Seelenpartner und karmische Bindungen erkennen - Die Augen und die Seele

Die Seele

»Die Augen und die Seele«, Teil 1

Die überwältigenden Gefühle beim ersten Kontakt mit einem Menschen – Liebe, Geborgenheit, Angenommensein, Verständnis – sind leider kein Garant dafür, dass es sich bei dem Gegenüber um einen Seelenpartner handelt. Nur zu oft folgt der anfänglichen Liebe das Leid.

Den Seelenpartner zu erkennen, ist eine schwierige Aufgabe. Zu einer wahren Seelenpartnerschaft im karmischen Sinne gehört etwas mehr, als nur die eine oder andere Begegnung in einer gemeinsamen Inkarnation. Nicht jede karmische Bindung ist auch eine Seelenpartnerschaft. Aus einer karmischen Bindung kann zwar eine Seelenpartnerschaft werden. Ist sie aber nur eine Bindung, bringt sie Leid, Schmerz, Trauer und Verzweiflung, solange die Hintergründe nicht erkannt werden.

So ist das Erkennen des Seelenpartners zwar keine leichte, aber eine wichtige Aufgabe, wenn beim Kennenlernen eines Menschen das Gefühl aufkommt, es könnte sich um einen Seelenpartner handeln. Dieses Erkennen kann viel Leid ersparen.

Wann schreibst du endlich darüber?! Und mein Zögern

Ich kündigte bereits an zwei Stellen an, dass ich eine Augen-Methode zum Erkennen karmischer Bilder beschreiben werde, mit der sich somit auch der Seelenpartner erkennen lässt. Und ich zögerte.

Ich zögerte, da ich an meine eigenen und die Erfahrungen anderer Menschen denken muss, die diese Augenmethode praktizieren. Ich selbst habe erfahren müssen, wie beherrschend das Wunschdenken sein kann, wie leicht ich mich in den jüngeren Jahren frank und frei gesagt – selbst belogen habe.

Ich übte allein und mit einem Partner, ich verzweifelte zunächst, aber nach und nach staunte ich. Und erschrak auch manchmal dabei. Mit den Jahren und mit dem Mut zum ehrlichen Hinterfragen baute ich praktische Absicherungstechniken ein, damit ich mit dem vorwitzigen Verstand und seinem allmächtigen Wunschdenken korrekt umgehen kann. Damit mein Herz und meine Seele die Regie führen und nicht der Verstand.

Mittlerweile kenne ich Singles und Paare, die diese Methoden anwenden und die Erfahrungen bestätigen. Aber auch die Warnungen, die ich ihnen auf den Weg gab.

Bevor ich mit der Beschreibung der Methoden für das Wahrnehmen karmischer Bilder und die Erkennung des Seelenpartners beginne, muss ich daher auf folgende Punkte genauer eingehen (dafür reicht dieser Beitrag nicht aus):

  • Umgang mit dem Wunschdenken
  • Ehrlichkeit, Ernsthaftigkeit, Geduld, Verantwortung
  • Set und Setting, Seelenrespekt
  • Lachen, Zweifeln, Angst – Annehmen lernen
  • Wenn die Bilder beunruhigen
  • Wenn sich Dritte melden
  • Unbedingte Akzeptanz der Ängste des Partners

Karmische Bindung, Seelenpartnerschaft oder anderes

Die Seele vergisst nicht, wenn sie in einem neuen Körper inkarniert; sie nimmt ihre Erfahrungen mit. Der Verstand beginnt seine Existenz immer von Neuem. Begegnen sich zwei Seelen, die sich bereits aus den Vorleben kennen, so erkennen sie sich; nicht aber notwendigerweise der Verstand. Denn das große Vergessen am Beginn einer Inkarnation betrifft auch die menschlich-seelischen Begegnungen.

