Altes Wissen bekämpfen: Von Hexenverbrennung zur Lächerlichkeit

Spiritualität

Teil 8 der Reihe »Denn jedem Lebewesen wohnt eine Seele inne«

Im vorangegangenen Teil fragten wir noch, ob Pflanzen eine Seele hätten. Allein aufgrund der Beseeltheit allen Seins müssen Pflanzen ihre Seele haben, wenn sie auch natürlich anders als die menschliche Seele ist. Das mag durch manche Mystiker, Philosophen oder religiöse Quellen begründet sein. Schöner wäre es jedoch, einige greifbare Anhaltspunkte zu haben, die eine Pflanzenseele nahelegen.

Dieser Beitrag sollte „Wenn Pflanzen reden“ heißen. Denn sie reden zu uns mehr als wir das mit unserem aufgeklärten Wissen glauben können. Es ist ein Wissen und ein Reden, welches so sehr auch von manchen Interessengruppen unterdrückt, bekämpft, belächelt werden mag, dennoch war, ist und bleiben wird und kein esoterischer Humbug weltfremder Menschen ist.

Geplant war ein kleiner Abschnitt darüber, dass das Wissen um die Wirksamkeit der Heilpflanzen in bestimmten Interessengruppen nicht so gerne gesehen wird. Es wird sogar bekämpft. Mit so subtilen Methoden, dass sie nicht so offensichtlich als ein Vorgehen gegen das Wissen erkannt werden.

Aus diesem kleinen Abschnitt ist ein eigener Beitrag geworden, da mir diese Zusammenhänge zu wichtig erscheinen, auch wenn es nur Nebenaspekte der Beseeltheit von Pflanzen sind.

Die Macht des Wissens

Das Wissen um die Beseeltheit der Pflanzen ist ein uraltes Wissen mit einer wechselvollen Geschichte, die in unserer Zeit eine unheilvolle Wende erfährt.

Wissen ist Macht und so versuchen manche Interessengruppen, das Wissen zu verwalten oder es zu manipulieren. Das war so, das ist so, das wird wohl noch länger so bleiben. Das aktuelle Geschehen um manche Geheimdienste belegt das sehr eindrucksvoll.

Die so scheinbar harmlosen Pflanzen, die wohl kaum mit Geheimdiensten in Verbindung gebracht werden, belegen ebenfalls die Macht des Wissens und seine Manipulation.

Die Manipulation erfolgt heute wesentlich subtiler, als das in der Vergangenheit der Fall war, in der die wenigen Bücher nur sehr wenigen Menschen zugänglich waren und Menschen, die das Wissen allgemeinzugänglicher machen wollten, wirksam zum Schweigen gebracht wurden. Dabei gingen die damaligen Machtinstitutionen nicht gerade sanft bei der Wissens- und Wissensträgerbekämpfung vor; die Hexenverbrennungen mögen ein Beispiel dafür sein.

Die Pharmaindustrie: heilsam und unheilvoll

Die Pharmaindustrie ist ein weiteres Beispiel der allgegenwärtigen Polaritäten unseres irdischen Daseins. Denn so heilsam sie in bestimmten Situationen ist, so unheilvoll kann sie in anderen Bereichen sein.

Der Weg von der Pharmaindustrie über die Phytotherapie, die Heilpflanzen und die Wirkungsweisen der Heilpflanzen auf nicht nur materiellen Ebenen ist ein kurzer Weg.

Die Pflanzen wachsen frei auf Feld und Flur, sie können von jedem kostenfrei gesammelt werden. Mit dem tradierten Wissen aus vertrauenswürdigen Quellen lassen sie sich wirkungsvoll anwenden. Technisch komplexe und teure Herstellungsverfahren sind nicht erforderlich.

Also erstens: Heilpflanzen sind frei und kostenlos verfügbar.

Die Wirksamkeit der Heilpflanzen ist ein uraltes und erprobtes Wissen oder Empirie, anders ausgedrückt. Das Wissen ist in keinen Büchern mehr verborgen, die in der Vergangenheit nur privilegierten Menschen zugänglich waren. Es ist ein tradiertes Wissen, welches von Generation zu Generation im Alltag weitergegeben wird.

