Nicht Verlust, Leid, Tod, Scheiden, Schwur, sondern Liebe; Eine Seelenpartnerschaft ist kein One-Life-Stand

Seelenpartner

So schön es wäre, so legitim der Wunsch danach ist – den Seelenpartner können wir nicht bestellen, nicht besorgen, nicht basteln. Doch auch wenn das manchmal weniger bewusst ist: Wir arbeiten gemeinsam mit dem Seelenpartner an der Entwicklung der Seelenpartnerschaft.

Die Verbindung zwischen den Seelenpartnern hat ihre Wurzeln in der spirituellen Welt. Das inkarnierte Leben ist für den Seelenpartner Lernen und Reifen [1] für sich selbst, für den Partner und die Seelenpartnerschaft.

Schön ist es, wenn wir den Seelenpartner erkennen, wenn wir bewusst an dieser Verbindung arbeiten, also sie gemeinsam entwickeln. Leidvoll ist es, wenn wir nur mit der Ahnung oder der Sehnsucht leben. Doch Leid und Seelenpartnerschaft sind nicht ein zusammengehöriges Paar.

Weder Verlust noch Leid

Da die Verbindung zwischen den Seelenpartnern in der spirituellen Welt wurzelt, ist sie immer vorhanden. Sie ist nicht davon abhängig, ob beide Partner gleichzeitig inkarniert sind oder ob sie ihnen bewusst ist. Die Welt geht nicht unter, wenn sich die Seelenpartner begegnen und sie sich dieser Verbindung nicht bewusst werden.

Diese Bewusstwerdung wird ihnen früher oder später gelingen. Das Später kann nach den menschlichen Maßstäben nicht nur sehr spät ausfallen, sondern auch zu spät. Aber nur nach diesen menschlichen Maßstäben, die in dem Tod nicht das Ende einer Inkarnation sehen, sondern das endgültige Ende des Lebens.

Das Leid ist nicht der Wunsch der Seele. Ein Gott der Liebe ist kein Sadist. Vorsicht ist daher angebracht und eine sorgsame Überprüfung ratsam, falls uns jemand das Leid als den Sinn des Lebens erklären möchte. Sehen wir uns diesen Menschen an: Versucht er, mit dieser Sichtweise sein eigenes Leid schönzureden oder zu verdrängen?

Wenn dennoch menschliches Leid im Spiel ist, so ist dieses Leid eine Folge von Taten und Entscheidungen, die nicht mehr wiederholt werden sollten. Und sicherlich ist es eine leidvolle Erfahrung, wenn die Ahnung vom Seelenpartner aufkeimt und die Sehnsucht wächst, der Partner jedoch nicht bekannt ist.

Ein Perspektivenwechsel hilft in dieser Situation; stellen wir uns dazu Folgendes vor. Unsere Seele macht uns das Wissen um unseren Seelenpartner bewusst und er gehört dem Kreis der uns bekannten Menschen an. Er führt jedoch ein leidvolles Leben. Würde das uns gefallen als sein Seelenpartner? Wird es unser Wunsch sein, ihn weiterhin leidend zu sehen? Würden wir sein Leid bejahen können nach dem Motto „Das geschieht ihm recht“?

Vorsicht mit Schwüren

Vorsicht mit Schwüren [2] klang bereits in einem Seelenpartner-Beitrag an, in dem die Möglichkeit komplizierter Inkarnationen als Folge von Schwüren angedeutet wurde. Mit diesem Thema werden wir uns später ausführlich beschäftigen. Denn Schwüre können sich nicht der allgegenwärtigen Polarität entziehen. Außerdem sollte man mit Schwüren aus demselben Grund vorsichtig sein, wie das bei den Wünschen der Fall ist: Sie könnten in Erfüllung gehen.

Eine Unterscheidung in irdische Schwüre und die übergreifenden, wir wollen sie spirituell nennen, hat ebenfalls ihre Tücken. Und ist diese Unterscheidung überhaupt möglich, wenn doch „Wie oben, so unten“. Können wir ausschließen, dass ein irdischer Schwur keine karmischen Folgen nach sich zieht? Nicht nur Medikamente haben ihre Nebenwirkungen. Auch Schwüre können ihre Tücken haben, die sogar in den Worten eines Schwurs selbst vorhanden sind.

Äußerste Vorsicht ist daher angebracht, wenn der Seelenpartner der Grund oder das Ziel eines Schwurs ist. Betrachten wir von diesem Gesichtspunkt aus einen der bekanntesten Schwüre.

Bis dass euch der Tod SCHEIDET

Auch wenn hier und da laut über den Sinn dieses Schwures nachgedacht wird, so geschieht das vor dem Hintergrund der vielen Ehescheidungen unserer Zeit. Spirituell betrachtet, eine sehr beschränkte Sichtweise. Und von der Wortwahl her eine gefährliche, wenn wir an das Anziehungsprinzip denken.

