Foto-Blog: Bilder der Woche und »Ein Wort dazu«

Im Foto-Blog bringe ich die Bilder der Woche mit »Ein Wort dazu«.


358: Bionadelbiokissen

Bild der Woche

Will sich Mutter Natur im Schneidern versuchen, steckte sie daher einige Bionadeln in ein Bionadelkissen?

Oder sammelt sie ihre Nadeln, um diejenigen zu piksen, die sich nicht benehmen können auf diesem Planeten?

Wer könnte das wohl sein?

357: Mühelos loslassen

Bild der Woche

Die Natur lässt mühelos von ihren Früchten los. Dies kann sie unabhängig davon, ob es uralte Bäume sind oder Gräser und Blüten, die nur wenige Tage leben.

Es ist ein Anthropomorphismus, ich vermenschliche sie jetzt also, aber sie weiß um die Wiederkehr. So kann sie mühelos loslassen. Ließe sie nicht los, wäre kein weiteres Leben möglich. Es herrschte der Tod.

Wir Menschen befinden uns nicht in einer so klaren, so eindeutigen Situation. Dazu müssten wir um unsere Wiederkehr, um die Inkarnation der Seelen wissen. So sehr wir davon überzeugt sein mögen, ein Glaube bleibt es nur. Sogar an der Überzeugung der Menschen mit einer Nahtoderfahrung wird wissenschaftlich gerüttelt mit neuropsychologischen Argumenten.

Hier kollidieren manchmal zwei Glaubenssysteme miteinander. Die einen sind spirituell und schließen Inkarnation ein. Die anderen glauben nur daran, was sich vermessen und so nachweisen lässt.

Einige glückliche Menschen bringen beide Welten in Einklang.

Zurück aber zu dem Loslassen der Natur. Lässt die Natur mühelos von dem los, was ihr schadet?

Wie steht es dann um die Spezies Homo sapiens?

356: Weiter oder heim?

Bild der Woche

Heimwärts waren es bei dieser Aufnahme gerade 2 km. Schnell bewältigt im Falle eines Falles, also eines starken Niederschlags oder eines Gewitters. Einerseits. Andererseits die Reinheit der Luft, der Duft des aufziehenden Regens, die Ruhe am See, da die meisten Besucher den Heimweg eintraten.

Was tun also? Bono ist bei solchen Entscheidungen nicht hilfreich. Ich erlebte noch kein Hundewetter, bei dem er nicht hinaus wollte. Ungeduldig war er ohnehin, da ich mit der Entscheidung zögerte und nicht weiter ging. So sah er mich an mit seiner Ungeduld an, die ich nach den Jahren mit ihm zu erkennen glaube.

Die Blitze und das Sekundenzählen bis zum Donnern erleichterten die Entscheidung. 7 km in etwa, das war mir bei 2 km des Heimweges zu nah. »Zurück« also zu Bono, ein ihm bekanntes Kommando. Er schaute dennoch den Weg um den See herum an. Also ein überzeugenderes Kommando, eine Verheißung vielmehr: »Futter«. Das wirkte.

Es war eine richtige Entscheidung, außer man mag durchnässt in der Natur wandern. Nur leicht nass geworden, Bono abtrocknen, die Oberbekleidung wechseln, das versprochene Futter in den Napf.

Und das Wetter genießen. Sicher, trocken, auf der Terrasse unter dem Vordach. Das Prasseln des Regens, die Augen schließen, die Lunge durchlüften. Herrlich.

355: Mit der Seele reden oder die Gunst der frühen Stunde

Bild der Woche

Kontemplation pur. Dazu ist in diesem Fall neben dem passenden Wetter ein frühes Aufstehen nötig, um diese Wege in dieser Pracht und Frische und allein zu genießen.

Es ist die Runde zur frühmorgendlichen Stunde um den Vorstadtsee herum. Die Frische, die Stille, die Einsamkeit, die monotonen Schritte, der Hund, der keine Fragen stellt. Die Frische breitet sich im Kopf aus. Die Stille, nur durch Vögel nicht unterbrochen, sondern eher hervorgehoben, unterstützt die Frische im Kopf. Die monotonen Schritte sind meditativ und weit von einer trostlosen, langweiligen Monotonie entfernt. Bono, der Hund, sorgt für ein wenig Erdung, stellt aber eben keine Fragen.

