Von Zauberpflanzen zum Partner - Set und Setting und der Respekt der Seele gegenüber

Zauberpflanzen

»Die Augen und die Seele«, Teil 3

Im vorausgegangenen Seelenpartner-Beitrag wurde der Begriff „Set und Setting“ [1] angesprochen, der aus der Drogenszene stammt und in anderen Bereichen übernommen wurde.

Set und Setting müssen beachtet werden, wenn die Arbeit ihre positiven Effekte bringen soll. Sonst konfrontiert sie den Menschen mit ihrer dunklen Seite. Beim Umgang mit Drogen – auch mit Alkohol oder Nikotin – sind das Abhängigkeiten, Süchte, Krankheiten. Die finale Folge ist der Tod.

So drastisch ist das bei den Augen- und Aura-Übungen mit dem Seelenpartner nicht. Warum dennoch ein so drastischer Vergleich?

Zauberpflanzen, Götter- oder heilige Pflanzen – Einladung und Berufung

Zauberpflanzen, Götter- oder heilige Pflanzen sind die älteren Begriffe. Psychoaktive Pflanzen lautet der moderne Begriff für Pflanzen mit einem Einfluss auf die Psyche. Sie begleiten den Menschen seit Urzeiten. Schamanen, Hexen oder Menschen, die sakrale Funktionen ausübten, wussten um ihre Wirkung – um die positive und um die Gefahren.

Sie wussten ebenso darum, dass nicht jeder Mensch damit arbeiten darf, wenn die Gefahren ausgeschlossen werden sollen. Der Mensch musste dazu eingeladen werden, er musste berufen werden – durch die Pflanze oder durch das Tier. Ein Schamane suchte seine Schüler und Nachfolger in keiner Schule aus; er nahm die Menschen auf, die dazu berufen wurden.

Die Berufung erfolgte durch die Natur, durch die Anderswelten, durch die Dinge hinter den Dingen. Diese Vorgänge gibt es auch heute, sie werden jedoch in dem Lärm unserer Zeit nur schwer wahrgenommen. Sie werden belächelt. Sie werden als eine Verrücktheit, Spinnerei, Halluzination, Ermüdungserscheinung etc. verdrängt. In unserer wissenden und doch so unwissenden Welt werden sie als Störungen abqualifiziert und einer Therapie unterzogen.

Einladung und Berufung heute

Diese Einladungen und Berufungen gab es, gibt es und wird es geben. Sie machen uns aber Angst. Sie machen uns Angst, weil wir an unserem Geisteszustand zweifeln. Sie machen uns Angst davor, ausgelacht oder zu einem therapiebedürftigen Menschen erklärt zu werden. Sie machen den Wissenden-Unwissenden Angst vor dem für sie Unerklärlichen. Es kann nicht sein, was nicht sein darf – was Angst macht.

Einladungen und Berufungen kommen unvermittelt und nicht nur während einer Meditation oder einer Arbeit mit einem bewussten spirituellen Charakter. Wir erleben immer wieder Trancezustände im Alltag. Tagträume, das Vergessen der Welt beim Hören einer Musik, beim Lauschen der Natur.

Der Regen in der Natur oder auf einem Dachfenster, der Wind in den Bäumen, das Bächlein im Wald. Ein kurzer Augenblick des Innehaltens in einer Kirche, einer Kapelle, einem Museum. Die Stimmung vor dem Sonnenaufgang oder nach dem Sonnenuntergang. Der Abend, die Nacht in der Natur abseits der lärmenden Städte. Wenn da noch der Wind in den Blättern spielt, wenn da noch ein Kauz ruft, wenn da – und das ist entscheidend – kein Mensch plappert.

Glauben können

Es geht noch leichter. Ich kenne Entgrenzungserlebnisse [2] in den ersten Augenblicken eines Innehaltens im Wald. Sekunden nur und plötzlich sah die Welt anders aus, sie hörte sich völlig anders an. Der Verstand war nicht abgeschaltet. Im Gegenteil, er war äußerst geschärft.