Also zweitens: Das Wissen um die Heilpflanzen ist frei und kostenlos verfügbar.

Wenn etwas frei und kostenlos verfügbar ist, lässt sich damit kein finanzieller Gewinn erzielen. Es ist aber verführerisch, mit dem Wissen um die Heilpflanzen, nach dem Gewinn zu streben, denn es ist ein Wissen, welches für jeden Menschen von essenziellem Interesse ist, da jeder Mensch mal mit Krankheiten konfrontiert wird.

Daraus folgt:

Eine Beseeltheit der Pflanzen, das Wissen um ihre helfende Wirkung auf den Menschen ist ein Ärgernis für die gewinnorientierten Organisationen. Es ist für sie ein Dorn im Auge, wobei in diesem Fall nicht nur Rosen Dornen haben, sondern jede Pflanze, die ohne großartigen finanziellen Gewinn heilen kann.

Altes Wissen bekämpfen: Heilpflanzen sind gefährlich

Vor Jahrhunderten haben die Inquisitoren das Wissen um die Heilpflanzen zusammen mit den Hexen verbrannt, um ein Beispiel der Wissensbekämpfung zu nennen. Heute muss allerdings anders gegen manches Wissen und seine Träger vorgegangen werden.

Eine Methode ist die Verbreitung des Glaubens über die Gefährlichkeit und Giftigkeit der Heilpflanzen. Das geht einfach, wenn es als wissenschaftlich fundiert verkauft wird.

Heilpflanzen haben viele Wirksubstanzen. Die Altvorderen wussten um die Wirkung der Pflanzen und wandten ihr Wissen und ihre Erfahrung an. Dazu war das Wissen um die einzelnen Wirksubstanzen nicht erforderlich. Heute werden die einzelnen Wirksubstanzen untersucht, die Hauptwirksubstanzen werden extrahiert oder künstlich hergestellt und als Medikamente verkauft. So weit, so gut – aber nicht mehr in unserer Zeit.

Manche dieser Wirksubstanzen sind giftig. Die Pflanze wirkt aber in ihrer Gesamtheit, sie wirkt nicht nur mit einer Wirksubstanz, weder mit der hauptheilenden, noch mit der giftigen, noch mit der, die gleichzeitig hauptheilend und giftig sein kann. Auf die Dosis kommt es ebenfalls an; das gilt nicht nur für Heilpflanzen.

Dadurch öffnet sich ein bequemer Weg zu Verdammung einer uralten Heilpflanze, deren Wirksamkeit über Jahrhunderte und Jahrtausende bekannt ist. Die giftigen Substanzen werden aus der Gesamtheit einer Pflanze herausgerissen und einzeln hervorgehoben. Dies wird als wissenschaftlich nachgewiesen unter die Menschen gebracht, und voilà – schon ist eine weitere Heilpflanze in Verruf geraten, schon ist sie giftig. Und schon kann sie verboten werden, wenn das den Interessen einer Industrie dienlich ist.

So werden auch Omas Zimtsterne gefährlich, die der Seele so guttun, sogar dann, wenn sie nur noch in der Erinnerung leben.

Altes Wissen bekämpfen: Der Lächerlichkeit preisgeben

Eine weitere Methode der Gegenwart ist ebenfalls simpel, wirkungsvoll und sogar ohne Forschungsaufwand anwendbar: Ein Wissen der Lächerlichkeit preisgeben.

Pflanzen und Seele? Das können doch nur Ungebildete behaupten, es gibt keine wissenschaftlichen Beweise für eine Seele, nicht einmal bei den Menschen, umso weniger bei Pflanzen. Wer dennoch daran glaubt, ist ein Esoteriker, Träumer, Weltverbesserer, Verschwörungstheoretiker, Bildungsferner etc. So muss er nicht ernst genommen werden. Bestenfalls wird er belächelt. Am besten jedoch ignoriert.