So kann sich diese Mixtur im Kopf einnisten und ihre Früchte tragen, die da neben der Entspannung oder dem Kräftetanken für den neuen Tag für neue Textideen sorgen.

Die Gunst der frühen Stunde.

Ach ja. Mein Smartphone oder Ähnliches stelle ich nicht lautlos. Nicht, weil der Sucht nach seinem fragwürdigen Output erlegen wäre. Ich habe nur ein Mobiltelefon. Eine Entscheidung, durch die meine Ruhe habe, wenn ich sie denn genießen will. Nebst anderen bedeutsamen Gründen; das aber später mal.

354: Wahrnehmung

Bild der Woche

Dieses Foto ist vergleichbar mit dem vom letzten Newsletter. Mit ihm wurde das Nebeneinander vom Werden und Vergehen thematisiert anhand üppiger Blätter und abgestorbener Äste. Es waren aber zwei Bäume, daher war das Nebeneinander angebracht.

Spitzfindigkeit? Ich doch nicht; das sind nur die anderen, die mir das hin und wieder vorwerfen. Anno dazumal versuchte ich dies zu erklären, was mir mehr schlecht denn recht gelang. Heute stört mich das nicht, denn oft schon erwies sich diese Spitzfindigkeit vorteilhaft.

Zurück zum aktuellen Bild der Woche.

Hier ist es ein einzelner Baum, auf den sich der Titel bezieht. Was nimmt man wahr an diesem Baum, wie wirkt er?

Krank, angeschlagen, alt? Die Spitze abgebrochen, viele Äste ohne Blätter, kein dichtes Grün, wie an den unteren Baumspitzen. Warum musste er auch so hoch wachsen, könnte man fragen und ihm sagen: »Das hast du davon«.

Kann der Baum aber nicht gerade mit dem Nebeneinander von saftig und grün, von frisch und abgestorben oder mit abgebrochenen Spitzen faszinieren? Ein Baum mit Charakter wie eine alte Ledertasche mit Gebrauchsspuren, wie ein Holztisch mit Gebrauchsspuren. Diesen Vergleich bringe ich der Erinnerung an einen Museumstisch wegen. Ein Tisch mit Charakter. Massives Holz, vielleicht 20 cm Plattenstärke, Einschnitte, Einstiche, vielleicht von Hellebarden, da er in der Abteilung Mittelalter bewundert werden kann.

Solchen Tisch hätte ich gerne. Das winzige Problem mit seiner Länge von geschätzt 10 m und der korrespondierenden Breite müsste sich doch lösen lassen.

Ein faszinierender Tisch, ein faszinierender Baum. Beide mit Charakter.

353: Das Nebeneinander des Werdens und Vergehens

Bild der Woche

Das Nebeneinander des Werdens und Vergehens ist ein allgegenwärtiges Phänomen der Natur. Mal kann das ästhetisch wirken, wie auf dieser Aufnahme. So muss dieses Vergehen keine Trauer auslösen, ermöglicht es doch neues Leben, neues Werden.

Einige Massenaussterben überstand die Erde bereits. Aktuell sind es fünf, wobei es frische Hinweise gibt, dass es ein weiteres gab. Das ist jedoch nicht gesichert. Das bekannteste Ereignis dieser katastrophalen Art dürfte das Aussterben nach einem Asteroideneinschlag vor 66 Millionen Jahren sein, welches unter anderem die Dinosaurier von der Erde tilgte.

Für die Dinosaurier ein Vergehen – nicht für alle.

Die Vögel sind die Nachkommen der Dinos. Die Vögel waren jedoch bereits im Werden begriffen, als der Himmel auf die Erde stürzte, wie es die Kelten befürchteten.

Diese keltische Angst rührt nicht von dem Dinosaurierasteroiden her, sondern eher von dem Kometeneinschlag respektive seiner Explosion in der Luft im heutigen Chiemgau. Es wird noch darüber gestritten, Hinweise gibt es genug dafür. Dies war ein Ereignis vor nur weniger Jahrtausenden. Da in diesem Gebiet die Kelten lebten, könnte dies die Quelle der keltischen Ängste sein.

