Ihr Kinderlein kommet oder die heutige Jugend

Kinderlein

Lebenspraktisch besinnlich sollte der Weihnachtsnewsletter sein. Das Lebenspraktische und die Kinderlein sieht man auf dieser Aufnahme – allerdings erst mit einem Hintergrundwissen.

Der Ankerpunkt ist der Stern auf der Baumspitze. Ein mit ein wenig Glück der schwächelnden Lieferketten wegen in den letzten Vorweihnachtstagen ergatterter Stern statt einer roten Weihnachtsbaumspitze, die im Vorjahr den Baum schmückte. Was ist geschehen?

Jahre sind es her, da hörten wir von einem älteren Nachbarn eine Ermahnung, vorsichtig damit zu sein, was man den Kindern mit einem eigenen Haushalt leiht: »Das bekommst du nicht wieder zurück.« Aha, man kann vieles schwätzen.

Jahrzehnte sind es her, da hörten wir: »Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen.« Große Kinder, da waren zunächst diejenigen, die laufen konnten, später waren es die Schulkinder, die durch die pubertierenden abgelöst wurden. Wir wussten nun, was mit den großen Kindern gemeint war.

Dann erreichten die Kinder das Alter, in dem sie die Welt begreifen, und welches mit etwa 30 beginnt. Nicht die Kinder allein führen zu diesem Satz; es ist auch die eigene Lebenserfahrung, es sind die Rückblicke auf das eigenen 3-er-Alter. Das scheint das Alter der großen Kinder zu sein.

Aber ohne kleine und große Kinder mit ihren Lebenswegen, die den Eltern manchmal vieles an Verständnis, Einfühlungsvermögen und Loslassen abverlangen? Ohne Dauerleihgaben an die Kinder? Nein; da würde zu viel fehlen. Auch an der Lebensreife.

Ist es jemandem dennoch nach einem Jammern der Jugend wegen, so betrachte er folgende Sätze: »Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.« Vom Geschwätz der heutigen Jugend statt zu arbeiten sprach er außerdem und dergleichen mehr.

Sein Heute, in dem er diese Jugend sieht, das sind an die 2,5 Tausend Jahre her, da es der griechische Philosoph Sokrates war, der dies von sich gab.

Also nicht Neues unter der Sonne dieser Erde, die Jugend bleibt sich treu. Wohl auch in den nächsten Leben. Und wer an Inkarnationen glaubt, darf sich auf seine nächste Jugendzeit vorbereiten.

Und wie? Toleranz gewürzt mit einer Prise Humor sind eine gute Wahl.

Jan Schneider, Autor

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
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