Die Ouvertüre und das Konzert – ein biochemisch-romantisches Fazit

Mission Gemeinsam

Eine Leseprobe aus »Mission Gemeinsam«

Die Biochemie tötet die Liebe nicht, wie es manche (öfter an der Liebe gescheiterte?) Menschen behaupten. Sie gehört untrennbar dazu, so wie Körper, Seele oder Geist eine Einheit bilden.

Sie gehört dazu, sie wirkt, sie hat aber ihre Grenzen, wie im Buch dargestellt. Sie ist somit keine böse und tückisch waltende Macht, man ist ihr nicht ausgeliefert.


Hormone, Botenstoffe, Blut-Hirn-Schranke, Pheromone, Prägungen, Zufall vielleicht. Obendrein im Doppelpack, denn zu einer Liebesbeziehung gehören für gewöhnlich zwei Partner. Die blinde, unbeherrschbare, schikanöse Macht des Schicksals, welches solch fundamental Menschliches bestimmt wie die Liebe. Die menschlichen Möglichkeiten, Liebe und Glück zu initiieren und zu designen, sind bestenfalls begrenzt, pessimistischer betrachtet, nicht vorhanden. Also doch der Evolution ausgeliefert?

Aus nichts wird nichts definiert die Einflussgrenzen der Hormone. Die Prägungen stammen nicht nur aus der Kindheit. Die Epigenetik widerlegt die Annahme von der Sklaverei der Gene. Die Psychologie flankiert die Epigenetik; der Mensch ist kein Sklave seines Milieus; das kann er wechseln. Die Eltern müssen nicht kopiert werden.

Wer eine Sklaverei der Gene, der Hormone oder des Gehirns propagiert, will Liebe haben, Liebe nachweisen, vielleicht sie sogar steuern. Die Liebe leben will er aber nicht.

Zu der Reifung eines Menschen gehört die Arbeit an seinem Verhalten. Die gebrochenen Herzen seiner beendeten Verliebtheiten kann er in Erfahrungen wandeln. Aus den Stürmen der Hormone und des Herzens, die ihm seine Verliebtheit bescherte, kann er die Erinnerungen daran in die Liebe übernehmen und sich mit dem Partner auch in reifen Jahren daran erfreuen. Keine Trauer über eine verlorene Verliebtheit ist es dann, sondern die Freude über die gefestigte Liebe.

Zum Lernen und zum Reifen gehören die Erfahrungen, die guten ebenso wie die schlechten. Die Einsicht, dass Liebe etwas anderes ist als Verliebtheit, bewahrt vor falschen Entscheidungen. Sie hilft, Toleranz für den Partner und für sich selbst zu entwickeln. Außerdem sorgt die Liebe für Überraschungen, die auch Wissenschaftler in Erstaunen versetzen. Helen Fisher wies in einer Umfrage nach, dass Paare, die einige Jahrzehnte zusammen verbrachten, wesentlich häufiger romantische Leidenschaft füreinander empfanden, als Paare, die erst wenige Jahre zusammenlebten.

Die Hormone wirken über die Verliebtheit hinweg, an den Hormonschüben lässt sich mit dem Partner arbeiten. Warum also diese Macht nicht für die Beziehung und für die Liebe nutzen, wenn diese Arbeit mit Spaß, mit Freude verbunden ist, wenn sie sogar Ekstasen bescheren kann.

Jede Verliebtheit ist eine Ouvertüre.

Jedes Mal klingt sie anders.

Jedes Mal können die Verliebten von diesen Tönen ausgehend ein Konzert komponieren. Ein Konzert für zwei Herzen, zwei Seelen und eine Menge Hormone, die in diesem Konzert mitspielen.

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