Siehe dazu auch das Bild der Woche »Der Himmel, der auf den Kopf fällt« im 153. Samstags-Newsletter.

Für die Dinosaurier ein Vergehen – für die Säugetiere ein Werden.

Zwar gab es sie damals bereits ebenso wie die fliegenden oder gleitenden Dinos. Es waren aber mausähnliche Tiere, die auch unter der Erde lebten und dort nach Nahrung suchten, nach Wurzeln also. Klein waren sie, wesentlich kleiner als die Dinosaurierriesen, sie benötigten somit weniger Nahrung.

Das ermöglichte ihnen ein neues Werden bis zu einer Spezies hin, die sich als das Ende der Evolution betrachtet. Denn was sollte schon der Krone folgen.

Diese Spezies will allerdings nicht an das aktuelle Massenaussterben glauben, eben das sechste in der aktuellen Liste. Sie will es vor allem deshalb nicht, da diesmal kein Asteroid, kein Vulkanismus, keine Schneeballerde das Massenaussterben verursacht, sondern diese Spezies selbst.

Global betrachtet verdrängt sie dies, solange es nur irgendwie geht. Die Mahner und diejenigen, die an einer Wende arbeiten, werden verschmäht. Womit der Mensch wieder mal die Notwendigkeit der Peitsche belegt, durch die er lernen kann. Das Zuckerbrot verpönt er noch.

»Die Erde – ein formidabler Planet. Aber die Menschen …«, sage ich dazu.

Zum Massenaussterben:
Hinterfragt: Krone der Schöpfung – oder Rüpel
Zuckerbrot und Peitsche, Götter und Natur, Mensch und Hybris
Ein galaktischer Nachruf
Greta Thunberg aussortiert – schöne neue Zukunft ohne Greta-Ärgernisse

Zum Chiemgauereignis:
Hinterfragt: Der Himmel, der auf den Kopf fällt
139. Bild der Woche: Keltische Ängste Light

Zu den Aphorismen

352: Und kein Crocodile Dundee weit und breit

Bild der Woche

Ein gefährlicher See am Rande einer Stadt, wovor diese Schilder warnen. Lebensgefahr offenbar. Da sollte man die Gefahr ernst nehmen, da ich im Falle eines Falles einen beistehenden Crocodile Dundee noch nie an diesem See südlich von Augsburg sichtete.

Kreativ und putzig finde ich diese Schilder (ich beschrieb in einem alten Newsletter meine Verwendung des Wortes »putzig«). Es wird weniger putzig allerdings, wenn ich mich der Unfälle an diesem See erinnere.

Ängste wären tatsächlich eine gesunde Einstellung für manche Menschen an diesem See. Einige Mutige – ich will nicht zu direkt sein – wagen sich im Winter an die Ränder der eisfreien Wasserflächen. Darunter auch Väter mit ihren Kindern. Weitere Worte finde ich überflüssig.

So scheint der Humor der Menschen dieser Wasserwacht hin und wieder erforderlich, um an solchen Zeitgenossen nicht zu verzweifeln.

351: Brennende Zeichen

Bild der Woche

[…] Brennen mag ein heftiges Wort sein, es müsste doch das Leuchten reichen. Mir kam jedoch das Brennen in den Sinn, möglicherweise Moses wegen und der später durch ihn empfangenen Gebote.

Gebote heute? Die Natur müsste zu deutlich härteren Maßnahmen greifen …

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350: Wenn der Himmel und der Frühling grüßen

Bild der Woche

Wenn der Himmel und der Frühling grüßen, freut sich die Seele. Es ist auch irrelevant, dass dies eine ältere Aufnahme von Ende April ist. Was zählt, sind die Bilder, die man Jahr für Jahr in der Natur sehen kann.

Ein Miesepeter könnte meinen, Jahr für Jahr dasselbe, das sei doch langweilig. Schade für ihn, da er sich dieser Seelennahrung der Natur beraubt.

Doch es lernt der Mensch, solang er lebt, ergo besteht für den Miesepeter die Hoffnung, dass auch seine Sinne und seine Seele die Erhabenheit der Natur erkennen.

