Symbolsprache der Seele im Traum: Traumerinnerung trainieren, Trumsymbole deuten

Traumsymbole

Die Seele spricht zu uns in Symbolen, die wir in die Alltagssprache übersetzen müssen, bevor wir sie als Antworten auf wichtige Lebensfragen oder Hilfen bei anstehenden Entscheidungen nutzen können. Denn die Seele weiß es eben und daher lohnt es zweifelsohne, der Seele zu lauschen und ihre Symbole zu entschlüsseln. Es lohnt hingegen nicht, mit ihr zu hadern, warum sie in Symbolen spricht, denn das kann sehr wohl einen Sinn haben.

Um das Lauschen der Seele besser wahrzunehmen, können wir zu unterschiedlichen Methoden und Techniken greifen. Eine Methode steht uns allerdings kostenlos tagaus, tagein zur Verfügung: unsere Träume.

Jeder Mensch träumt. Wenn jemand behauptet, er würde nicht träumen, so bedeutet das lediglich, dass er sich an seine Träume nicht erinnern kann. Ohne diese Erinnerung können wir jedoch diese nächtlichen Seelenbotschaften nicht nutzen. Das Erinnern an die Träume, die Traumdeutung und sogar die Induzierung der Traumthemen ist erlernbar. Am Beginn des Lernens steht das Merken und Erinnern.

Man nehme …

Das suggeriert, die Traumarbeit wäre es einfach wie das Kochen nach einem Rezept. Doch genauso ist es. Dieses Rezept hat sich in der Traumarbeit bewährt, nach diesem Rezept verfahre ich inzwischen einige Jahrzehnte. Es ist erprobt und von den möglichen Stolpersteinen befreit.

Außer einem Bett, in dem wir einigermaßen gut schlafen können, brauchen wir nicht viel dazu. Die wichtigsten Ingredienzien dieses Rezepts sind das Schreibpapier und ein Stift. Denn das Aufschreiben der Stichwörter eines Traums ermöglicht es, dass wir später mit diesen Trauminhalten arbeiten können.

Es ist wieder Set und Setting, die eigene Einstellung also und die Umgebung, die über den Erfolg entscheidet. Oder über den Misserfolg und den Ärger darüber, wenn eines davon nicht stimmt.

Richtiges Aufwachen

Im Regelfall wachen wir in der Nacht öfter mal kurz auf. Dieses Aufwachen können wir fortan für uns nutzen. Denn in dem nächtlichen Aufwachen, welches auch gerne nach einem Traum geschieht, haben wir die Trauminhalte noch recht bewusst in uns. Aber eben nur recht bewusst und auch nicht sehr lange! Wir mögen uns noch so eisern vornehmen, uns den Traum zu merken und ihn vielleicht jemand zu erzählen. In der Regel ist es aber so, dass wir am Morgen das Träumen vergessen haben oder frustriert sind, weil wir uns lediglich an unseren nächtlichen Vorsatz erinnern.

Es ist phänomenal, wie schnell uns die Trauminhalte wieder bewusst werden, wenn wir ein oder ein paar Stichwörter sehen. Es reicht daher vollkommen aus, diese Stichwörter aufzuschreiben.

Stift, Papier, Umgebung

Wenn wir mit Traumerinnerungen aufwachen, dann greifen wir zum Schreibmaterial – ohne das Licht einzuschalten! – und notieren die Stichwörter. Es müssen nur Stichwörter sein, es muss ein einfacher Stift sein, es muss ein einfaches und abreißbares Schreibpapier sein.

Mit einem einfachen Stift, am besten dem guten, alten Bleistift, können wir in jedem Winkel schreiben. Ein Kugelschreiber oder ein Filzstift mit der Spitze nach oben gehalten, versagt zu schnell seine Dienste. Oder hinterlässt wunderbare Flecken auf der Bettwäsche, wenn wir ihn nicht mehr ablegen sollten. Es wird uns wohl kaum gelingen, diese Flecken als einen nächtlichen Rorschachtest jemand verkaufen zu wollen.

