Höllische Qualen - muss das sein? Seelenpartner, karmische Beziehungen und Bindungen

Seelenpartner höölische Qualen

Wie unbedachte Worte zu karmischen Bindungen werden

Seelenpartnerschaften sind ebenfalls karmische Beziehungen, allerdings Beziehungen einer besonderen Art, in denen alle drei Arten der Liebe und das gemeinsame Lernen – auch der Freude und der Lust [1] – sowie die gegenseitige Unterstützung vorhanden sind.

Die Unterscheidung zwischen rein karmischen Beziehungen oder besser – Bindungen – und echten Seelenpartnerschaften ist enorm wichtig, wenn wir vollkommen unnötiges Leid vermeiden wollen, welches aus karmischen Bindungen resultiert.

Karmische Beziehungen und Bindungen

In unseren Vorleben sind wir unzähligen Menschen respektive Seelen begegnet, mit denen wir so intensiv interagiert haben, dass die Spuren dieser Begegnungen in die nächsten Inkarnationen hineinreichen. Manchmal war das eine schöne Begegnung, manchmal eine katastrophale von den Folgen her. Wobei nicht so sehr der Tod, zu dem manche Begegnung geführt hat, die wirklich katastrophale Folge ist, sondern vielmehr die karmische Bindung, die dadurch geflochten wurde.

Die Folgen dieser Bindungen wirken in die Folgeinkarnationen hinein, bis das Seele-Mensch-Team die Hintergründe erkennt und dadurch die Wiederholungen bestimmter Leidensmuster beenden kann. Die Erkenntnis allein reicht jedoch nicht aus. Da an dem Ursprungsgeschehen immer andere Menschen beteiligt waren, müssen wir erst vergeben können, um diese Bindungen zu beenden. Der Spruch „Der längste Weg der Erde ist der vom Kopf zum Herzen“ bewahrheitet sich hier auf eine besondere Art und Weise.

In den Vorleben konnten die karmischen Bindungen sehr leicht und schnell entstehen. Eine unüberlegte Handlung, heute würden wir sagen, eine Handlung im Affekt, und es wurde nicht nur ein Mensch verletzt oder getötet, sondern es wurden karmische Folgen und Bindungen geschaffen, die eine sehr lange Arbeit erforderlich machen, um sie zu begreifen und aufzulösen.

Schwüre und Gelübde

Schwüre, Gelübde, Gelöbnisse oder Eide entfalten gerne ihre Schattenseiten. Es ist daher Vorsicht geboten im Umgang mit ihnen [2]. Einige Beispiele dazu, die der Romantik zu widersprechen scheinen: »Ich werde dich auf ewig lieben«, »Ich bleibe immer / auf ewig dein«, »Du bist für immer mein«, »Ich werde dich nie verlassen«, »Du gehörst mir für immer«.

Bedachten diese Menschen die Tragweite dieser Schwüre? Ewig, immer etc. sind gefährliche Worte, wenn sie ernst gemeint sind, wenn sie in die Seele dringen. Sie beschränken sich nicht auf dieses eine Leben, sie gelten über die Leben hinweg.

Besonders schwer wiegt das bei den Keuschheitsgelübden der Priester, Nonnen oder Mönche. Es ist nicht relevant, dass die Institution Kirche den Inkarnationsglauben in ihren ersten Jahrhunderten ausdrücklich verbot und unter Strafe stellte. Das führt zu Beziehungsproblemen in den Folgeleben, wenn die alten Schwüre ihre Wirkung weiterhin entfalten.

Leicht und folgenschwer lassen sich das gegenwärtige und weitere Leben mit Rache- und Vergeltungsschwüren belasten. Es reicht ein inbrünstiges »Das vergebe ich dir nie« oder »Das wirst du mir ewig büßen«. Ist beim Aussprechen dieser Sätze nicht nur der Kopf, sondern auch das Herz beteiligt, prägen sie die Schwüre ein. Lange, sehr lange. Der Tod ist nur ein Übergang, er ist kein Ende. In diesem Fall leider auch kein Ende der Wirkung solcher Schwüre und Gelübde.

Die karmischen Folgen in Partnerschaften

Fanden Schwüre oder Gelübde den Weg in die Seele hinein, wirken sie im nächsten Leben weiter. Der Mensch weiß in den Folgeleben zunächst nicht, warum ihm etwas nicht gelingen will oder warum ihm etwas verwehrt bleibt, obwohl es ihm doch möglich und machbar erscheint!

In Partnerschaften können die Folgen besonders drastisch sein. Trotz der Liebe zum Partner gibt es da ein quälendes, störendes und nicht selten die Beziehung zerstörendes Unrechtsgefühl, dem mit dem Verstand allein nicht beizukommen ist. Erst wenn die Horizonte erweitert und Vorleben zugelassen werden, beispielsweise in einer Rückführung, werden die Ursachen offenbar.

„Ich bleibe auf ewig dein!“ Erst wenn dieses Gelübde bewusst wird, erst dann kann eine Lösungsarbeit erfolgen und die neue Partnerschaft ohne diesen quälenden Schatten der Vergangenheit gelebt und genossen werden. Und es ist eine Arbeit erforderlich, denn der Weg vom Kopf zum Herzen muss gegangen werden. Beruhigend ist allerdings, dass dieser letzte Wegabschnitt meist extrem kurz ist verglichen mit dem bereits gegangenen Leidensweg.

Probleme im Sexualleben? Die Partner lieben sich und dennoch gibt es in diesem so wichtigen Bereich Probleme, da ein Partner die Sexualität nicht genießen und dabei nicht erklären kann, weder sich selbst noch seinem Partner, warum ihm das nicht gelingen will. Wird allerdings bewusst, dass er in seinem Vorleben der Sexualität abgeschworen und sie obendrein mit Sünde und Schmutz verbunden hat, kann die Sexualität frei gelebt und genossen werden.

