Liebe und Trauer - Liebe und Angst? - Eine Nachlese

Liebe

Es sind recht düstere Gedanken, wenn die Geschichte des Gottes der Liebe offen betrachtet wird, also frei von den vielen Auslegungen der Menschen mit ihren manchmal so unbegreiflich gottfremden Gottbildern.

Wir (ich mag nicht „die Menschen“ sagen und meine Hände in Unschuld waschen, weiß ich doch nicht wirklich, was ich alles in den vorangegangenen Leben getan habe) haben im Namen eines Gottes der Liebe mit die schlimmsten Verbrechen der Menschheit vollbracht. Die Kreuzzüge? Die Inquisition? Die Stellung der Frau?

Das soll reichen, denn es gibt noch einiges vor diesen Zeiten und einiges nach diesen Zeiten. Heute geschieht das subtiler, es geschieht dennoch. Leider immer noch in der Erziehung der Kinder, in der mit dem Gott und seiner Strafe gedroht wird. Oder auch von der offiziellen Seite, die ja eigentlich den Gott der Liebe vertreten sollte.

Dies zu belächeln fällt vielen Menschen leicht, da dies doch der Vergangenheit angehören soll. Ist es aber wirklich so? Wie viele Menschen leben mitten im aufgeklärten Europa, mit einem Gott der Angst aufgewachsen sind, sich nun frei davon wähnen, es aber nicht sind, da sich dieses Bild der Angst eingebrannt hat, unbewusst und daher umso wirksamer?

Es ist nicht leicht, sich davon zu befreien. Es hilft nicht, in einem, ob bewussten oder verdrängten, Hass zu leben, denn der fesselt am stärksten. Es geht nur auf dem Weg der Liebe, der mit der Freiheit von Hass, Zorn oder Vergeltungswünschen erst wirklich beginnt. Dieser Weg ist kein einfacher Weg, denn um ihn zu gehen, muss erst erkannt werden, was uns geprägt hat, dass es uns immer noch bestimmt.

Aber das geht! Wir leben in einer Zeit, in der wir durch die Lebenserwartung tatsächlich an uns arbeiten können und nicht, falls wir Glück haben, gerade noch das Heranwachsen der Kinder erleben können.

Aber wie? Wie, wenn diese Prägungen das Erwachsenenleben einfärben, an dessen Beginn die Partnersuche steht? Mit diesem Thema beschäftige ich mich u. a. in dem Beitrag „Seelenpartnerschaften wollen wachsen“.
Ich hoffe, es gelingt mir darzustellen, dass ein nicht so einfacher Start in diesen Lebensabschnitt kein Urteil für das gesamte Leben darstellt, dass es auch dann anders und mit Liebe, mit viel Liebe sehr wohl möglich ist.

Mit Liebe, mit Leichtigkeit und mit Humor. Gerade mit Humor, mit dem vieles aufgearbeitet werden kann. All diese Gedanken werde ich in einem Beitrag nicht darstellen können, daher folgen noch weitere Beiträge, allerdings erst im Januar kommenden Jahres.
Denn im Dezember plane ich einen Themen-Monat, der sich mit Ritualen in dieser Zeit, mit der Zeit zwischen den Jahren, der Durchlässigkeit der Welten in den Raunächten (und sonst), den schamanischen und keltischen Wurzeln, die noch viel älter sind als nur etwa 2.000 Jahre.

Wenn ich mir manchmal Gott vorstelle, wie er uns sieht mit all den Möglichkeiten, die wir haben, wenn er sieht, welche Lernwege wir da manchmal gehen, dann glaube ich, dass er das mit seiner Liebe sicher ertragen kann, doch auch ihm wird wohl der Humor helfen, um nicht zu verzweifeln.

Betrachten wir uns doch einfach als Kinder, die manchmal erst dann glauben, dass eine Kochplatte heiß ist und Schmerzen verursacht, wenn sie das mit den eigenen Fingern erlebt haben. Liebevolle Eltern sagen dann nicht "Habe ich dir schon immer gesagt, geschieht dir nur recht", sondern pusten auf die Finger, holen eine Salbe, oder wie es mein Opa getan hat, dieses Prozedere mit einem Spruch beenden „Ach, bis du geheiratet hast, ist alles vorbei.“ Dieser Humor half dem kleinen Knirps von damals. Er half, da ich wusste, dass mich mein Opa nie auslachen würde. Er lachte eben sehr gerne, aber er lachte niemanden aus. Und da konnte ich mitlachen.

Jan Schneider, Autor

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
Zu meinem Samstags-Newsletter …