Jan Schneider - Persönliches und NachInnen.de

Jan Schneider

Einige Monate nach dem Beginn der »Bilder der Woche« begann ich »Ein Wort dazu« zu jedem der Bilder zu schreiben. Unerwartet entwickelten sich diese Worte zu persönlichen Statements über meine Innenwelt in der Natur …

Natur, Spiritualität und Mystik als Selbstverständliches

Die ersten prägenden Jahre lebte ich bei den Großeltern mütterlicherseits. Es war eine Zeit mit einem tiefen und für die Großeltern selbstverständlichen Kontakt zur Natur. Das Leben nach dem Mond, das Wissen um das Wetter, die guten und die schlechten Plätze (Radiästhesie), die Heilpflanzen, die guten Geister in Omas Garten – all das war Alltag, all das war normal.

Prägend erwiesen sich die Erzählungen des Großvaters von seinen Kriegserlebnissen bei Monte Cassino, mit denen er mir die Sinnlosigkeit des Krieges bewusst machte. Der Iwan, wie er die russischen Soldaten nannte, war nur auf Befehl und nur auf dem Schlachtfeld ein Gegner. In den Kampfpausen war er ein Kumpel, mit dem er Essen und Trinken tauschen und dabei angenehme Zeiten verbringen konnte.

Den Kontakt zu der Großmutter väterlicherseits hielt ich vor meinen Eltern geheim; als Dorfhexe entsprach sie nicht dem allgemeinen Glaubensbild. Sie führte mich in die Beobachtung des Nachthimmels ein und weckte das Interesse an der Psychologie respektive Psychotherapie: »Du musst die Leute genau beobachten, dann weißt du, was sie drückt und was sie wünschen«.

Mein Onkel, eine verwandte Seele, war mir der große Bruder und Freund. Er führte mich in die stille Beobachtung der Natur ein und lehre mich zeichnen, was ich heute noch als Hobby pflege.

Besondere Erlebnisse (Entgrenzungserlebnisse)

Der respektvolle Umgang mit der Natur, den ich durch diese Menschen lernte, ist vielleicht der Grund für einige Erlebnisse, die mich dahinter schauen ließen. In mehreren Entgrenzungserlebnissen wurde mein Ich zum Teil der Natur; das alltägliche Individuum existierte nicht mehr.

Als Kind beobachtete ich ein Schlangennest und fühlte mich plötzlich inmitten des Nestes: schön, geborgen, frei und leicht. Gleichzeitig zu dem Gefühl, im Nest zu sein, nahm ich die Welt von oben wahr, als würde ich über der Landschaft schweben.

Als Erwachsener machte ich »Abschiedsarbeit« mit gefällten Bäumen. Dabei wurde ich ein Teil eines Größeren, welches aus den Bäumen des Waldes, einer Verbindung im Boden und einer oberhalb der Kronen besteht, die ich heute als die Aura des Waldes betrachte.

Das deutlichste Entgrenzungserlebnis schenkte mir ein Tollkirschenstrauch. Ein schöner, kräftiger Strauch, ich wollte ihn genauer betrachten, ging vor ihm in die Hocke … Und wieder verschwand mein Ich. Meine Sinne wurden ein Teil des Waldes, die Farben intensiver, das Grün intensiv und warm. Die Sträucher bekamen Augen. Ich vermute, dass ich mit diesen Strauchaugen die Natur betrachtete.

In der Kindergartenzeit musste ich lernen, dass die anderen Menschen nicht alles so wahrnehmen, wie ich es tue. Als ich meine Begeisterung über die Farben der Musik mit einem Menschen teilen wollte, hörte ich: »Der gehört in die Klapse«. Das ängstigte, bis ich Jahre später begriff, dass es Synästhesie ist.

Die Entgrenzungserlebnisse erläutere ich detaillierter in dem Video über meine Lebenswege zur Seelenarbeit [1].

Lebenskontraste

Mein Leben, privat und beruflich, verlief nicht geradlinig. Die Wunschberufe ergriff ich nicht, meine Seele verrät mir inzwischen die Gründe. Ich arbeitete drei Jahrzehnte in der Computer-Branche, verlagerte aber den Schwerpunkt vom Computer zu den Menschen hin. Am Ende wurde daraus die Dozententätigkeit mit psychologischen Schwerpunkten.

Heute nutze ich dieses Wissen für die Technik bei NachInnen.de z. B. für das Web oder die numerologische Software NumeraViva.

Begegnungen mit dem Tod

Ich kam einige Wochen zu früh auf die Welt und mit einer lebensbedrohenden Anämie. Der entbindende Arzt meinte, meine Mutter solle sich nicht freuen, ich hätte nur wenige Wochen zu leben. Ein Arzt und Freund meines Großvaters, ein Heiler oder ein Druide, wie ich ihn heute betrachte, sorgte dafür, dass ich am Leben blieb.

Erlebnisse, bei denen ich mit dem Leben abschloss, hatte ich mehrere. Da war wieder eine Begegnung mit Schlangen, diesmal ein Biss, nach dem ich der Meinung der Ärzte nach nur wenige Minuten vor dem Tod stand. Oder ein kalter See, bei dem mich der Abschied vom Leben plötzlich so erheiterte, dass ich durch das innere Lächeln meine Arme und Beine wieder spüren und bewegen konnte. Spätestens seit diesem Erlebnis habe ich eine andere Einstellung zum Leben und zum Tod (s. »Wie ich die Angst vor dem Sterben verlor ...« [2]).

