Spiritualität und die Seelenantworten im Tarot

Spiritualität

Im Einführungsartikel zu den Seelenantworten wurde auf die Möglichkeiten der Seelenbefragung hingewiesen, die einfach und in Eigenregie erfolgen können. Die schnellste dieser Methoden ist die Seelenantwort mit Hilfe des Tarot.

Diese Tarot-Seelenantwort ist nicht nur für akute, dringende Fragen geeignet. Sie hat sich auch sehr gut bewährt, wenn es darum geht, die persönlichen Themen eines Tages zu erfahren. Diese Tageslegung eröffnet gleichzeitig eine sehr gute Möglichkeit, den Zugang zu der eigenen Seele einzuüben und zu stärken. Doch das am Ende dieses Beitrags, nun zu der Legung selbst.

Die Frage an die Seele

Die Frage, die wir mit dieser Tarotlegung beantworten wollen, ist eine Frage an die Seele und das Tarot ist das Medium, welches uns die Antwort übermittelt. Obwohl auch diese Seelenantwort in den Tarot-Symbolen erfolgt, kann ihre Bedeutung wesentlich leichter in die Alltagssprache übersetzt werden, als das bei den anderen Methoden der Seelenantworten der Fall ist.

Mit jeder erfolgten Tarotlegung tritt die Bedeutung der Symbole deutlicher zutage, die Übersetzung in die Alltagssprache fällt leichter und sicherer. Besonders dann, wenn diese Legung für das Tagesthema angewandt wird, denn die wahre Bedeutung der Symbole beginnt sich bereits am selben Tag zu enthüllen.

Vorbereitung auf die Legung

Tarot

Da wir an unsere Seele herantreten wollen, sollten wir ihr etwas Respekt entgegenbringen. Zwar wird sie uns nicht bestrafen, wenn wir dies nicht tun, doch weiß sie dann, dass wir nicht wirklich an ihrer Weisheit interessiert sind, was dazu führt, dass sie uns den Zugang verwehrt.

Für diesen Respekt ist kein Hokuspokus erforderlich, keine Zeremonie, kein Ritual. Sollten wir dennoch ein kleines Ritual als richtig empfinden, so können wir es natürlich durchführen. Wirklich erforderlich ist aber das Bewusstsein dafür, dass wir an unsere Seele herantreten, dass wir daher an unserer Spiritualität arbeiten.

Dieser Respekt gelingt leicht, wenn wir uns eine Minute Zeit nehmen und uns auf die Frage konzentrieren. Bei der Legung zum Tagesthema ist das sehr einfach: Es geht einfach darum, was uns der Tag zeigen will oder wollte, falls wir diese Legung nicht am Morgen, sondern am Abend durchführen. Befragen wir die Seele hingegen zu einem Ereignis oder einem Menschen, so konzentrieren wir uns auf die Frage danach, was uns dieses Ereignis oder dieser Mensch zeigen wollte.

Wie die Karten ziehen und legen

Mit dieser Konzentration beginnen wir das Mischen der Karten. Dadurch lassen wir unsere Energie in die Karten fließen. Das Mischen ist beendet, wenn wir den Eindruck haben, dass es reicht. Ob das nur wenige Sekunden sind oder vielleicht eine halbe Minute, das hängt nur von uns selbst ab. Nach dem Mischen werden die Karten auf dem Tisch aufgefächert hingelegt. Es spielt keine Rolle, ob die Karten mit der linken oder mit der rechten Hand gezogen werden oder wie wir uns verstandesmäßig für die zu ziehenden Karten entscheiden.

Denn die Karten wählt unsere Seele!

Mit jeder Legung wird dies deutlicher und bewusster. Unser Vertrauen in die Seele steigt und wir werden die drei Karten immer spontaner ziehen können.

  • Die Bedeutung der ersten gezogenen Karte: „Das Thema. Worum geht es wirklich?“ Diese Karte wird zunächst unaufgedeckt oben hingelegt.
  • Die Bedeutung der zweiten Karte: „Was ist zu tun?“ Diese Karte wird ebenfalls unaufgedeckt links unterhalb der Thema-Karte abgelegt.
  • Die Bedeutung der dritten Karte: „Was ist nicht zu tun?“ Diese Karte wird rechts unterhalb der Thema-Karte abgelegt.
  • Zum Schluss wird die unterste Karte aus dem Stapel gezogen und unaufgedeckt neben den drei gezogenen Karten abgelegt. De Bedeutung dieser Karte: „Das schwingt mit“.

Nun werden die gezogenen Karten umgedreht. Dieses Umdrehen erst nach der Ziehung aller Karten hilft dabei, uns auf die Fragestellung zu konzentrieren und nicht vorzeitig in Spekulationen über mögliche Bedeutungen abzugleiten.