Einseitige Bindungen

Geteiltes Leid ist halbes Leid? Das trifft zu, wenn die Liebe die Patin dieser Teilung ist. Was aber, wenn derjenige Mensch, mit dem die Teilung erfolgen könnte, nicht mehr greifbar ist? Wenn der auf ewig gebunden geglaubte Partner seine eigenen Wege geht und kein Interesse mehr an der alten Beziehung hat oder für ihn keine Notwendigkeit einer Teilung besteht?

In karmischen Bindungen ist das sehr leicht möglich, auch dann, wenn die einstmalige Beziehung eine liebevolle Beziehung gewesen sein sollte. Ob nun einer der Partner die ewige Liebe geschworen hat, die Alleinzugehörigkeit zum Partner oder Rache und Vergeltung – zu einer Beziehung und Bindung gehören immer mindesten zwei Menschen.

Wenn aber einer der Partner keine Schwüre oder Gelübde leistete? Oder wenn er wirklich vergeben hat, wenn dies also aus der Liebe heraus erfolgt ist und das alte Schuldempfinden bearbeitet werden konnte, die alte Bindung folglich gelöst ist?

Dann befindet sich nur der andere Partner auf der ewigen Suche nach der verlorenen Liebe, nach der unerfüllten Rache, nach dem vermeintlich fehlenden Ausgleich.

Die Lösung heißt Vergeben - Hoʻoponopono?

In unserer Zeit mit dem immer leichter werdenden Zugang zu den spirituellen Quellen und Hintergründen des Lebens gelingt es immer mehr Menschen, die karmischen Schatten abzuarbeiten, indem sie vergeben können. Dem Menschen von damals und vor allem auch sich selbst.

Hat ein Partner in einer karmischen Beziehung oder Bindung vergeben können, der andere aber nicht, entsteht dadurch eine einseitige Bindung. In diesem Fall ist es wohl besser, von einer Fesselung zu sprechen, da nur ein Mensch sich selbst fesselt, indem er einem Schatten aus der Vergangenheit nachjagt. Der Mensch, der den Schatten warf, ist aber zu anderen Ufern aufgebrochen. Der Schattenjäger muss erfolglos bleiben, solange er auch nicht loslassen und vergeben kann.

So wenig die Verdrängung auf der psychischen Ebene funktioniert, so wenig funktioniert sie auf der seelisch-karmischen Ebene. Es muss eine Vergebung stattfinden, eine echte allerdings. Die erste karmische Ursache muss nicht bekannt sein, auch wenn das natürlich hilfreich ist. Oft gibt es jedoch Ursachenketten in mehreren Inkarnationen, die Suche nach der ersten Ursache kann da zu einer unendlichen Geschichte ausarten, wenn in der Rückführung nicht explizit nach der ersten Ursache gefragt wird.

Die Agape [3] ist das unabdingbare Kennzeichen einer Seelenpartnerschaft. Agape ist bedingungslos. Bedingungslos bedeutet, dass auch nur ein Partner vergeben kann. Dazu muss er ohne Vorbedingungen vergeben können. Erfolgt die Vergebung bis in die Seele hinein, sind beide Partner frei. Der Unterschied besteht darin, dass dies nur dem vergebenden Partner bewusst ist.

Die Seele des anderen Partners erfährt zwar davon, die Seelen kommunizieren auf einer Ebene und in einer Qualität, die unserem Verstand nicht zugänglich ist. Wenn der Mensch jedoch die Seelensignale nicht wahrnehmen und somit nicht vergeben kann?

Die polynesischen Kulturen sind unserer europäischen Kultur im Hinblick auf die Konzepte einer liebesfremden ewigen Verdammnis und Bestrafung oder einer Vergebung nur durch eine Beichte, weit voraus. Sie wissen um die Macht der Vergebung, die wir, der Globalisierung sei hier Dank, als Hoʻoponopono kennen.

Höllische Qualen und die Geschlechter in Seelenpartnerschaften

Höllische Qualen in den Seelenpartnerschaften, wie es in den Seelenpartner-Fragen manchmal heißt? Und wenn diese Qualen daraus resultieren, dass eine karmische Verbindung mit einer Seelenpartnerschaft verwechselt wird?

Nun wird es klar, warum die Unterscheidung zwischen karmischen Bindungen und Seelenpartnerschaften so wichtig ist.

Nicht selten findet eine Koppelung der Qualität des Leids und der Qualen der Seelenpartner an die Geschlechter der Partner statt. Und wenn das an der alten geschlechtsspezifischen Erziehung mit überholten Verhaltens- und Lebensweisen liegt? In diesem Zusammenhang scheint ein Thema besonders wichtig zu sein, welches als ein Postulat formuliert werden kann: „Männer können mit dem Leid oder der Trauer in den Seelenpartnerschaften besser umgehen.“

Die Vergebung und die Geschlechter der Seelenpartner sind sehr wichtige Aspekte, die eine gesonderte und gründlichere Behandlung in weiteren Beiträgen erfordern. Eine Frage jedoch zum Abschluss dieses Beitrags:

Hat die Seele ein Geschlecht?

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Links zum Beitrag:
[1] Seelenpartner - Nicht Verlust, Leid, Tod, Scheiden, Schwur, sondern ... Liebe
[2] Seelenpartner, Scheidung, Schwüre und Versprechen
[3] Seelenpartner und Liebe: Eros (Begehren, Sexualität), Philia (Freundschaft) und Agape (göttliche Liebe)

Jan Schneider, Autor

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
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