349: Aufgehoben

Bild der Woche

Coronabedingt kann ich keine aktuellen Fotos machen. Stattdessen versuchte ich, mein Lieblingsbild zu bestimmen, was sich recht schwierig erwies. Da im Wettstreit zwischen Verstand und Emotionen die Emotionen das Sagen haben, wenn auch meist unbewusst, blieb ich bei der emotionalen Auswahl. Es ist das 113. Bild der Woche (53. Newsletter vom 21.10.2017), damals noch in einem kleineren Format.

Düster, nicht düster

Begreiflich, wenn jemand das Bild auf den ersten Blick düster findet. Der Himmel und die Landschaft düster, das Leuchten am Horizont beunruhigend vielleicht, die Bäume nur schemenhaft erkennbar. Wer lauert hinter ihnen? Das Wasser ruhig zwar, Gefahren könnten auch in ihm lauern.

Es ist ein später Hochsommerabend, friedlich, ruhig, warm. Keine Menschen mehr. Selten ein Vogel in der Ferne zu hören.

Nach einem Marsch auf eine Bank setzen und ausruhen. Der Hund schließt sich dem an, legt sich hin, kontrolliert zwar, ob es ein Leckerli gibt, gibt aber rasch auf, da ich meinen Blick in die Ferne richte. Darin erkennt er ein Zeichen für eine Pause seines Zweibeiners.

Ich setze mich an das Ende seiner Leine hin. So merke ich, auch wenn ich auf Fantasiereisen unterwegs bin, wenn er unruhig wird.

Verbunden

Jetzt wieder der kaum wahrnehmbare Wind auf der Haut. So sanft, so warm, so unaufdringlich, zärtlich eigentlich, dass die Grenze zwischen der Haut und der Umgebung schwindet. Keine Grenze ist sie mehr, sie verbindet sich mit dem Element Luft, lässt sich umspielen, umschmeicheln.

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348: Politische Gesinnung

Bild der Woche

Die Inspiration zu dem Titel lieferten das Grün des Grases sowie das Rot der aufkeimenden Blätter. Meine politische Gesinnung lässt sich daraus mitnichten ableiten; öfter schon bezeichnete ich mich apolitisch. Das brachte mich jedoch zu Überlegungen bezüglich der unterschiedlichen politischen Einstellungen der Beziehungspartner.

Auf dieser Aufnahme sind Rot und Grün die vorherrschenden politischen Farben. Wer weitere relevanten Farben sehen mag, bitte sehr. Der Unterschied zwischen Rot und Grün ist allerdings kein gewaltiger, Partner mit diesen Präferenzen dürften keine Konflikte drohen. Oh, sorry, ich vergaß, dass ich ein apolitischer Mensch bin.

Rot und Grün birgt, bisher zumindest, kein großes Konfliktpotenzial. Was jedoch, wenn sich Schwarz und Rot verbinden? Es gibt keine politische Richtung in Deutschland, deren Farbe Gold wäre, auch wenn es da etwas gibt, was gelb sein will. Mutig bei den Assoziationen, besonders bei der sozialen Vergangenheit der Farbe Gelb, die eine Farbe des Prekariats war, um ein moderneres Wort zu bemühen. Wohl daher wurde sie zur Farbe des Liberalismus.

Das sollte jedoch reichen. Das Rot der Aufnahme wird im Sommer zum Grün, das Grün im Herbst zum Braun, im Winter und der folgenden Zeit zum Humus.

Wenn doch manche politischen Trends, auch der Gegenwart, zum Humus des Menschen werden würden …

347: Des Menschen Vorlieben, die Fee und die Natur

Bild der Woche

[…] So macht die Fee, was sie will, ebenso der April. Wobei dies auf schätzungsweise 11 weitere Monate zutrifft. Außer sie machen, was sie machen müssen, damit sie den Menschen von drastischeren Eingriffen in ihr Vorhaben abhalten.