Das Anziehungsprinzip besagt, dass wir das erreichen, woran wir denken und worauf wir unsere Emotionen richten. In unserer Welt beginnt dies mit dem Denken, mit der Vorstellung des Ziels unserer Wünsche. Das innere Bild dieses Ziels durchdringt uns, lässt uns auf dieses Ziel einschwingen und wir senden diese Schwingung in die Welt hinaus, worauf die Anziehung wirken kann.

Das Ziel kann ein Gegenstand sein, ein Ereignis, eine Eigenschaft. Ein Mensch. Dieses Ziel kann nicht verneint werden, was verkürzt aber treffend so formuliert werden kann: Das Ziel kennt kein Nein. Das Beispiel aus dem Film „The Secret“ verdeutlicht das sehr gut. Wenn wir daran denken und unsere Energien darauf richten, nicht zu spät zu kommen, geschieht das, woran wir denken: das Zuspätkommen. Und Mutter Theresa würde nicht zu einer Demo gegen den Krieg, sondern für den Frieden gehen.

So betrachtet: Was bewirkt das letzte Wort des kirchlichen Eheschwurs? Was zieht es an? Worauf lenkt es die Aufmerksamkeit, auch wenn das zum Zeitpunkt des Schwurs wohl kaum einem Menschen bewusst wird?

Eine Seelenpartnerschaft besteht über die Leben hinweg.

Bis dass euch der TOD scheidet

Viel weitreichender und folgenschwerer ist das Wort „Tod“ in diesem Schwur: Es schließt den Seelenpartner aus.

Völlig unbeachtet des Sinns, der Richtigkeit oder der Gefahren eines Schwurs: Wie kann ich meinem Seelenpartner schwören, dass ich ihn nur bis zu meinem oder seinem Tode begleite! [3] Der Ausrufezeichen kann hier gar nicht genug geschrieben werden, wenn wir diesen Schwur mit dem Seelenpartner in Verbindung bringen.

Denn Hand aufs Herz und Herz auf die Seele. Das klingt, als würden wir sagen: „Ok, dann leben wir jetzt mal eine Zeit gemeinsam, wenn wir schon gemeinsam inkarniert und uns über den Weg gelaufen sind. Aber wenn einer von uns tot ist, dann suchst bitte das Weite, denn ich will mich anderen Dingen widmen.“

Eine Seelenpartnerschaft besteht über die Leben hinweg und über die Übergänge, die wir Tod nennen.

Eine Seelenpartnerschaft ist kein One-Life-Stand

Den Worten zuzuhören und Vorsicht walten lassen lohnt nicht nur bei Wünschen und Schwüren. Gerade in der Seelenpartnerschaft muss achtsam vorgegangen werden, da nicht nur das eigene Leben auf dem Spiel steht.

Mit dem Geld spielt man nicht. Außer, man will es nicht haben. Spielerisch damit umzugehen, es im Fluss halten, das Geben-und-Nehmen-Prinzip befolgen – ja. Aber nicht spielen, wie in einer Spielbank.

Mit der Seelenpartnerschaft spielt man nicht. Außer, man will sie noch nicht wirklich haben. Spielerisch damit umzugehen, sie am Leben halten, das Geben-und-Nehmen-Prinzip befolgen – ja. Aber nicht spielen, als wäre das Leben ein einmaliger Auftritt, der keine weiteren Folgen nach sich zieht, in dem man sich dem Prinzip Verantwortung entziehen könnte.

Eine Seelenpartnerschaft kann spielerisch leicht gelebt werden, wenn sie immer reifer wird. Und das wird sie. Aber mit einer Seelenpartnerschaft und dem Seelenpartner darf nicht gespielt werden.

So wie in den irdischen Beziehungen ein One-Night-Stand keine Liebe ist, so ähnlich ist es mit der Seelenpartnerschaft: Sie ist kein One-Life-Stand.

Nicht Verlust, Leid, Tod, Scheiden, sondern …

Verlust und Leid sind Begleiter der menschlichen Lernwege, keine zwangsläufigen Attribute einer Seelenpartnerschaft. „Bis dass der Tod euch scheidet“ darf nur auf der irdischen Ebene angewandt werden. Doch nur, wenn wir jegliche Auswirkungen über den Tod hinaus ausschließen könnten. Können wir das?

Sogar das „Nicht“ hat gefährliche Schattenseiten, wie es uns das Anziehungsprinzip lehrt, und deren wir uns bewusst werden sollten, wenn wir das Andere leben wollen.

Was ist aber das Andere, was in einer Seelenpartnerschaft über dem Verlust und dem Leid, über dem Tod und dem Scheiden, über dem Schwur steht und nicht nur ein One-Life-Stand ist?

Wie den Seelenpartner sicher erkennen, damit diese leidvollen Erfahrungen immer weniger werden? Das sind die Themen der nächsten Beiträge.

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Hilfreiches zum Thema
[1] Warum ist beim Seelenpartner so oft vom Lernen die Rede?
[2] Seelenpartner, Scheidung, Schwüre und Versprechen - Wie unbedachte Worte zu karmischen Bindungen werden
[3] Seelenpartner, karmische Erinnerungen, Tod, Musik und Hilfe für den verstorbenen Seelenpartner

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Jan Schneider, Autor