Der Verstand nahm es aber an, er akzeptierte es, dass es Dinge gibt, die er nicht logisch-sachlich begründen kann. Danach bekommt das Wort „Anderswelten“ einen greifbaren Inhalt, die Dinge hinter den Dingen wandeln vom geflügelten Wort zu einer anderen zwar, aber zu einer Realität.

Das Unbekanntes, das Andere annehmen und nicht analysieren und messbare Beweise fordern – das ist Glaube. Dieser Glaube wird bei den Seelenpartner-Übungen erforderlich sein. „Ich glaube“ zu sagen, reicht jedoch nicht aus. Der Weg zum Glauben führt durch den Zweifel hindurch, und der stellt sich bei den Übungen schnell ein.

Diese Erlebnisse fordern nicht nur den Glauben. Sie machen auch Angst; besonders die ersten Erfahrungen. Ist es gut so, bereitet die Seele so behutsam auf das Weiter vor?

Einladung in der Seelenpartner-Erkennung

Wer an einem Thema – hier dem Seelenpartner – gewissenhaft arbeitet, wer nicht nach den spirituellen Ein-paar-Minuten-Fertigsuppen sucht, wer das aus seiner inneren Sehnsucht heraus macht, dessen Seele hat ihn bereits eingeladen.

Wer dann nichts überstürzt, wer nicht drängt, wer auf die innere Stimme achtet, der wird Schritt für Schritt weitergeleitet werden. Seine Seele hat ihn eingeladen, seine Seele wacht über ihn.

Das Meisterstück besteht darin, die Einladung der Seele von dem Wunschdenken des Verstandes zu unterscheiden. Das Wunschdenken ist immer dabei, der Wunsch wird nun mal erst im Verstand in Worte gekleidet, auch wenn der Ursprung im Bauch, im Herzen oder in der Seele liegt. Die entscheidende Frage, ist die Frage nach der Quelle: Ist sie auch oder ist sie nur im Verstand? Im zweiten Fall wäre es reines Wunschdenken.

An Meisterstücken muss gearbeitet werden, sollen sie ein echtes Meisterstück werden. Die Begutachtung der Arbeit darf nicht dem Verstand überlassen werden; darüber entscheidet die Seele. Dazu achtet sie auch auf den Grad der Verantwortung bei dieser Arbeit.

Set und Setting in der Seelenpartner-Erkennung

Mit Set ist der Mensch mit seiner Verfassung gemeint. In der Seelenpartner-Arbeit also zunächst der Seelenpartner, der die Initiative ergreift. Setting meint die gesamte Umgebung, die sich natürlich von der Umgebung in der Drogenszene unterscheidet.

Werden Set und Setting in den Seelenpartner-Übungen nicht beachtet, sind die Folgen nicht so drastisch. Nur die Verantwortung, die bleibt. Sie wächst sogar, wenn es einem Menschen gelingt, seinen Seelenpartner – ob es der wahre Seelenpartner ist oder der vermeintliche – zu den Übungen zu zwingen.

Vielleicht helfen einige Fragen dazu, wobei ich es einfach mache und die Fragen zum Set und zum Setting zusammenfasse:

  • Warum will ich erfahren, ob ein Mensch mein Seelenpartner ist? Was erwarte ich davon?
  • Warum will ich die karmischen Bilder wahrnehmen?
  • Wie will ich sie gebrauchen?
  • Nehme ich mir Zeit und habe ich Geduld oder erwarte ich gleich die Ergebnisse?
  • Bin ich bereit, mich und meinen Partner als Täter und als Opfer in den Vorleben liebevoll anzunehmen?
  • Bin ich dann frei von Rachegefühlen oder Forderungen nach einem Ausgleich?
  • Kann ich vergeben?
  • Bin ich bereit, auch die Prüfungen durchzuführen, die meine Empfindungen als reines Wunschdenken entlarven könnten?
  • Zwinge ich meinen Partner oder Seelenpartner zu den Übungen?