Weder eine Fee noch die Natur fragt nach den Vorlieben einer Spezies, auch nicht der Spezies mit der selbstaufgesetzten Krone. Wäre es anders, würde diese Spezies das Wetter und das Klima nach ihren Vorlieben gestalten. Es gäbe einen erhöhten Bedarf an Ministerien bei den Regierungen, da es Wetter- und Klimaministerien gäbe. Wobei sie Kriegsministerium heißen müssten. Wenn jedes Land, jede Partei, jeder Warlord oder Gleiches mehr das Wetter beeinflussen könnte, gäbe es mehr Kriege auf diesem Planeten. Außer …

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346: Gated Community für Extremisten

Bild der Woche

Gated Community. Eine kontroverse Art des Wohnens, abhängig von dem Land oder der Stadt, von dem Status der Einwohner. Allen voran von den zwei Sichtweisen, von der innerhalb solcher Communities oder von außen.

Auf dem Foto eine Gated Community der Krähen. Fraglich ist es, ob sie gated ist, da sich andere fliegende Spezies Zugang verschaffen können trotz der Wehrhaftigkeit der Krähen. Eine natürliche Sicherheitsgemeinschaft bilden die Krähen dennoch. Kaum ein natürlicher Feind wagt es, diese Gemeinschaft anzugreifen.

Mag sein, dass mir der Impuls zu gerade diesem Stichwort aus einem anderen Grund einfiel. Aus einem Grund, der im Grund dieser Bäume wurzelt. Sie wachsen auf einem Friedhof.

Die Friedhofsanlagen sind Gated Communities, sogar eine doppelte Community. Es reden viele Besucher miteinander, besonders wenn sie diese Anlage öfter besuchen. Wer weiß außerdem, ob die Seelen nicht miteinander reden; die Seelen der Verstorbenen, die Seelen der Besucher. Oder die der Verstorbenen mit den Seelen der Besucher.

Falls jemand dennoch gegen den Vergleich eines Friedhofs mit Gated Community argumentiert. Haben wir Zugänge zu der eigenen Seele und zu anderen Seelen? Die Zugänge dürften meist unterirdisch sein. Im übertragenen Sinne, nicht im wörtlichen.

Falls jemand dennoch gegen Gated Communities argumentiert. Eine Gated Community ist eine abgeschlossene Gemeinschaft, die ihre Grenzen und Einwohner schützt. Das trifft fraglos auch auf die Staaten zu.

Eindeutige Antworten neigen zu Ideologien oder zum Extremismus. Allüberall wo Menschen agieren, ist eine differenzierte Betrachtungsweise unumgänglich, will man nicht moralisierenden Ideologien, extremen Ansichten oder radikalisierenden Menschen verfallen. Trotz guter Absichten kann man unversehens selbst zum Extremisten werden.

Diskutieren ließe sich allerdings, ob dies tatsächlich unversehens geschieht.

345: Grüne Ungeduld

Bild der Woche

Zu hegen und zu pflegen sei bereit, das Wachsen überlass der Zeit. Das sollte man wohl dem Wasser sagen, welches voller Ungeduld auf Grün schaltet. Das andere Grün nimmt sich noch ein wenig Zeit, wie es das vorherrschende Braun oben auf dem Foto offenbart.

Vor einige Tagen war das Wasser eher braun, was allerdings am Saharastaub lag. Der Staub setze sich ab und düngt die Natur. Ein Vorgang übrigens, den die Natur lange schon kennt. Man frage mal bei der Natur in Amazonien nach. Der Saharadünger spielt hier eine große Rolle.

Darauf will sich der kleine See mitten in Europa nicht verlassen und zeigt sich voller Ungeduld und Sehnsucht in einem Frühlingsgrün.

Vielleicht aber arbeitet er schamanisch an dem Grün angesichts der aktuellen Trockenzeit.

344: Bill Gates’ Nanochips im Angriff

Bild der Woche

Der Saharastaub trendet noch in Social Media, nachdem er sich nach der Heimsuchung von Süd- und Mitteleuropa über Nordeuropa verbreitet. Dazu eine Gedankenkette, die den Blick von einem Naturphänomen auf eine üble Methode der heutigen Machthaber richtet.

  • Der Saharastaub ist ein Sandstaub.
  • Sand besteht primär aus Quarz.
  • Quarz ist der Rohstoff fürs Silicium.
  • Silicium ist der Rohstoff für die Herstellung von Chips.