Das mit gegenwärtigen Mitteln und Verfahren nachweisbare Wissen wird zum Ersatz für den schwindenden Glauben der alten Institutionen. Das messbar-nachweisbare Wissen wird zum Maßstab für die Aufgeklärtheit, den Fortschritt und den Wert eines Menschen. Es reicht dann, die Menschen mit den erweiterten Horizonten zu belächeln. Es reicht, ihnen die Wissenschaftlichkeit abzusprechen. So lassen sich die eigenen, freiwillig eingeschränkten Horizonte verdrängen.

Es gab Zeiten, in denen nicht existieren durfte, was der institutionelle Glaube nicht sanktionierte. Heute darf nicht existieren, was der Glaube an eine materielle Nachweisbarkeit nicht sanktioniert. Beide Glaubenssysteme widersprechen sich selbst im Laufe der Zeit. Das stört jedoch ihre Verfechter nicht es animiert sie auch nicht zum freien Nachdenken . Auch dann nicht, wenn sie erkennen müssen, dass doch etwas vorhanden ist und wirkt, was vor nicht allzu langer Zeit nicht hat existieren und wirken dürfen.

Diesen Menschen hat ihr Glaube nicht geholfen.

Lächerlich sein – ein Zeugnis von Reife und Spiritualität

Es lohnt nicht, die eigenen Kräfte in einem Kampf gegen diejenigen zu vergeuden, die altes Wissen – immerhin Empirie – nicht gelten lassen, solange es nicht wissenschaftlich nachgewiesen ist. Ein nicht lebensnotwendiger Kampf gegen etwas, führt dem Gegner mehr Energie zu. Es ist sinnlos, gegen die Menschen oder Interessengruppen vorzugehen, die ein Wissen der Lächerlichkeit preisgeben und somit die Menschen schmähen, die ein tradiertes Wissen und diese Überzeugungen leben.

Der Grund ist einleuchtend. Alle Menschenseelen, auch die, die heute das uralte Wissen bekämpfen, entwickeln sich weiter und werden mal ihre Einstellung ändern. Ob dies in einigen Jahren, Jahrzehnten oder in einigen Inkarnationen geschieht – welche Rolle spielt das für eine unsterbliche Seele?

Anstatt die Kräfte dagegen zu vergeuden, ist es reifer und es ist gelebte Spiritualität, sich dafür einzusetzen, was man erreichen, was man leben will. Für etwas zu sein, wirkt doppelt. Es schenkt dem Richtigen die Aufmerksamkeit und die Energie und lässt es wachsen. Es stärkt außerdem die Menschen, die Sorgen vor einer Diffamierung seitens der Wissenschaftsgläubigen haben.

Räuchern als Pflanzensprache

Im nächsten Beitrag dieser Reihe wenden wir uns daher der Beseeltheit der Pflanzen zu ohne Zweifel darüber, ob sie eine Pflanzenseele haben oder nicht, ob sie mit uns reden oder nicht. Es geht lediglich um das Begreifen der Art und Weise, wie sie mit uns reden.

Sie reden mit uns sogar dann, wenn sie verbrannt werden. Es muss aber ein besonderes Verbrennen sein: das Räuchern von Pflanzen. Wenn wir in den verräucherten Pflanzen ihre Beseeltheit erkennen, wenn wir ihnen mit Dankbarkeit begegnen, da sie uns einen Teil von ihnen schenken, verstärken wir nicht nur die Wirksamkeit des Räucherns.

Wir erkennen dankbar an, dass wir alle auf einer sehr übergeordneten Ebene eins sind, auch wenn der Verstand damit manchmal seine Problemchen hat. Beruhigen wir ihn doch, indem wir ihm liebevoll sagen: Nobody is perfect. Geben wir uns dann mit allen Sinnen dem Geist der Pflanzen hin, um einen Zugang dazu zu erhalten, was sich dem Verstand entzieht, wenn er behauptet, nur er habe das Wissen und nur sein Wissen zähle.

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Nachlese zum Beitrag

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