Mit der fortschreitenden Reifung der Seele und des Menschen kommt jedoch eine Ahnung auf. Die Seele lässt ihren Menschen an ihrem Wissen teilhaben. So kann es auch sein, dass bei einer Begegnung mit einem Seelenpartner die Erinnerung bewusster wird. Sie kann sich in dem Gefühl äußern, sich schon ewig zu kennen – ewig, da nicht durch eine Begegnung in diesem Leben.

Ist das der Fall, so gibt es immer noch eine entscheidende Frage: Ist es ein Seelenpartner oder nur eine karmische Bindung? Es kann aber auch etwas anderes sein.

Enttäuschen ist Ent-täuschen, ist nicht täuschen lassen

Wird eine karmische Bindung mit einer Seelenpartnerschaft verwechselt, ist die Enttäuschung unweigerlich. Diese Enttäuschung ist sehr gut, entlarvt sie doch die Täuschung. Sie führt zu einer Ent-Täuschung. Sie führt dazu, dass nicht mehr getäuscht wird.

Doch nicht nur das Erkennen einer karmischen Bindung kann dieses Enttäuschen bedeuten. Es kann sein, dass sich weder eine karmische Bindung noch ein Seelenpartner in der Seele des Menschen befindet, der zu den überwältigenden Gefühlen der Liebe führte. Gründe dazu gibt es sehr viele und ihre Betrachtung würde den Rahmen sprengen. Ein Hinweis nur:

Oft wird – unbewusst – in dem Partner die Mutter oder der Vater gesucht. Erinnert ein Mensch daran, und es muss nicht immer eine äußere Ähnlichkeit sein, führt das zu einer Bindung. Das ist weder gut noch schlecht, das ist eher ein alltäglicher Vorgang. Wird jedoch in dem Gegenüber ein Seelenpartner vermutet, sind Probleme vorprogrammiert.

Ehrlichkeit und Ernsthaftigkeit

Ob die oberen Ausführungen überzeugen oder zum Widerspruch anregen: Der Verstand will wissen, ob es ein Seelenpartner ist. Das ist o. k. Und sogar erforderlich, wenn das Leid mit einem vermeintlichen Seelenpartner vermieden werden soll.

Das wirkliche Kriterium einer Seelenpartnerschaft ist die Agape. Auf die Agape, die höchste Form der Liebe [1], wird immer wieder in den Seelenpartner-Texten hingewiesen. Doch die Agape zu erkennen, ist kein leichtes Unterfangen.

Gibt es also keine leichteren Methoden, den Seelenpartner zu erkennen?

Ja, die gibt es. Aber …

Aber es gibt keine Blitzmethoden. Es reicht nicht aus, ein paar einfache Fragen zu beantworten, um eine Gewissheit über eine Seelenpartnerschaft zu erlangen. Es reicht nicht aus, einen Platz in der Wohnung für den Seelenpartner zu errichten und zu glauben, nun kommt er endlich. Und über den Sinn von Seelenpartner-Tests [2] habe ich aufgrund einiger Fragen darüber ebenfalls etwas geschrieben.

Ein Seelenpartner ist eine Seele, mit der ein Mensch durch dick und dünn, durch Opfer- und Täter-Leben, durch Leid und Schmerz, durch Liebe und Aufopferung gegangen ist. Hand aufs Herz: Eine Seelenpartner-Seele mit Ungeduld, mit Druck oder mit einem simplen Test ausfindig zu machen oder zu beschwören, das ist kein ehrlicher und ernsthafter Zugang zu einer Menschenseele.

Verantwortung und Mitverantwortung

Hier spielt auch die Verantwortung mit ein. Angenommen, aufgrund eines Tests oder einer fremden Auskunft wird in einem Menschen ein Seelenpartner gesehen, obwohl es keiner ist – oder umgekehrt. Die Verantwortung für die Probleme, das Leid, die Enttäuschungen oder die verlorene Zeit, die daraus resultiert, kann nicht auf einem Klageweg abgewälzt und ein Schadensersatz angefordert werden.

