»Die Seele weiß es« und Selbstvertrauen

Die Seele weiß es

Was weiß die Seele? Was hat die Seele mit unserem Selbstvertrauen zu tun? Und was ist sie? Wir wollen keinen wissenschaftlich-religiösen Disput führen. Damit wir jedoch wissen, wovon hier die Rede ist: Die Seele ist das Höhere Selbst, das Göttliche oder das Unsterbliche in uns.

Wissen und Weisheit

Was weiß die Seele? Die einfache Antwort: Alles, was mich selbst betrifft. Wirklich alles. Und da es für die Seele kein Unbewusstes gibt, kennt sie unsere bewussten und unbewussten Wünsche, Sehnsüchte, Bedürfnisse, Sorgen, Ängste, Erfahrungen, Prägungen. Nicht nur dieses Lebens, sondern auch unserer früherer Leben.

Wissen bedeutet allerdings nicht Weisheit. Würde großes Wissen (also Information) große Weisheit bedeuten, dann wären die Computer die Weisen dieser Welt.

Die Seele verfügt über eine Weisheit, mit der sie aus dem unvorstellbar großen Wissen, nur das in unser Bewusstsein hebt, womit wir gerade in diesem Lebensmoment umgehen können.

Würden wir das gesamte Seelenwissen auf einmal erfahren, wären wir unmöglich in der Lage, all das zu verarbeiten. Wir hätten all das, was wir als schlecht bezeichnen, nicht ertragen können. Denn wir hätten in dem vermeintlich Schlechten keine Erfahrungen sehen können, die zu unserem Leben und Lernen gehören.

Die Seelensprache

Da unsere Seele darum weiß, was für uns in jedem Lebensaugenblick richtig und dienlich ist, was uns nicht überfordert, erhalten wir den Zugang zu unserem eigenen Wissen in passenden Häppchen.

Dazu bedient sich die Seele einer Sprache, die diesen sanften, leisen, weisen, uns nicht überfordernden, sondern uns fördernden Zugang zu unserem Wissen ermöglicht. Es ist keine Sprache der gegenwärtigen oder der gewesenen Welt. Es ist eine Sprache, die jeder Mensch begreifen kann.

Die Seele spricht in Symbolen.

Erst die Symbolsprache macht es möglich, dass wir Schritt für Schritt an das Seelenwissen herangeführt werden können. Dass wir jeden Wissenshappen aus unserer Seele in einem für uns richtigen Tempo verarbeiten können.

Was wäre wohl, wenn unser allein logisch und in Ursache-Wirkung-Ketten denkender Verstand den Zugang zu unserem Seelenwissen erhalten würde? Er würde uns nicht dienen, er würde uns nicht unterstützen, er würde uns wohl eher vernichten.

Schlechtes Gewissen? Kann das nicht das mal leisere, mal lautere Flüstern unserer Seele sein, welche uns hilfreich zur Seite steht und uns in unserem Lernprozess unterstützt? Wenn wir unser schlechtes Gewissen so sehen können, müssen wir es nicht unterdrücken. Wir können es annehmen. Wir können sagen „Danke Seele, dass du mich so führst und davor bewahrst, diese Erfahrungen nochmals zu tun.“

Ja, wir haben in diesem und in früheren Leben einiges getan, was wir heute nicht gutheißen. Wenn wir uns dies so eingestehen können, schreiten wir mit dem Lernen fort. Es ist dann ein weises, ja, göttliches Lernen, da nicht auf Angst und Bestrafung beruhend, sondern auf Erkennen und auf Vermeiden von Wiederholungen solcher Erfahrungen.

Die Seele tadelt und verdammt nicht. Sie kann das, da sie alles weiß. Nur wir selbst tadeln und verdammen, da wir nicht alles wissen.

In diesem Augenblick, in dem wir solche Sicht unserer Taten zulassen, entfällt für uns die Notwendigkeit, uns zu tadeln und viel schwerwiegender – uns zu bestrafen. Sollten wir uns bestrafen, weil wir nun, nach möglicherweiseweise mehreren Leben sogar, endlich erkannt und gelernt haben?!

Der Seele lauschen

Lauschen wir daher unserer Seele. Lauschen wir unserem Gewissen. Nennen wir es aber nicht mehr schlecht, denn es ist Erkennen und Lernen, wenn wir es nicht verdrängen.

Lauschen wir den Symbolen, versuchen wir, diese wahre Bilderflut wahrzunehmen. In unseren Träumen oder im Alltagsleben, wenn Bilder plötzlich in uns auftauchen und wir sie sogleich wieder vergessen, da wir nicht um die mögliche innere Quelle dieser Bilder wissen.

Wir können den Zugang zu der Seelensprache auch auf anderen Wegen finden. Wir können dazu Unterstützung anderer Menschen suchen. Bedenken wir aber, dass die Bedeutung unserer Seelensymbole nicht notwendigerweise dieselbe ist, wie die der anderen Menschen. Denn neben der archetypischen Bedeutung der Symbole gibt es auch sehr individuelle Bedeutungen. Es sind Bedeutungen, die durch unser Leben geprägt sind. Andere Menschen können uns daher bei dem Zugang zu den Symbolen oder beim Wahrnehmen des Flüsterns unserer Seele unterstützen. Die konkrete Lebensbedeutung der Seelenbilder wissen letztendlich nur wir selbst.

Selbstvertrauen

Ist die Seele nicht wunderbar? Ist sie nicht weise? Und wenn wir uns ihrer Weisheit und Liebe zu uns bewusst werden – ist sie dann für uns nicht sogar göttlich?

Eine kurze Frage dazu: Wessen Seele ist es? Eine ebenso kurze Antwort: Es ist unsere Seele.

Wenn wir um diese Seele in uns selbst als ein Teil von uns wissen, so gibt uns das ein Vertrauen in uns selbst, welches wohl zum stärksten Selbstvertrauen gehört, dessen wir Menschen fähig sind.

Vertrauen wir uns selbst. Lauschen wir immer freudiger unserer Seele. Und sagen wir hin und wieder einfach: „Danke dir, meine Seele.“

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
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Jan Schneider, Autor