Unsere nächtliche Schrift wird vermutlich keine Schönschrift sein. Sollten wir nicht nur einmal aufwachen, so überschreiben wir die ersten Stichwörter, das Entziffern unserer eigenen Schrift wird zu einer Mission impossible. Daher lieber mit größeren Lettern schreiben und nach dem Aufschreiben das Blatt entweder abreißen oder aus dem Klemmbrett herausziehen und einfach neben das Bett werfen.

Stolpersteine vermeiden

Das Ablegen des Schreibblocks, des Stifts oder des beschriebenen Blattes darf keine Probleme bereiten. Am besten das Nachtkästchen vollständig aufräumen, damit wir unsere Schreibutensilien problemlos ablegen können.

Keine Aufwachhektik

Nach dem morgendlichen Aufwachen sollten wir darauf achten, nicht sofort in das Tagesbewusstsein zu wechseln. Ein leicht erreichbarer Wecker, an Wochenenden optimal ohne Wecker, sowie einige wenige Minuten Zeit zum Erinnern sind sehr wichtig. Daher den Wecker vielleicht 5 Minuten früher stellen als üblich. Wir müssen vermeiden, dass wir zu schnell wach werden und uns dadurch aus dem Bereich zwischen dem Unbewussten und dem Bewusstsein herauskatapultieren.

Kein helles Licht

Sollten wir mit einem noch bewussten Trauminhalt aufwachen und schalten wir das Licht ein, muss das Gehirn unsere Augen vor der plötzlichen Helligkeit schützen. Mit dem abrupten Lichteinfall sind wir auch abrupt im Tagesbewusstsein, die Trauminhalte sind perdu.

Keine Suche nach dem Stift

Sehr bewährt hat sich das Anbinden des Stifts an dem Klemmbrett oder dem Schreibblock, damit wir den Stift nicht erst suchen müssen. Wir finden vielleicht den Stift, aber nicht mehr unsere Träume.

Kein Diktiergerät

Auch damit schalten wir zu schnell auf das Tagesbewusstsein um. Und da wir aber glauben, mehr Details aufnehmen zu können, beginnt unser Verstand sofort damit, seine eigene Geschichte aus dem Traum zu spinnen.

Kein Verschieben des Aufschreibens

Wir sollten noch am Morgen die Träume aufschreiben, denn im Laufe des Tages verblassen die Inhalte. Außerdem übernimmt unser Gehirn zunehmend die Regie über die Erinnerungen, baut eigene Erklärungen hinein, bewertet, streicht vermeintlich unwichtige Symbole etc. pp.

Traumtagebuch, prophetische Träume, luzide Träume

Die Träume können wir in einem Traumtagebuch aufschreiben. Bilder, Töne, Sprache, Emotionen etc., die uns in den Sinn kommen, werden einfach notiert. Es kommt nicht auf die Menge der Informationen an oder auf schön ausformulierte Sätze. Es reichen textliche Skizzen, die sich auf das Wesentliche konzentrieren. Was diese wichtigen Symbole sind, das lernen wir mit jedem aufgeschriebenen Traum immer sicherer zu erkennen.

Mit einem Traumtagebuch haben wir die Möglichkeit, darin nachzuschlagen, wenn wir im Alltag etwas erleben sollten, was uns an einen Traum erinnert. So lernen wir unsere individuellen Traummuster immer besser kennen und finden mit der Zeit heraus, was z. B. die Hinweise auf bevorstehende Ereignisse oder Entwicklungen in unserem Leben sein könnten. Das wären prophetische oder präkognitive Träume.

Das Führen eines Traumtagebuchs ist mit einem Training vergleichbar, mit dem wir immer meisterhafter unserer Seele lauschen können. Wir können uns dann an weitere Stufen wagen, wie das Induzieren der Traumthemen. Auch an luzide Träume, in denen wir merken, dass wir uns in einem Traumgeschehen befinden, und so z. B. die Traumwesen nach ihren Botschaften an uns fragen können.

---
Hilfreiches zum Thema:
- Archetypische und individuelle Symbolbedeutung – Der Frosch und das Redeverbot
- Märchen und Mythen als Seelentor

Jan Schneider, Autor

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
Neue Beiträge und mehr im Samstags-Newsletter …