Die Miniaturisierung der Chips führte zu Mikro- und Nanochips. Sie sind so fein, dass sie mit Staub vermischt werden können, auch mit dem Saharastaub …

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343: »Zucht und Ordnung«

Bild der Woche

Vorsichtshalber setze ich den Titel in Anführungszeichen, bevor mich jemand reaktionärer Tendenzen bezichtigt oder sich gar der Methoden der Cancel Culture bedient.

Ein Seeufer, wie es sich gehört. Die Bäume wachsen zwar, wie es ihnen gefällt – unordentlich, chaotisch, Wildwuchs eben. Doch diesen unordentlichen Gewächsen kommen wir noch bei, wenn wir sie genetisch nach unseren Wünschen umgestalten.

Bevor der Mensch damit beginnt, Gott 2.0 zu spielen, wird es wohl die Natur sein, die ihrerseits für eine natürliche Ordnung sorgt. Ob dies dem Menschen gut bekommt, bezweifle ich. Vielleicht aber, wenn er daraus seine Lehren zieht.

Wer zeichnet für die Ordnung dieses Seeufers verantwortlich? Die Bäume mit ihren Schatten sind es nicht, da ich das Foto am Abend mit der Sonne im Rücken aufnahm. Die Baumschatten fallen somit hinter die Bäume vom Aufnahmeort aus betrachtet.

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342: Wir = Ich + Ich

Bild der Woche

Eindeutig zwei Bäume, zweideutig hingegen die Zuordnung einiger Äste und Zweige zu den Bäumen. Wie es jedoch in einem Samstags-Newsletter hieß: Wir = Ich + Ich.

Soll das Wir stark sein, müssen beide Ich stark sein. Nur dann kann jedes Ich in dem Wir leben und sich entfalten, ohne das andere Ich zu hemmen. Nur dann kann jedes Ich seine Freiräume leben, ohne das andere Ich somit auch das Wir zu stören.

Ein Rezept somit für eine gelungene Beziehung: Wir sind zusammen und dennoch ist ein jeder von uns ein Ich.

Bei den Bäumen sind das die Mykorrhiza und die Botenstoffe, mittels derer die Bäume Nährstoffe austauschen und untereinander kommunizieren.

In menschlichen Beziehungen lohnt es über die erforderlich Zutaten zu sinnieren. Nicht nur alleine; hier muss der Partner eingebunden werden. Den Anfang könnten Vertrauen, Wertschätzung oder die Kommunikation bilden.

341: Bombenzyklon

Bild der Woche

Bombenzyklon. Ein perfekter Begriff für die Medien, der die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Bombe und Zyklon, das erzeugt Angst. Nicht nur Sex sells; das trifft ebenso auf die Ängste zu. Vielleicht noch besser, da man im Umgang mit sexuell gefärbten Themen schnell die Gebote der Political Correctness verletzen könnte.

Ängste begleiten den Menschen, wie der Sex, von Anbeginn an. Die Marketingstrategen nutzen dies nicht erst heute, die Religionsführer mit ihren Ängsten vor der ewigen Verdammnis waren nicht die ersten. Verkauf oder Manipulation mittels der Angst ist ein uraltes Geschäft des Menschen.

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340: Das Kreuz mit den Regeln

Bild der Woche

Abendrot – Schön- oder Gutwetterbot, lautet eine alte Wetterregel. Das sagt man auch öfter mal, was jedoch keinerlei Aussagen über die Zuverlässigkeit dieser Wetterregeln zulässt. Das Wettergeschehen hängt von anderen Faktoren ab, das Klima ebenso.

Im heutigen Sprachgebrauch könnte jemand in dem »bot« nicht einen Boten vermuten, sondern ein Bot, eine Computeranwendung, die zwar von Menschen in den Umlauf gebracht, jedoch selbstständig ihre Arbeit verrichtet. Nicht immer zugunsten aller Menschen, auch wenn das die Ersteller und Distributoren so verbreiten. Bots sammeln Daten, das Gold des Informationszeitalters, auf dass der Konsument effizienter manipuliert werden kann. Verkauft wird ihm dies positiv mit einem besseren Erlebnis bei Nutzung der Angebote.

