Nicht Opfer, nicht Täter, nicht Schuld: Trennungen und vermeintliche Freunde
Seelenpartner versus Seelengefährte? Teil 6

Opfer Täter Schuld

In der strikten Einteilung der Partner oder Expartner in Opfer und Täter sehe ich einen unseligen Grund für Probleme in Beziehungen jedweder Art. Besonders beliebt ist bei manchen Autoren aus dem Seelenpartnerbereich die geschlechtsspezifische Zuordnung der Opfer und Täter: Männer sind die Täter, Frauen die Opfer.

Das entspricht der Wahrnehmung unserer Zeit, das entspricht meistens den Tatsachen, besonders den rechtlichen. Aber nicht immer. Und schon gar nicht dürfen Menschen so simplifizieren, die vorgeben, von Seelenpartnern zu reden.

Trennungen und sogenannte Freunde

Übel sind die Freunde, die bei einer Trennung in dem anderen Partner oder Expartner den ausschließlich Schuldigen, den ausschließlichen Täter sehen. Diese Freunde glauben, einem Menschen zu helfen, indem sie ihn von der Mitverantwortung für das Scheitern einer Beziehung freisprechen.

Die Folgen sind fatal. Glaubt jemand solchen Freunden und schiebt er die Schuld für die Trennung seinem Expartner zu, beraubt er sich der Möglichkeit, aus dieser Beziehung zu lernen. Die Seele weiß das und findet wieder einen Partnerkandidaten, der erneut dieses Lernen ermöglicht. So findet der Mensch wieder und immer wieder Partner, die wieder und immer wieder dieselben Probleme mit sich bringen.

Solange ein Mensch seine Mitverantwortung nicht einsieht und anerkennt, findet er keinen Partnern mit dem er eine glückliche und dauerhafte Beziehung aufbauen und pflegen kann. Von Freunden, die bei einer Trennung ausschließlich von Schuld reden und sie ausschließlich bei dem anderen sehen, sollte sich der Mensch ebenfalls trennen. Sie schaden ihm nur.

Wer solche vermeintlichen Freunde behält, braucht keine Feinde mehr. Wer solchen vermeintlichen Freunden Gehör schenkt, klebt an der alten Beziehung und arbeitet an der Wiederholung seiner Probleme in zukünftigen Partnerschaften.

Die Einteilung in Opfer und Täter ist nicht hilfreich. Will jemand unbedingt mit diesen Begriffen arbeiten, sollte er versuchen, in jedem Partner beides zu sehen. Das vermeintliche Opfer kann durchaus subtil provozieren. Es provoziert einer, der nur gibt und nichts annehmen will. Diese Haltung ist eine verborgene Machtausübung und eine verborgene Aggression. Sie muss Folgen haben. Schweigt einer, schreit der andere, ist der Schweigende nicht nur das Opfer. Schweigen kann ein perfides Machtmittel sein, um den Partner zu provozieren oder ihn zu verunsichern.

Zu einer Beziehung gehören immer zwei, beide tragen die Verantwortung für ihre Beziehung und für ihr Scheitern. Und nicht die Schuld ist relevant, sondern die Verantwortung. Es war eine korrekte Entwicklung, dass das Recht nicht mehr von Schuld bei Scheidungen spricht.

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Links zum Beitrag
- Liebe, wo sie nicht vermutet wird: Seelenpartner als Opfer und Täter
- Der Partner als Täter - Rache und Karma - Probleme trotz Liebe
- Seelenpartner: Liebe und Leid, Opfer und Täter, Karma

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Jan Schneider, Autor