Den Seelenpartner loslassen – mit Ritualen und Magie? Oder: Soll ich die Fotos vom Seelenpartner wegwerfen, wenn ich von ihm loslassen will?

Seelenpartner loslassen

Die Fotos vom Ex-Partner in den Orkus zu schicken ist weder verwunderlich noch selten. Die Fotos vom Seelenpartner wegzuwerfen, um von ihm loslassen zu können, das verwundert schon etwas. Da sich aber diese Frage wiederholt – hier einige Gedanken dazu.

Rituale oder Magie mit Fotos, um vom Seelenpartner loszulassen

Ob Partner oder Seelenpartner – das Wegwerfen der Fotos soll das Loslassen unterstützen und es beschleunigen. Der Wunsch ist sehr nachvollziehbar; das Ende einer Beziehung ist oft mit Schmerz, Leid und Trauer verbunden. Und obwohl die Zeit doch alle Wunden heilen sollte, will der Glaube daran nicht so recht aufkommen. Der Schmerz bleibt.

Das Wegwerfen der Fotos wird daher gerne mit einer magischen oder rituellen Handlung (oder Reiki [4] verbunden. Die Fotos werden verbrannt, zerschnitten, in einen Fluss geworfen oder moderner – geschreddert. Ein magischer Spruch oder eine andere magische Handlung verstärkt diese Wirkung.

Das kann wirken, doch gibt es da ein Wenn. Dieses Wenn gilt nicht nur in diesem Fall, sondern bei allen rituellen oder magischen Handlungen: Das wirkt, wenn der Mensch daran glaubt.

Glaubt der handelnde Mensch nicht an die Macht seiner Rituale und magischen Handlungen, ist es lediglich sein Wunsch oder seine Hoffnung, ist die Wirkung dahin.

Oder doch nicht ganz, wenn wir an das Spiegelgesetz denken.

Liebe und Angst und Loslassen

Der Empfänger muss ebenfalls mitspielen, damit ihn die Wirkung magischer Handlungen erreicht: Er muss ebenfalls daran glauben. Dazu reicht es, wenn er Angst davor hat. Hier scheint aber eine Erklärung angebracht.

Das menschliche Verhalten beruht letztendlich auf zwei Qualitäten: auf Liebe und auf Angst. Hinter jedem Verhalten, welches sich nicht mit der Liebe verbinden lässt, lässt sich eine Angst auszumachen. Das gilt für einzelne Menschen und für Gruppen bis zu ganzen Staaten hin. Es ist ein uralter Zusammenhang, der seit eh und je von Machthabern genutzt wird. Die weltlichen Machthaber nutzen die Angst vor der Bestrafung, die im Extremfall eine Todesstrafe ist; die religiösen Machthaber nutzen die Angst vor der ewigen Verdammnis.

Die Machthaber, die weltlichen und die religiösen, agieren aus ihrer Angst vor dem Machtverlust heraus. Mit Angst lässt sich auf Dauer kein Machtsystem aufrechterhalten. Es bröckelt und verfällt, es wird mit der Zeit zur Geschichte.

Seelenpartner hingegen verbindet die Liebe. Wo soll hier also Angst zu finden sein? Eine beinahe schon allgegenwärtige Angst ist die Angst vor dem Verlust des Partners. Der Mensch will nicht allein sein, und je intensiver die Beziehung ist, umso größer die Angst.

Diese Angst vor dem Verlust des Partners scheint sehr perfide zu sein. Sie endet nicht abrupt in dem Augenblick, in dem sich ein Partner entschließt, die Beziehung zu beenden. Einfach zu sagen: „Dann geh‘ doch!“, ist nicht immer möglich. Und auch wenn es ein Partner sagen kann – das Herz stimmt dem nicht sofort zu. Das Herz schmerzt, der Mensch leidet.

Vom Partner oder gar vom Seelenpartner loslassen. Keine leichte Lehre ist das, da Liebe und Angst dabei sind.

