Worte hinterfragt: Krone der Schöpfung – oder Rüpel

Krone Rüppel

Aus den Impulsen für den Alltag

Wer die Welt retten will, und sei es nur die Erde, nimmt sich Großes vor. Gaia überlebte unvorstellbare Kataklysmen; einer Rettung durch den Menschen bedurfte sie dabei nie.

Der Mensch braucht sie nicht zu retten, der Mensch kann sie nicht gefährden. Gefährden kann der Mensch sich selbst. Gaia muss nur hüsteln, um sich dieser Gefährdung zu entledigen.

Ein Wort dazu

Fünf große Massenaussterben sind uns bekannt, das sechste treiben wir voran. Die Ursachen der Big Five, wie sie auch genannt werden, sind teilweise kosmischen Ursprungs wie Impaktereignisse, Gammablitze oder nahe Supernovae. Klimawandel gehören ebenfalls zu den Ursachen ob als Folge der extraterrestrischen Ereignisse oder rein terrestrischen Ursprungs.

Bei jedem der Big Five starben mindestens dreiviertel der Arten aus, bei einigen deutlich über 90 %. Nach jeder globalen Katastrophe erholte sich das Leben und entwickelte eine größere Artenvielfalt als vorher.
Das sechste Massenaussterben hat eine terrestrische Ursache, die sich Homo sapiens nennt. Wenn Nestbeschmutzer ein Schimpfwort ist, wie ist dann eine Spezies zu nennen, die ihr Nest und die Nester anderer Spezies nicht nur verschmutzt, sondern zerstört? Ich weiß es nicht.

Ich weiß aber, dass Gaia mit diesem Massenaussterben ebenfalls zurechtkommt, sich erholt und neues Leben hervorbringt [1]. Sie hat Zeit genug, bis die Sonne sich auszudehnen beginnt und das Leben auf der Erde, wie wir es kennen, unmöglich macht. Existiert dann eine intelligente Spezies – ob die Nachfolger des Homo sapiens oder eine völlig neue Spezies nach dem sechsten Massenaussterben –, kann sie zu anderen Planeten aufbrechen. Es liegt in des Menschen Hand, ob ihm dies gelingt, ob er erkennt, dass ihm gegenwärtig zu der Bezeichnung »Krone der Schöpfung« entsetzlich viel fehlt.

Ein Rüpel der Schöpfung ist zutreffender. Das erinnert mich an einen Witz aus den Tiefen des Internets: Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: »Ich bin angeschlagen, meine Haut juckt immer mehr«. Der andere schaut ihn an und sagt: »Denk dir nichts, hatte ich auch schon. Das ist der Mensch, das geht vorbei.«

Kaum jemand lacht über meine Bemerkung zu »Früher war alles besser« [2]; bei diesem Witz lacht niemand mehr. Dabei ist es doch gut zu wissen, dass Übles die Oberhand nicht behalten kann. Und gerecht ist das obendrein; wer will sich darüber beschweren.

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[1] Der Erde Bäuerchen; Gedanken zum Klimawandel
[2] Worte hinterfragt: Früher war alles besser

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Jan Schneider, Autor

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Jan
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