Hinterfragt: Polarität und Dualität wertfrei – und die Unterschiede

Dualität

Polaritäten oder Dualitäten gibt es zuhauf – auch – in den spirituellen Beiträgen, wobei nicht immer zwischen diesen Begriffen differenziert wird. Oft werden sie synonym angewandt, was allerdings falsch ist. Polarität und Dualität sind zwei unterschiedliche Termini.
Da ich diesbezügliche Fragen zu meinen Webtexten hatte und nun auch zu dem Schlangenbeitrag in einem Samstags-Newsletter, versuche ich diese Unterschiede ohne Philosophie zu erklären.

Polarität und Dualität

Begriffe sind so eine Sache; schwierig manchmal und klärungsbedürftig wie es die menschliche Sprache grundsätzlich ist. Darüber ließe sich lange philosophieren, das wäre aber zu viel hier. Nähert man sich diesem Begriffspaar durch spirituelle Texte, wird vieles geboten. Manches davon ist interessant, manches unsinnig, gefährlich gar.

Daher kurz zu den Begriffen Polarität und Dualität.

  • Polarität sind zwei unterschiedliche Ausprägungen eines Seins. Man denke an die Polarität einer Batterie mit ihren Polen statt Dualen.
  • Dualität ist eine Zweiheit, die eine Einheit bildet.

Wenn es schnell und simpel gehen muss, erkläre ich das am Beispiel Mensch.

  • Den Menschen kennzeichnet eine Polarität: weiblich und männlich.
    Das sind zwei Eigenschaften, die in jedem Menschen mit unterschiedlichen Anteilen vorhanden sind.
  • Der Mensch ist ein duales Wesen: Frau und Mann.
    Das sind zwei Größen, die sich gegenüber stehen, dennoch der Einheit Mensch angehören.

Vielleicht kann auch der Ursprung der Wörter helfen.

  • Polarität stammt aus dem Griechischen: pol = Drehpunkt, Endpunkt der Erdachse.
  • Dualität stammt aus dem Lateinischen: dualitas = Zweiheit.

Wertfrei aber nicht verantwortungsfrei

Polarität oder Dualität sind weder gut noch schlecht. Sie sind wertfrei. Insofern habe ich Probleme mit (aus der betreffenden Mail): »Während man in der Polarität alles wahrnimmt und anerkennt, agiert man in der Dualität gelenkt von entweder oder.«

Das könnte ein Versuch sein, die Verantwortung auf diese Begrifflichkeiten abzuwälzen. Die Polariten oder die Dualitäten wären verantwortlich für die Zweifel, das Entweder-oder, die Lenkung und anderes problematisches Agieren in dieser Welt.

Dualitäten bringt außerdem die Natur mit sich. Es wäre ein Gewagtes, der Natur die Verantwortung für die menschlichen Probleme anzulasten. Männlich ist per se weder schlecht noch gut, weiblich weder gut noch schlecht.

Der Mensch ist für sein Tun verantwortlich und das unabhängig von seinen weiblichen oder männlichen Anteilen. Kein Mensch kann die Verantwortung auf diese Anteile übertragen oder auf eine Dualität respektive Polarität, was er auch darunter verstehen will.

Notabene: Wem das zu einfach ist, der meditiere über die Bipolarität, eine Dualpolarität also.

Jan Schneider, Autor

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
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