Zurück jedoch zu dem Boten. Stimmt er nun oder nicht? Grob statistisch betrachtet schon, wenn … Wenn es das Abendrot betrifft, wenn es sich um West- und Mitteleuropa handelt, wenn die Wetterströmung sich an die Standards hält oder wenn keine Wolken am Abendhimmel stehen.

Bei einem wolkenlosen Abendrot ohne weitere deutlich wahrnehmbare Farben ist die Wahrscheinlichkeit eines Schönwetters am Folgetag gegeben. Solches Rot kann es nur geben, wenn im näheren Westen hinter dem Horizont keine Wolken vorhanden sind. Sie würden sonst das Abendrot unterdrücken und so ihre nahe Ankunft verraten. Vorausgesetzt, das Wetter strömt vom Westen her, was in West- und Mitteleuropa meist der Fall ist. Bei einer östlichen Wetterströmung hat somit das Abendrot keine Aussagekraft mehr.

Stehen Wolken an dem Abendhimmel, ist Vorsicht geboten. Hier ist die Frage entscheidend, ob es lokale Wölkchen sind oder die Vorhut eines Schlechtwettergewölks.

Es ist ein Kreuz mit den Regeln.

Wer ein wenig Nahrung für seine Seele sucht, muss die Regeln ohnehin vergessen. Er und seine Seele geben sich dem Himmel hin.

PS: Die Morgen- und Abendrotregeln nahm sich der 221. Newsletter auf eine andere Art vor.

339: Ein Abschied für kurz

Bild der Woche

Der helle Punkt (nicht der kurze Kondensstreifen unten links) verabschiedet sich vom Abendhimmel. Nur wenige Tage noch und er wird nicht mehr sichtbar.

Es ist ein kurzer Abschied jedoch, da er bereits Ende April erneut beobachtet werden kann. Dann aber am Morgenhimmel und zusammen mit drei weiteren solaren Geschwistern – mit Venus, Mars und Saturn. Der helle Fleck ist Jupiter, der mit Abstand größte Planet des Sonnensystems. Dennoch leuchtet er nicht am hellsten; das ist die Venus. Winzig klein im Vergleich zum Jupiter ist sie, doch wesentlich näher der Erde, daher scheinbar der hellste Planet.

Bild der Woche

Früh aufstehen muss, wer diese Planeten beobachten will, ebenso braucht er einen freien Ost- und Südhorizont. Wen diese himmlischen Spiele faszinieren, kommt auf seine Kosten, da sich manche der Planeten am Himmel begegnen sowie einige Rendezvous mit dem Mond absolvieren in diesem Frühjahr und Sommer.

Ein Abschied also, aber einer mit erfreulichen Aussichten und einem baldigen Wiedersehen.

Untere Aufnahme: Jupiter zwei Tage später und bereits deutlich tiefer am Horizont.

338: Kunst am Bau(m)

Bild der Woche

Kunst am Bau ist die Verpflichtung des Staates als Bauherr etwa ein Prozent der Baukosten für Kunst zu verwenden. Ein Ziel dabei ist die Identifikation der Menschen mit dem Bau mittels der Kunst und ihre Akzeptanz, wozu es Sachverständige oder Verantwortliche gibt, natürlich auch die Künstler.

Wer zeichnet für die Kunst am Baum verantwortlich? War es der Mensch, der Wind, ein Blitzeinschlag? War es die Natur, in der der Baum seine Lebenserwartung überschritt?

Angenommen, die Natur ist die Bauherrin, der die Verantwortung und die Ausführung obliegen. Nach welchen Kriterien entscheidet sie, was sind ihre Ziele? Ringt sie um die Gunst des Menschen, auf dass er sich mit ihrer Kunst identifiziert und sie akzeptiert?

Oder ist es für sie irrelevant, ob der Mensch sie annimmt?

Dies könnte zutreffen, denn sie muss um keinen Menschen buhlen. Die Natur ist nicht von dem Menschen abhängig.

Der Mensch selbst ist eine Kunst am Bau der Natur. Er ist nicht der Bauherr, nicht der Künstler, auch wenn er sich Freiheiten nimmt, die Natur gestalten zu wollen, wie es ihm gefällt, oder sie sich gar untertan zu machen versucht.