Weiße oder Schwarze Magie, One-Night-Stands

Menschlich allzu menschlich daher, wenn ein Partner zur Hilfe greift, beispielsweise zum Wegwerfen der Fotos des Ex-Partners. Dies ist immer eine magische Handlung, auch wenn der Mensch nicht daran denkt, es nicht so sieht, dem widerspricht.

Mit dieser Magie soll etwas erreicht werden. Mit dem Wegwerfen von Fotos eigentlich nur bei dem wegwerfenden Partner. Eigentlich. Denn wenn es eine Beziehung war, wenn es sogar eine Seelenpartnerschaft war, hinterlässt die Beziehung ihre Spuren.

Karmische Bindungen entstehen sehr leicht und nicht immer ist uns das bewusst; sogar ein One-Night-Stand ist nicht davor gefeit. Dieser kurze menschliche Augenblick, der eine Verbindung zweier Menschen ergo zweier Seelen ist, mag das noch so verdrängt sein, ist sogar ein Meisterweber, den wir damit auf unseren karmischen Webstuhl setzen.

Karmische Bindungen, ergo auch Seelenpartnerschaften, existieren in Welten, die unserem rationalen Verstand und unserem Bewusstsein nicht so leicht zugänglich sind. Ein One-Night-Stand mag dem Verstand als vollkommen unbedeutend und als Spaß ohne Liebe erscheinen. Die Seele hat ihre eigenen Sichtweisen, die sie sich nicht vom Verstand vorschreiben lässt. Soll etwa die Seele auf den filmischen Standardspruch hereinfallen: „Es ist nicht das, wonach es aussieht“?

Zu jeder Beziehung gehören zwei, in jeder Beziehung sind beide Partner beteiligt (s. „Seelenszenen einer Partnerschaft: Du kannst das nicht tragen!“ [1]). Jede Handlung, die einen Partner betrifft, gilt ebenfalls für den anderen Partner. Auch jede Magie, auch jedes Ritual.

Es ist daher sehr ratsam, sogar karmisch ratsam, sich vor jeder Handlung, die eine Partnerschaft oder eine Seelenpartnerschaft betrifft, seine Seele oder sein Gewissen über die Motive dieser Handlung achtsam zu befragen.

Lässt sich die Grenze zwischen Weißer und Schwarzer Magie immer eindeutig ziehen? Das Leben ist nicht schwarz oder weiß, das Leben kann beides sein; meistens spielt es sich dazwischen ab. Bleibt graue Magie ohne Wirkung? Ohne karmische Wirkung?

Fotos wegwerfen und Loslassen

Die allgemeine Seelenpartner-Frage, die das i-Tüpfelchen für diesen Beitrag beisteuerte, lautet: „Soll ich die Fotos vom Seelenpartner wegwerfen, wenn ich von ihm loslassen will?“

Einiges zu der Antwort habe ich bereits oben geschrieben. Aber:

  • Warum willst du von deinem Seelenpartner loslassen?
  • Gibt es einen Ex bei Seelenpartnern?
  • Seelenpartner sind Verbindungen zwischen Seelen – willst du hier mit Magie arbeiten?

Warum willst du von deinem Seelenpartner loslassen?

Seelenpartner und Loslassen zieht sich wie ein dicker roter Faden durch alle Seelenpartner-Beiträge. Ein Beispiel nur: Den Seelenpartner loslassen – warum? Und warum Leid?“ [2]. Trotz der alles überwältigenden Liebe gehört das Loslassen zu den Lernthemen der Seelenpartnerschaften. Dieses Loslassen ist erst dann gelernt, wenn es keine Angst davor gibt, sondern wenn das Loslassen von Liebe begleitet wird. Denn nur die Liebe kann loslassen, die Angst nicht.

