Männergrippe

Mission Gemeinsam

Eine Leseprobe aus »Mission Gemeinsam«

Nach den Ausführungen über die Botenstoffe respektive Hormone der Verliebtheit und der Liebe – somit auch in den Beziehungen – etwas zum Schmunzeln über ein Klischee.

Oder doch mehr als nur ein Klischee?


Männergrippe, Männerschnupfen; sogar die Pharmaindustrie nutzt diese Klischees für ihre Werbung. Vielleicht ist der Werbespot bekannt mit einem etwas beleibten Mann, der bei einer sich anbahnenden Erkältung die Partnerin um einen Anruf bei seiner Mama bittet, da er an seine letzten Stunden glaubt. Tatsächlich nur ein Klischee?

Bekannt ist ein Zusammenhang zwischen den Östrogenen und dem Immunsystem. Östrogene sorgen für eine Aktivierung des Immunsystems. Da der Östrogenspiegel bei Frauen höher ist, wird das weibliche Immunsystem schneller und intensiver stimuliert als bei den Männern. Hinzukommt, dass Testosteron entgegengesetzt wirkt, also das Immunsystem schwächt.

Das Phänomen der Männergrippe ist somit ein Beispiel für die Empirie also das Erfahrungswissen. Wissenschaftlich betrachtet hätten jedoch die Werbekreativen einen drahtigen Mann für diese Rolle engagieren sollen. In dem Werbespot ist der Mann beleibt, was sich eher verstärkend auf seine Östrogene und hemmend auf sein Testosteron auswirken müsste. Ein drahtiger Mann wäre biochemisch glaubwürdiger, die Werbewirkung wäre jedoch dahin.

Versetzt man sich in die Handlungsweise der Evolution, ist dies keine Bosheit, sondern eine nachvollziehbare Taktik. Väter mit Grippe stellen eine wesentlich geringere Gefahr für das Kind dar als erkrankte Mütter. Es lohnt evolutionsbiologisch nicht, bei Männern für diese Funktionen Ressourcen zu vergeuden. Es gibt bei ihnen relevantere Aspekte, die beispielsweise von ihren Hormonen abhängig sind wie dem Testosteron.

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