Die Thema-Karte

Diese Karte deutet auf den wahren Grund des Ereignisses oder das Thema des Tages hin. Wir erfahren also, worum es tatsächlich geht. Und es ist nicht immer das, was uns unser Verstand vorgaukelt. Vielleicht hatten wir eine Auseinandersetzung mit der Partnerin und unsere Seele präsentiert uns die Karte „Der Teufel“? Dann wissen wir, dass nicht die Partnerin der Grund ist, sondern eher unser Verhältnis zu der Mutter und vielleicht der Wunsch nach der Anerkennung? Natürlich heißt das nicht, dass der Teufel mit der Mutter gleichbedeutend ist. Es ist lediglich die hauptsächliche systemische Bedeutung der Karte „Der Teufel“.

Die unterste Karte vom aufgefächerten Stapel stellt eine Ergänzung des Themas dar. Sie muss nicht gezogen werden und anfänglich ist es auch empfehlenswert, sich nur auf die drei Karten zu konzentrieren.

Die Tun-Karte

Mit dieser Karte offenbart uns unsere Seele, was wir tun sollten. Sollten! Wir müssen es nicht tun, es bleibt unsere Entscheidung. Es ist eine Bereicherung im Leben, wenn wir im Nachhinein die Ergebnisse unseres Tuns mit der Bedeutung dieser Karte vergleichen. Die Seele und das Tarot sind sehr gute Lehrmeister. Und nicht selten arbeiten sie mit einem Humor, der uns das Leben der Spiritualität sehr erleichtert.

Hier sind die Karten grundsätzlich positiv zu deuten. Das gilt auch für die Karten, die zunächst negativ anmuten, wie z. B. der Tod, der Turm oder der Teufel. Die Polarität ist nun mal allgegenwärtig und natürlich ist diese Polarität auch in den Tarotkarten enthalten.

Die Nicht-Tun-Karte

Davon rät uns unsere Seele ab. Doch auch hier bleibt es uns überlassen, ob wir uns daran halten. Und auch hier ist es lehrreich, wenn wir unser Tun oder Nicht-Tun im Nachhinein im Hinblick auf die Aussagen dieser Karte überprüfen.

Sollte hier eine Karte auftauchen, die wir als grundsätzlich positiv bewerten, so dürfen wir nicht vergessen, dass es sich hier um ein Nein handelt. Die Karte „Die Liebenden“ würde an dieser Stelle nicht bedeuten, dass Emotionen schlecht wären. Es würde darauf hindeuten, dass hier andere Qualitäten gefragt sind, nämlich die der Tun-Karte.

Sollte die Tun-Karte eine Schwerter-Karte sein, so wissen wir, dass wir in diesem Fall primär unseren Verstand gebrauchen und uns nicht in den Emotionen verlieren sollten. Mit Stäben auf der Tun-Karte würde uns unsere Seele nahelegen, endlich mit dem Tun zu beginnen.

Einübung und Stärkung des Seelenzugangs

Die Stärkung des Seelenzugangs kann besonders gut geübt werden, wenn wir diese Tarot-Legung auf das Tagesthema anwenden. Denn oft bekommen wir noch am selben Tag die Hinweise darauf, wie die Karten gemeint waren, was uns also unsere Seele mitteilen wollte. Eine Übung, die wirklich den Meister macht.

Die Legung zum Tagesthema kann dabei entweder am Morgen oder erst am Abend erfolgen. Ob jedoch am Morgen oder am Abend; wenn wir diese Legung öfter anwenden, wird unser Gefühl für die Seele und ihre Sprache geschärft. Anwenden heißt in diesem Fall, dass wir die Legungen mit unseren Entscheidungen, mit unserem Tun und mit dessen Folgen vergleichen.

Keine Angst vor schlechten Karten - die gibt es nicht

Es gibt im Tarot Karten, die gerne als negativ oder als schlecht betrachtet werden. Der Teufel, der Tod, der Gehängte, der Turm, das Gericht, die V der Münzen, die III oder die X der Schwerter dürften solche Karten sein. Auch diese Karten offenbaren die Polaritäten unserer Welt. Und als die Tun-Karte müssen sie positiv interpretiert werden.

Der Tod würde uns dazu ermahnen, das zu beenden, was uns in der Thema-Karte präsentiert wurde. Der Gehängte mahnt zu einer Umkehr im bisherigen Tun oder im Denken. Der Teufel legt z. B. nahe, sich mit dem Thema Abhängigkeiten, Unfreiheiten, Festhalten etc. zu beschäftigen. Und mit der III der Schwerter sollen wir nicht die Gefühle oder das Herz eines Menschen außer Acht lassen, sondern uns in diesem konkreten Fall auf den Verstand besinnen. Die Details werden durch die anderen Karten spezifiziert.

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