Pflanzen und Seele - vegetarische oder vegane Lebensweise. Bis zu Lichtnahrung hin?

Spiritualität

Teil 7 der Reihe »Denn jedem Lebewesen wohnt eine Seele inne«

Pflanzen und Seele?! Blödsinn, esoterischer Unfug, die Seele ist nicht einmal bei den Menschen nachgewiesen worden, da wird es sie bei einem Gemüse auch nicht geben. So kann die Reaktion auf die Beseeltheit der Pflanzen ausfallen.

Wird ein auf messbare und nachweisliche Fakten fixierter Mensch eine Beschreibung der Seele verlangen, so sind Erklärungsversuche sinnlos, denn sein Verstand kann, will oder darf nicht etwas zulassen, was den Horizont des Messbaren überschreitet. Es ist in diesem Fall klüger, mit dem Makel eines unverbesserlichen Phantasten oder Esoterikers von dannen zu ziehen und seine Wege zu gehen.

Diese Einstellung gelingt sehr leicht, denn wir wissen: Die Seele hat alle Zeit der Welt – auch bei den Menschen, die ihre Existenz verneinen. Die Erde war anno dazumal für viele Menschen eine flache Scheibe. Das hat die Erde nicht gestört und alle Seelen wussten damals, dass die Zeit kommen wird, in der die Erdkugel zum Allgemeinwissen werden wird.

Geduld steht auf dem Lernprogramm eines inkarnierten Menschen, nicht auf dem der Seele. Lassen wir daher zu, dass noch vieles existiert, was uns unbekannt ist, wovon wir bestenfalls eine vage Ahnung haben. Eine auch das Unsichtbare annehmende Einstellung bedeutet Weisheit. Diese Weisheit bewahrt das Leben und sorgt für die Umwelt.

Das Anerkennen nur des Messbaren ist lediglich Wissen. Ein nicht ganz ungefährliches Wissen.

Atombomben, Shiva und Physiker

In diesem Zusammenhang seien zwei Physiker erwähnt, die eine Zeit lang gemeinsam gearbeitet aber sehr unterschiedliche Einstellungen zu ihrer Arbeit entwickelt haben

Robert Oppenheimer, der als der Vater der Atombombe gilt, war der Leiter des Manhattan-Projekts, welches die Atombomben entwickelte. Später setzte er sich jedoch gegen den Einsatz von Atombomben und die atomare Aufrüstung der beiden politischen Machtblöcke ein. Er sprach Sanskrit und bei dem ersten Atomtest dachte er an den Gott Shiva, den Zerstörer der Welten, indem er einen Satz aus der Bhagavadgita zitierte. Doch der Zerstörer ist nur ein Aspekt dieses Gottes, ein anderer ist der Erhalter der Welt. In einem kleineren Maßstab lebte Oppenheimer diese beiden Seiten und vereinte die Wissenschaft und die Spiritualität.

Der andere Physiker ist Edward Teller, der Vater der Wasserstoffbombe, mit einem noch wesentlich größeren Zerstörungspotential. In einem Interview Jahre nach der Entwicklung der Wasserstoffbombe widersprach er mit einer bestechend sachlichen Logik der Behauptung, dass ein atomarer Krieg zwischen den Großmächten eine globale Zerstörung nach sich ziehen würde. Davon könne keine Rede sein, denn auch wenn eine oder zwei Milliarden(!) Menschen sterben würden, bedeute das nicht die Vernichtung der Menschheit.

Beide Menschen sind Kinder derselben Zeit, beide sind Physiker, beide entwickeln Atombomben. Aber schon zu ihren Lebzeiten gehen ihre Seelen unterschiedliche Entwicklungswege. Wissen wir, wie die Wege und Ansichten sein werden, wenn noch die eine oder andere Inkarnation vergangen ist?

Alle Lebewesen – was gehört dazu?

Der erste Beitrag dieser Reihe wurde mit einem Zitat aus dem apokryphen Thomas-Evangelium beendet „Spaltet das Holz, ich bin da. Hebt einen Stein auf, und ihr werdet mich dort finden.“ Demnach ist nicht nur im Holz, also in den Pflanzen, das Göttliche zu finden, sondern sogar im Gestein. Andere Religionen oder Religionssysteme, und es sind nicht nur die Naturreligionen, betrachten die gesamte Natur als ein beseeltes Sein.

Nun stellt sich eine andere Frage, denn wenn etwas beseelt ist, dann muss es doch eine Lebensform sein!

Davon können wir ausgehen, denn auch die religiösen Bücher der Menschen gehen in diese Richtung, indem sie besagen, dass alles von Gott sei und alles sei Gott.

Die Beseeltheit allen Seins

Pantheismus besagt, dass Gott und die Welt oder die Natur eins seien oder Gott das All ist. Es ist eine Anschauung, wie sie im Thomas-Evangelium oder in den Naturreligionen zu finden ist. Es existiert also nichts außerhalb von Gott und alle Existenz ist auch Gott. Philosophen und Religionswissenschaftler können unendlich pro und kontra argumentieren, dass wollen wir jedoch ihnen überlassen und dies etwas bodenständiger betrachten.