Der Zwang auf den Seelenpartner kann sehr subtil sein. Ich meine damit nicht so plumpe Methoden wie „Wenn du mich liebst, dann …“. Es gibt Spielarten, die so raffiniert sind, dass sie keinem der Beteiligten als Zwang bewusst werden.

Subtil, subtiler, nicht bewusst – ein Zwang ist und bleibt ein Zwang. Er führt zu Konsequenzen, die der Verstand vielleicht nicht akzeptieren möchte. Die Seele interessieren die Wünsche, Spiele und Erklärungen des Verstandes nicht. Sie hört ihm nicht zu, denn die Seele weiß es wirklich. Sie geht nicht der Verantwortung aus dem Weg, auch wenn das in manchen Fällen erst im Zwischenleben manifest wird.

Karma und Liebe

Gottes Mühlen mögen langsam mahlen. Aber sie mahlen. Die Seele ist das Göttliche des Menschen. Sie ist es also, die da mahlt, die sich der Verantwortung stellt und ihren Menschen miteinbezieht. Die Seelenpartner-Übungen geben eine gute Chance, sich mit der Arbeitsweise dieser Mühlen zu beschäftigen, die nichts anderes sind, als das Karma. Doch so wie die Mühle nicht jedes Korn vermahlen muss, so muss nicht jede Tat karmisch nochmals durchlebt werden.

Könnte jedes Töten nur durch den eigenen gewaltsamen Tod gesühnt werden, würde auch die Ewigkeit nicht ausreichen, um das Karma abzuarbeiten. Denn jedes Töten braucht einen Täter. Und der wieder einen Rächer. Und so weiter. Unendlich.

Die Lösung liegt in der Einsicht und in der Liebe [3]. Kein ganz einfacher Weg, wie es die Bibel belegt. Die Idee der Feindesliebe gibt es erst im Neuen Testament. Sollten in der Seelenpartner-Arbeit Opfer-Täter-Themen an die Oberfläche gelangen, ist es ein Grund zur Freude. Nur gereifte Seelen stellen sich diesen Themen und finden die Liebe darin.

Seelenpartner-Seelen können daran sehr gut arbeiten. Es ist eine gemeinsame Arbeit am Karma. Es ist Liebe.

Respekt der Seele gegenüber

Nun muss der Seelenrespekt nicht mehr breit erläutert werden, zieht er sich doch wie ein roter Faden durch die bisherigen Ausführungen. Es ist der Respekt vor dem Menschen und vor seiner Seele. Es ist die Akzeptanz dessen, dass wir keinen Menschen „wirklich und echt“ kennen, nicht einmal uns selbst: Wie sollen wir erst eine Seele und ihre Pläne mit dem Verstand allein ergründen?

Seelenrespekt bedeutet zweierlei: Ich überlasse die Führung meiner Seele, ich achte sie also. Und ich achte die Seele des anderen Menschen, indem ich ihn nicht zwinge. Das gehört zum Meisterstück.

Im Folgebeitrag gehe ich konkreter auf die Übungen ein: das Lachen, die möglichen Ängste, den Weg zum Glauben durch den Zweifel hindurch. All das hilft dabei, am Meisterstück zu feilen. Es wird erforderlich sein, denn obwohl die Prüfungskommission aus einer einzigen Instanz besteht, ist sie sehr streng. Und gerecht. Es ist die eigene Seele.

---
Hilfreiches zum Thema
[1] Seelenpartner und karmische Bindungen erkennen - Die Augen und die Seele
[2] Meine Arbeit als Seelenpartner-Berater
[3]
Seelenpartner als Opfer und Täter - Geschichten, die die Liebe schreibt

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
Ich lade herzlich zum Bezug des Newsletters ein ...

Jan Schneider, Autor