Wenn die Seele spricht – Seelenantworten in geführten Bilderreisen

Spiritualität

Die Seelenantworten sind die Methode schlechthin, wenn es um eine Antwort auf eine wichtige Frage geht. Steht eine Entscheidung an? Scheint ein Ereignis völlig sinnlos, ungerecht, unverdient? Fragen wir uns, was der Sinn einer Begegnung mit einem Menschen war, vielleicht einer heftigeren Auseinandersetzung? Wollen wir wissen, wie wir mit diesem Menschen nun am besten umgehen sollten?

Die Fragestellung

Die Seele kennt die korrekten Antworten. Nur sie posaunt es nicht heraus. Oder wir nehmen die Antworten nicht wahr, da sie durch unseren Verstand als Unsinn abgetan werden. Denn in Seelenfragen ist er ein schlechter Berater. Hier ist er gleichsam ein Handlanger des Egos auf der schlechten Seite der Polarität.

Oft werden Fragen bezüglich der weiteren beruflichen Schritte gestellt oder bezüglich der Entwicklung von Beziehungen. Auch die Familie oder das Geld sind die Fragen, nach denen in der Seele die Antwort gesucht wird.

Die Erarbeitung der Frage ist ein sehr wichtiger Schritt. Die Frage darf kein konkretes Ergebnis in Bezug auf andere Menschen vorwegnehmen. Die Seele danach zu fragen, wie wir den Partner zu einer Handlung oder einem Wandel bewegen könnten, wird nicht von Erfolg gekrönt. So würden wir auch keine Seelenantwort-Sitzung beginnen. In diesem Fall könnte gefragt werden, was der Sinn eines bestimmten Zustands in der Partnerschaft ist. Wie wir einen gemeinsamen Weg in der aktuellen Phase der Partnerschaft gehen könnten, wäre eine bessere Alternative. Am mutigsten ist es allerdings zu fragen, was der eigene nächste Schritt in der Partnerschaft wäre.

Die gemeinsame Erarbeitung der Frage setzt bereits einen Klärungsprozess in Gang, der eine gute Basis für die nun folgende Bilderreise in die Seele bildet.

Tranceähnlicher Zustand – das Vertrauen in die Seelenführung

Für die Seelenantwort ist ein tranceähnlicher Zustand erforderlich, damit die Symbolsprache der Seele leichter ins Bewusstsein steigen kann. Dieser Zustand kann auch ohne Hypnose erreicht werden. Entscheidend ist das Vertrauen in die Führung durch die eigene Seele, in die eigene Spiritualität.

Die Sitzung beginnt mit einer Entspannung. Optimal ist ein ruhiger und nicht zu kalter Raum mit einer bequemen Liegemöglichkeit. Eine leichte Zudecke leistet sehr gute Dienste, wohingegen eine noch so sanfte Hintergrundmusik sich als störend erweist. Wer bestimmte Räucherdüfte mag, kann auch damit arbeiten, jedoch am besten den Raum bereits vorher ausräuchern, da die Seele manchmal Gerüche hervorholt, die bei einer zu starken Räucherung untergehen können.

Ist der Seelenreisende entspannt, so beginnt der Kontakt mit der Seelenführung. Unter Anleitung beginnt eine Konzentration auf die Seele oder auf das Unbewusste. Dem folgt eine Bitte um eine Antwort auf die Eingangsfrage, die zunächst vom Leiter und dann vom Seelenreisenden wiederholt wird.

Nach meist einer sehr kurzen Zeit stellt sich der tranceähnliche Zustand ein. Es ist ein Zustand, der aus der Rückführungstherapie als elliptisches Bewusstsein bekannt ist. Mit diesem Bewusstsein ist es möglich, im Hier & Jetzt zu verbleiben und die Kontrolle über das Geschehen zu behalten und gleichzeitig in das Dort & Damals abzutauchen, in dem die Seelenbilder wahrgenommen werden können.

Der Durchgang

Nun wird der Seelenreisende nach seinen inneren Empfindungen gefragt. Eine sehr wichtige Aufgabe des Leiters besteht darin, dem Ego des Verstandes nicht die Oberhand gewähren zu lassen, denn gerade bei Erstreisenden tauchen gerne Zweifel auf, dass solche Bilder doch nicht sinnvoll seien. Die Seele hat kein Problem mit den anderen Realitäten, es ist ihre normale und gewohnte Umwelt. Der Verstand, um es deutlicher auszudrücken, ist dafür zu beschränkt.

Hier zeigt sich deutlich die Verwandtschaft der Seelenantworten mit den schamanischen Andersweltreisen, in denen der Alltagsverstand ebenfalls zurücktreten muss, da ihm die Anderswelten nicht zugänglich sind.

Nach dem Auftauchen der ersten Eindrücke wird die innere Umgebung erkundet. Sinn dieser Arbeit ist neben dem besseren Einfühlen in diese Bilder die Ankerung des Geschehens. Manche Seelenreisende sind von der Bilderflut so überwältigt, dass sie am liebsten alles bereisen würden und dadurch die Eingangsfrage vergessen.