Die Liebe weiß, dass wir nicht nur einen Seelenpartner haben, die Liebe weiß, dass wir loslassen können, die Liebe weiß, dass der losgelassene Seelenpartner weiterhin als Partner existiert. Denn Seelenpartnerschaften sind Verbindungen zwischen den Seelen, sie existieren auf der Seelenebene über die Leben hinweg.

Wenn du einen Seelenpartner loslässt, ist er daher nicht verschwunden. Aus den Augen, aus dem Sinn? Ja, das ist möglich. Aber nicht aus der Seele. Deine und seine Seele weiß es oder wird es in dem Zwischenleben wissen, wann ihr euch wieder in einer gemeinsamen Inkarnation begegnet. Und das werdet ihr, wenn das zum Plan eurer Seelen gehört.

Ein Loslassen, welches ohne Liebe geschieht, bindet die Seelenpartnerschaft noch stärker. Allerdings auf die Art, wie es das Tarot mit der Karte „Der Teufel“ (auch unter dem oberen Link nachzulesen) zeigt. Es sind Ketten, in diesem Fall sogar karmische Ketten.

Wenn du daher die Fotos in Liebe aus deinem Leben entfernst, wirkt diese Handlung nur auf der menschlichen Ebene. Eine Seelenpartnerschaft kann aber nur die Seele für beendet erklären; dazu lässt sie sich nicht durch eine magische Handlung zwingen. Weder durch eine weiße, noch durch eine schwarze Magie.

Die größte Liebe – Agape

Dieses Loslassen gelingt nur mit Liebe.

Praktisches für dieses Leben: Entsorge die Fotos, wenn du es für richtig hältst, wenn es dich erleichtert. Versuche dabei die Seele deines Ex-Partners zu erreichen, und sage ihr, dass du ihn in Liebe loslässt. In der Liebe, die Agape [3] genannt wird. Es ist die höchste Liebe und das unabdingbare Kennzeichen oder Erkennungszeichen einer jeden Seelenpartnerschaft.

Um die Sprache nicht der Weber-, sondern der Werbezunft zu bemühen: Nur wo Agape draufsteht, ist auch Seelenpartnerschaft drin.

Das gelingt nicht sofort, auch das ist menschlich allzu menschlich. Versuche daher erneut, die Seele deines Seelenpartners zu erreichen. Es wird dir mal gelingen.

Dann weißt du, dass du einen großen Schritt auf dem wichtigsten Lernweg aller Seelen gegangen bist. Auf dem Lernweg der Liebe.

Fotos wegwerfen oder aufbewahren

Kannst du in Liebe loslassen, ist es dir bewusst, dass du auf der Seelenebene deinen Seelenpartner weiterhin behältst, hegst du keinen Groll mehr, so könnte es auch sein, dass du die Fotos nicht mehr wegwerfen musst.

Und solltest du sie bereits im Zorn weggeworfen haben, hast du mit dem nun erfolgten Loslassen in Liebe die Möglichkeit einer karmischen Bindung aus der Seelenwelt geschafft. Damit hast du dich von den Ketten befreit.

Und das ist, was zählt, nicht die Fotos. Die kannst du entsorgen oder in einer Schatulle mit den Erinnerungstücken an dein Leben ablegen. Die Fotos sind keine Fehler, sie sind deine Erfahrungen, mit denen du lernst.

Die Fotos, ob in einer Schatulle oder in deiner Erinnerung, sind dann ein Beweis deines Lernens der Liebe.

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Links zum Beitrag
[1] Hochzeitsnacht und Lernen: Szenen einer Seelenpartnerschaft: Du kannst das nicht tragen!
[2] Den Seelenpartner loslassen - warum? Warum Leid trotz Seelenpartnerschaft?
[3] Seelenpartner und Liebe: Eros (Begehren, Sexualität), Philia (Freundschaft) und Agape (göttlich)
[4] Warum lässt mich mein Seelenpartner nicht los? Kann ich das mit Reiki erreichen?

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