Neues Lernen
Seelenpartner versus Seelengefährte? Teil 4

Neues Lernen

Die Seele handelt weise, indem sie ihr Wissen dem Täter- und dem Opferverstand vorenthält, hieß es beim alten Lernen (Teil 3). Sie behält ihre Erinnerungen für sich, sie würde sonst dem Verstand schaden, hätte sie ihn daran ungefiltert teilhaben lassen.

Es entscheidet die Seele, was von sie von ihrem Wissen und ihren Erfahrungen dem Verstand bewusst macht. Es entscheidet auch die Seele, wann ein Lernen abgeschlossen ist.

Angst ist kein Lernen

Im alten Lernen begreift der Mensch, dass seine schlimmen Taten schlimme Folge nach sich ziehen. Tötet ein Mensch, muss er mit Bestrafung rechnen. Das kann eine Hinrichtung sein.

So lernt der Mensch, seine Taten unentdeckt zu verüben. In dieser Entwicklungsphase liebt er nur sein Ego und erkennt nicht, dass er gefühlskalt, berechnend, primitiv handelt. Sein Antrieb ist der Gewinn aus der Tat, sein Bestreben, unentdeckt zu bleiben aus Angst vor einer Bestrafung. Er kann ein Meister darin werden. Er mag sich rühmen, gelernt zu haben, sich der Bestrafung zu entziehen. Ein Lernen ist das nicht, würde er seine Seele fragen.

In dieser Entwicklungsphase ist er außerstande, seine Seele wahrzunehmen geschweige denn sie zu fragen. Das Prinzip einer Seele oder der Liebe ist ihm nicht bewusst. Er erkennt den Absender der Stimme nicht. Er verdrängt und das Verdrängen gelingt ihm leicht, ist er doch mit der Arbeit an der Verschleierung seiner bösen Taten beschäftigt und dem Planen neuer.

Wer eine schlechte Tat aus Angst vor den Folgen nicht verübt, hat noch nicht gelernt. Die Angst vor einer Bestrafung durch einen Gott ist ebenfalls kein Lernen. Und Menschen, die glauben, mit dieser Angst zu führen und zu lehren, sind keine Lehrer.

Das weiß die Seele und ergreift die Chancen für ein richtiges Lernen. Sie hat Zeit dafür. Gelingt das nicht in diesem Leben, wiederholt sie das Lernen in weiteren Leben.

Einsicht

Das richtige Lernen beginnt mit der Einsicht in das Negative seiner Tat. Vielleicht erlebt der Mensch, wie jemand aus seinem Klan getötet wird, vielleicht erlebt er die Verzweiflung des Opfers. Das muss nicht beim ersten Mal sein. Die Seele hat ausreichend Zeit und die Zeit kommt, in der ihr Mensch sein Tun zu hinterfragen beginnt.

Jetzt kann die Seele zu dem Menschen sprechen, der Mensch kann ihr zuhören. Es ist nicht relevant, ob er ihre Stimme schlechtes Gewissen nennt, ob er von der Stimme einer Seele, eines Engels oder eines Gottes spricht. Entscheidend ist, dass er seine innere Stimme wahrnimmt und ihr Gehör schenkt.

Der Reiz der bösen Tat reicht nicht mehr aus, um sie zu verüben, denn die Folgen dieser Tat für andere Menschen wiegen schwerer als ihr alter Gewinn.

Empathie und Liebe

Einsicht ist ein neues Konzept im Vergleich zum Handeln ohne die Stimme des Gewissens. Das Erlernen dieser Einsicht dauert lange. Leichter und schneller ist der Weg von der Einsicht zur Empathie und zur Liebe hin.

Empathie ist die Anteilnahme an dem Leben anderer Menschen. Zunächst verbietet die Empathie die böse Tat, später fehlt der Anreiz zu bösen Taten. Der Mensch kämpft nicht mit diesen Schattenseiten, er überwindet sie.

Von der Empathie zur Liebe hin ist kein weiterer Lernschritt erforderlich. Empathie ist ein Ausdruck der Liebe. Die Seele und der Mensch haben jetzt gelernt.

Fortsetzung in einem Folgenewsletter und im Web.

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
Ich lade herzlich zum Bezug des Newsletters ein ...

Jan Schneider, Autor