Bezeichnend auch meine erste Rückführung als Klient. Die Rückführungstherapeutin versuchte zu erklären, wie wichtig das bewusste Erleben des Sterbens sei. Das gelang ihr nicht, da der Tod für mich etwas war, worauf ich mich in jedem Leben verlassen konnte. Mein Satz »Der Kopf wächst im nächsten Leben nach«, mit dem ich der Therapeutin ihre(!) Angst vor dem Tod nehmen wollte, verfehlte die Wirkung.

Und doch war eine große und zeitlich lange Zäsur in meinem Leben erforderlich (beruflicher Blackout, Burnouts, Depression bis zur Suizidalität hin) bis ich mein Selbst und meine Mitte fand und spirituell-therapeutisch zu arbeiten begann. Einige Jahre später setze ich einen Traum meiner Kindheit in Realität um: das Schreiben.

Die Einladung der Natur, das zweite Leben, der neue Vorname

In den Entgrenzungserlebnissen sehe ich Einladungen der Natur, achtsam und ehrfurchtsvoll mit und in ihr zu leben. Die beiden Schlangenerlebnisse haben Züge einer schamanischen Einladung, was eine Fortsetzung der Tradition meiner mütterlichen Linie wäre. »Du gehörst zu unserer alten Heiler-Linie« offenbarte mir die Älteste dieser Ahnenreihe, nachdem ich mein neues Leben begann.

Und ein neues Leben ist es wahrhaftig. Das erste beendete ich mit einer Art des Sterbens, da ich mich und mein Leben aufgab. Inmitten der Natur, ich lebte eineinhalb Jahre in einem Gartenhäuschen fernab des Lärms der Städte in der Nähe von Altötting: die Sonne und die Sterne, die Dämmerungszeiten, die Uhus, das Wettergeschehen hautnah. Die Stille und das morgendliche Shakuhachi-Spiel des Leiters des benachbarten Zen-Klosters. Hier konnte ich mich neu ordnen.

Zum zweiten Leben gehört mein Vorname Jan. In einer anderen Schreibweise gehörte er zu meinen Vornamen; ich machte ihn offiziell zum ersten Vornamen. Meine beiden Großväter hießen Jan und es ist ein europäischer Vorname. Damit wollte ich meine kleine Brücke schlagen - von den Ursprüngen der Schamanen in Sibirien bis zu den Kelten und Druiden im Westen Europas hin.

Und ein paar Jahre später erkannte ich die spirituellen Hintergründe der Vornamensänderung. Sie war richtig und not-wendig als die Wende aus der Not heraus.

Geschenke und Verpflichtungen

Zunehmend betrachte ich diese Ereignisse als Berufung. Berufungen sind aber Geschenke. An Geschenken, die wir Menschen bekommen, arbeiteten wir oft mit in den Leben davor.

Geschenke gehen mit der Verpflichtung einher, sie korrekt zu nutzen; das ist ihr Preis. Lebensgeschenke sind die karmischen Pläne der Seele. Die Verpflichtung gehen wir in dem Augenblick ein, in dem wir ein Geschenk annehmen.

Mein Geschenk und Verpflichtung zugleich ist die spirituelle Arbeit - an mir und für andere Menschen. Mein Werkzeug ist das Wort.

Natur und Spiritualität – Back to the roots

In der techniklastigen Computerzeit verwarf ich die Welt meiner Großeltern nicht. Doch lebte ich sie hauptsächlich theoretisch; ich verschlang ein Buch nach dem anderen. Die Natur erlebte ich in den Nächten vor meinem Teleskop.

Die Seele wies mich wiederholt auf mein mich schädigendes Leben hin; doch zuhören wollte ich ihr nicht. Es musste der Körper zum Fürsprecher der Seele werden. Erst der private und berufliche Absturz ins Bodenlose inklusive Depressionsjahre und Suizidgedanken rüttelte mich auf.

Der Ausweg begann mit der Rückerinnerung an die Zeit bei meinen Großeltern und dem Entschluss, das zu tun, was ich will. Die Umsetzung begann mit der Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie. Statt der Prüfung zog ich jedoch die Existenz als spiritueller Berater vor - verbunden mit dem Reden und Schreiben.

Während der psychotherapeutischen Ausbildung lernte ich Monika [3] kennen.

Seitdem realisiere ich meine Träume: NachInnen.de, Autorenschaft und das, was noch folgt. Ich drücke das so aus, da meine und Monikas Erfahrung uns lehrte, dass die Pläne des Menschen nicht mit den Plänen der Seele übereinstimmen müssen.

Die Jahrzehnte des eigenen Studiums der Mystik, Spiritualität oder Esoterik sowie die Erfahrungen im Leben, auch - oder besonders - die schlimmen, ergeben eine stabile Basis meines Lebens und meiner Arbeit.

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Links zum Beitrag
[1] Video über meine Lebenswege zur Seelenarbeit
[2] Wie ich die Angst vor dem Sterben verlor
[3] Über Monika