Sind die Bilder, Geräusche, Töne, Licht oder andere Empfindungen verankert, beginnt die Suche nach einem Durchgang. Der Durchgang kann eine Tür oder ein Tor eines mittelalterlichen Schlosses sein. Doch es kann genauso gut ein kleines Erdloch sein, ein Höhleneingang, ein Durchblick in einem Gebüsch. Die Seelenbilder sind hier überreich, da sie keiner Begrenzung durch den Verstand unterliegen.

Die Art des Durchgangs gibt die ersten Hinweise auf den Weg zum Ziel der Reise, auf den ersten Schritt dorthin, auf die Art und Weise, wie der Weg gegangen wird, welche Qualitäten erforderlich sind. In der Sitzung ist der nächste Schritt das Bewältigen des Durchgangs. Neben dem Betätigen einer Klinke oder dem Aufheben eines als Blume getarnten Schlüssels kann das auch ein beherzter Sprung von einer Steilklippe in den Ozean sein. Um sanft auf einem großen Wal zu landen und sich zuerst auszuruhen.

Der Weg und die Wesen

Nun wird nach einem Weg gesucht. Daher wird die Eingangsfrage nach dem Schema formuliert „Zeige mir den Weg …“. Der Seelenreisende begibt sich auf den Weg, auf dem die inneren Sinne sehr aufmerksam den Weg und die Umgebung wahrnehmen müssen.

Gibt es Tiere? Sind es Vögel, Fische oder Landtiere? Wie ist das Verhältnis zum Reisenden, nehmen sie ihn wahr? Fliehen sie vor ihm oder gehen sie auf ihn zu? Wandern sie in eine bestimmte Richtung? Sind sie lieb oder bereiten sie eventuell Angst?

Sind Menschen zu sehen? Auch hier müssen sie genauer beobachtet werden, wie das bei den Tieren der Fall ist. Bekannte Menschen sind sehr selten, meistens geht es um bestimmte Eigenschaften dieser Menschen oder um die Tätigkeiten, denen sie nachgehen.

Und da dies ein Reich der Seele ist und nicht des Verstandes, begegnet hier der Seelenreisende oft auch Fabelwesen, Menschen aus alten Zeiten, Zwergen, Gnomen, Elfen etc. Es kann auch ein Jäger sein, der an den Opa erinnert. Oder eine Lichterscheinung, die nicht immer an einen Engel erinnern muss.

Neben den Wesen sind die Behausungen sehr wichtig. Diese sollten genauer untersucht werden, hier verbergen sich oft sehr gute Hinweise für den Seelenreisenden.

Fragen an das Hilfswesen

Der Seelenreisende kann dazu ermuntert werden, einem ihm wohlgesonnen erscheinenden Wesen Fragen zu stellen. Nicht selten erhält er dadurch wertvolle Hinweise. Nur sollten diese Hinweise nicht sofort überprüft werden, vor allem nicht mit dem Verstand. Dafür ist die Zeit nach der Seelenantwort besser geeignet.

Wenn das hilfreiche Wesen eine Empfehlung für den weiteren Weg gibt, so sollte dieser Weg gegangen werden. Sehr wichtig sind auch Antworten in Form einer Frage. Diese Frage sollte vom Leiter protokolliert werden, denn in aller Regel ist das eine sehr wichtige Frage, der sich der Reisende im Leben stellen sollte. Nur ist sie– wie alles in den Seelenantworten – zunächst symbolhaft verschlüsselt.

Deutungsarbeit

Die Seelenantwort wird beendet, wenn der Seelenreisende den Eindruck hat, er habe nun genug erfahren. Fast immer endet die Seelenantwort auf diese Art und Weise. Danach wird der Reisende sanft und langsam aus dem elliptischen Bewusstsein in die Alltagsrealität zurückgeholt.

Sehr empfehlenswert ist es, einige Minuten liegen zu bleiben und erst allmählich zurückzukehren. An diesem Tag sollten keine weiteren Arbeiten geplant werden, die eine erhöhte Konzentration erfordern. Optimal ist es, wenn der Rest des Tages zur freien Verfügung steht.

Denn die Bilder, die durch die Seele an die Oberfläche gebracht wurden, beginnen erst jetzt zu arbeiten. Und sie können lange arbeiten. Es können Tage sein, Wochen und auch Monate.

Die Deutungsarbeit ist die schwierigste Arbeit. Denn reines Wunschdenken oder der Verstand allein sind hier nicht hilfreich. Wichtig ist die Erinnerung an die Emotionen aus dem Seelenweg; sie helfen sehr gut bei der anstehenden Deutungsarbeit.

Hier muss immer darauf geachtet werden, dass die Symbole nicht nur in ihrer archetypischen, also einer eher allgemeingültigen Bedeutung auftauchen. Sie müssen auf ihren individuellen, durch die eigenen Lebenserfahrungen des Reisenden geprägten Sinngehalt untersucht und gedeutet werden.

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Zu den Beispielen einiger Seelenantworten ...

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
Ich lade herzlich zum Bezug des Newsletters ein ...

Jan Schneider, Autor