Die Beseeltheit eines Tieres ist anders als die eines Menschen. Wir sollten jedoch Vorsicht walten lassen, wenn wir sagen möchten, wir und unsere Seelen seien besser als die Tiere und ihre Seelen. Wir und unsere Seelen sind anders. Es ist daher unzulässig, den Menschen, seine Leistungen und seine Seele mit dem Tier und seinen Leistungen sowie seiner Seele zu vergleichen. Da lassen sich schon eher Äpfel mit Birnen vergleichen.

Ich komme nicht umhin, nochmals das Zitat Manfred Kybers aus dem fünften Teil dieser Reihe anzuführen: »Die Menschen haben das Missverhältnis zu den Tieren nicht nur, weil sie die Tiere unterschätzen, sondern vor allem, weil sie sich selbst überschätzen. Sie glauben zwischen ihnen und den Tieren sei ein Abgrund, - so berghoch stünden sie über jenen. Dem Weltgedanken gegenüber ist es eine Nuance.«

Diese Anschauung ist eine Demut, durch die sich kein Mensch benachteiligt oder gegenüber den anderen Mitgeschöpfen klein gestellt fühlen muss. Vielmehr trifft das Gegenteil zu, denn zeugt nicht der Mensch von seiner inneren Größe, wenn er seine Größe nicht über die anderen stellen muss?

Pflanzen sind beseelt

Wir gehen davon aus, dass Pflanzen beseelt sind, also solches wie eine Seele haben, auch wenn sie anders als die menschliche Seele ist.

In der Philosophie und in den Religionswissenschaften finden sich beide Standpunkte, also auch der, der die Beseeltheit der Pflanzen bejaht. Die Naturreligionen und die Mystiker zweifeln nicht an der Beseeltheit der Pflanzen. Die Schamanen wussten es seit eh und je und wertschätzten sowohl die Tier- als auch die Pflanzenwelt.

Vor einigen Jahrzehnten öffnete sich die Wissenschaft einem erweiterten Zugang zu der Pflanzenwelt und entdeckte, dass Pflanzen auf Musik reagieren oder auf die Art, wie der Mensch mit ihnen umgeht. Bekannt war das allerdings schon länger und das nicht nur den Schamanen. Vielleicht waren es noch unsere Eltern oder Großeltern, für die ein ehrfurchtsvoller Umgang mit den Pflanzen natürlich war, da für sie die Pflanzen etwas mehr waren, als nur ein seelenloses Gewächs. Man denke auch an Cleve Backster, der eines Tages einen Lügendetektor an einen Drachenbaum in seinem Büro anschloss und damit seine Forschung und sein Leben in völlig unerwartete Bahnen lenkte.

Die Pflanzenneurobiologie schließlich ist eine jüngere Wissenschaft, die in den Pflanzen etwa mehr erkennt und zulässt. Eigentlich beschäftigt sich die Pflanzenneurobiologie mit der Signalverarbeitung durch die Pflanzen, ähnlich der Signalverarbeitung im menschlichen Gehirn, daher auch das „neuro“. Was sie jedoch entdeckt hat, lässt aufhorchen, nachdenken und staunen.

Achtsamkeit und vegetarische oder vegane Lebensweise

Wenn wir als das spirituelle Weltbild bejahende Menschen die Beseeltheit der Tier- und Pflanzenwelt zulassen, hat das für uns Konsequenzen. Zu diesen Konsequenzen gehört ein verantwortungsvoller Umgang mit den Tieren und Pflanzen.

Im Fall der Tierwelt kann das in einem achtsamen Umgang mit dem Mitgeschöpf Tier gelebt und bezeugt werden. Ebenso in einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Fleisch, welcher von der Achtung auf die Herkunft des Fleisches über die vegetarische bis hin zur veganen Lebensweise reichen kann.

Eine weitere Konsequenz ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der Pflanzenwelt. Das erschöpft sich nicht in der Achtung der Pflanzen, sondern betrifft wie bei den Tieren auch, unseren Umgang mit den Pflanzen als Nahrung.

Lichtnahrung?

Doch das ist nicht das Ende! Diese Entwicklung kann und wird noch weitergehen, auch wenn noch sehr viel Zeit vergehen wird. Eine dieser sehr fernen Möglichkeiten ist die Lichtnahrung.

Der nächste Beitrag dieser Reihe setzt nun die Beseeltheit der Pflanzen voraus und bringt Beispiele dafür, wie unsere Großeltern, die Schamanen, die Naturreligionen, die Phytotherapie oder die Pflanzenneurobiologie diese Welt betrachten.

Es ist sehr spannend, sich zu vergegenwärtigen, woran wir bei der Beseeltheit der Pflanzen nicht nur glauben müssen, sondern was wir bereits wissen.

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Jan Schneider, Autor

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