Im Extremfall kann eine falsche Auskunft zum Bruch einer bestehenden und einigermaßen oder sogar gut funktionierenden Beziehung führen. „Dein Mann / Deine Frau ist kein Seelenpartner. Dein Seelenpartner ist der Mensch, den du jetzt kennengelernt hast.“ Wenn der irdische Partner daraufhin verworfen wird … Wenn der irdische Partner doch der Seelenpartner ist …

Ist der Mensch, der solche Auskünfte erteil, mitverantwortlich?

Das ist immer mein Dilemma der Beratungen nicht nur der spirituellen Art oder die Seelenpartner betreffend. Ich muss meine Aussagen vor mir selbst verantworten können und hoffe, dass meine Seele im nächsten Zwischenleben in etwa folgendes Resümee ziehen kann: „Nun ja, dies und das hätte ich besser machen können. Aber unterm Strich war das Leben schon in Ordnung.“

Set und Setting, Einladung und Seelenrespekt

Ich wähle in einem Seelenpartner-Text bewusst einen mit Gefahren besetzten Begriff. Es muss sein.

Wie bereits erwähnt, können bei den Seelenpartner-Übungen Ängste aufkommen. Sie sind ernst zu nehmen – als eine Ermahnung der Seele, sich doch noch in Geduld zu üben und nichts zu forcieren. Damit die Ängste optimalerweise erst gar nicht aufkommen, ist ein Seelenrespekt unabdingbar. Damit meine ich den Respekt, der einer jeden Seele zu erweisen ist, der eigenen und allen anderen.

Die Schamanen wussten und wissen darum, auch wenn sie es nicht so nannten. Timothy Leary, der amerikanische Psychologe, psychedelischer Guru, von manchen für einen der gefährlichsten Menschen der Welt erachtet, von anderen verehrt, prägte dafür den Begriff „Set und Setting“. In der phytotherapeutischen und der schamanischen Ausbildung wurde ich mit einem ähnlichen Prinzip konfrontiert: „Warte ab, bis dich eine Pflanze oder ein Tier einlädt. Arbeite erst dann mit ihr oder mit ihm.“

In der Arbeit mit den Pflanzen (um Missverständnissen vorzubeugen: nur für mich selbst), ob es das Ansetzen von Tinkturen oder der Zugang zu ihnen in der Natur ist, beachte ich immer dieses Prinzip. Ich gebe ehrlich zu - ich traue mich nicht, mich an diese Welten und Wesenheiten ohne den Respekt zu wenden, der mit Set und Setting angedeutet wird.

Umso mehr beachte ich das in allen Arbeiten mit Menschen, in der immer die Seele des Mitmenschen im Mittelpunkt steht. In der Seelenpartner-Arbeit ist die Seele sogar in der Bezeichnung der Arbeit enthalten. Hier ohne Seelenrespekt zu arbeiten, wäre eine Methode mit karmischen Folgen einer Art, an der ich keinen Bedarf habe.

Dieser Seelenrespekt hat sich ausgedehnt. Er betrifft heute Menschen, Pflanzen und Tiere und zweifelt daran, dass der Rest nur eine sogenannte unbelebte Natur ist. Er betrifft nicht nur den Hund, die Katze oder das Pferd. Auch die kleinen summenden und so lästigen Gesellen kann ich nicht mehr ruhigen Gewissens in die nächste Inkarnation befördern – angedeutet in „Fliegen, Bienen und Außerirdische“ [3].

In dem Folgebeitrag erläutere ich, wie Set und Setting oder Seelenrespekt bei der Erkennung des Seelenpartners zu beachten sind, damit das Erkennen gelingen kann.

---
Hilfreiches zum Thema
[1] Seelenpartner und Liebe: Eros (Begehren, Sexualität), Philia (Freundschaft) und Agape (göttliche Liebe)
[2] Können Seelenpartner-Tests helfen?
[3] Fliegen, Bienen und Außerirdische - Die Seele und die Tiere

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
Ich lade herzlich zum Bezug des Newsletters ein ...

Jan Schneider, Autor