es die dunkle Energie und die dunkle Materie, die Galaxien und Galaxienhaufen ermöglichen und diese Strukturen erhalten. Nicht vergessen die physikalischen Größen wie die Gravitation.

Ist das alles? Was war erforderlich, um den Beginn zu ermöglichen, den Big Bang?

Eine vollkommene Abhängigkeit des Seins. Vom anderen Sein?

Für die Abhängigkeiten der Sonne oder der Erde von ihr ist der Mensch nicht verantwortlich. Darin darf er ein Geschenk erkennen.

Für Gaias Biosphäre jedoch, die er außer der Sonne auch anderen Lebensformen zu verdanken hat, die er mit allen Lebensformen teilt, dafür ist und bleibt er vollumfänglich verantwortlich.

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Inspiration durch das 321. Bild der Woche im 251. Newsletter.
Die Aufnahme stammt von Monika, die eine Vorliebe für Lichter jeder Größe hat.

Jan Schneider, Autor

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
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