Der Mensch ist ein Teil der Natur. Ein kunstvoller zwar, ob er jedoch ihr Meisterstück ist, wird erst die Geschichte zeigen – oder die Natur entscheiden.

Die Natur kann mit ihrem Kunststück Mensch genauso umgehen wie mit dem Baum. Sie benötigt allerdings keine menschlichen Gremien mit Vorgaben dafür.

336: Ohne Flug zum Mond hin

Bild der Woche

Im 222. Newsletter vom Januar 2021 gab es eine Anspielung auf den Song »Fly me to the Moon« von Frank Sinatra. Die Leiter war da, der Mond leider nicht. Jetzt konnte ich beide gleichzeitig aufnehmen.

Es dauerte drei Jahre, bis ich diese beiden in der passenden Konstellation auf meinen Wanderungen um den Haussee herum antreffen konnte. Drei Jahre, da ich vor drei Jahren bereits den Mond und die Leiter sah, jedoch keine Kamera dabei hatte.

Nur drei Jahre? So viele Jahre? Alles eine Frage der persönlichen Perspektive. Ich habe andere Motive, die noch seltener in flagranti zu erwischen sind. Ich sollte wohl doch immer mit einer Kamera unterwegs sein.

Wie aber ohne einen Flug zum Mond hin?

Das ist einfach. Es fehlen lediglich überschlagsmäßig 800.000.000 Leiterstufen bis zum Mond hin.

336: 2,6 Sekunden

Bild der Woche

Man beachte die zwei Lichter dieser Aufnahme – den Mond im unteren Bereich und den Schein der untergehenden Sonne, der die Bäume rötlich anstrahlt. Es gibt zwar ein drittes Licht, das Blau des Himmels, das aber nur der Vollständigkeit halber.

Die 2,6 Sekunden sind schnell erklärt. Das so schnelle Licht benötigt von der Sonne bis zur Erde etwa 8,3 Minuten. So alt ist also das Licht, welches die Bäume anstrahlt. Für die Strecke Erde-Mond braucht das Licht etwa 1,3 Sekunden.

So brauchte das Licht der Sonne etwa 2,6 Sekunde mehr Zeit, bis es den Mond erreicht und durch ihn reflektiert auf der Erde ankommt. Denn nichts anderes ist der Mond bei diesen Überlegungen als ein großer Spiegel, der durch das Licht der Sonne beleuchtet wird.

Doch sind das keine Zeiten, wenn man an die ersten Sterne denkt, die in einigen Minuten am Himmel sichtbar sein werden, sobald es dunkel genug für sie ist. Einer dieser Sterne ist Beteigeuze im Sternbild Orion. Sein Licht erreicht die Erde erst nach über 640 Jahren.

Anders ausgedrückt, wer den Sternenhimmel beobachtet, wirft einen Blick in die Vergangenheit. Denn so wie Beteigeuze jetzt für uns auf der Erde leuchtet, so leuchtete er faktisch vor über 640 Jahren. Und erheischt man mit dem bloßen Auge die Andromedagalaxie, die kosmische Schwester der Milchstraße, so ist das ein Blick 2,5 Millionen zurück.

Welche Rolle spielen da die 2,6 Sekunden?

Sie vergegenwärtigen, wie klein letztendlich das Sonnensystem ist, unsere komische Heimat.

335: Kommst er noch oder war’s das schon?

Bild der Woche

Kommt er noch oder war’s das schon mit dem Schnee dieses Winters? Soll man sich noch auf einige romantische Wintertage mit Schnee freuen, oder lieber auf den Frühling warten? Auch Unsicheres hoffen oder die Gewissheit geduldig erwarten?

Diese Frage stellt sich keinem Menschen, der im Winter keine Romantik erkennen kann, der den Sommer liebt.

Doch sind nicht alle Menschen gleich. Und so bleibt es jedem überlassen, welchen Gedanken oder Hoffnungen er sich bei diesen Schneeresten Anfang Januar hingibt. Weise ist es wohl, das anzunehmen, was da noch kommen mag.

Oder wie Karl Valentin formulierte:
»Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.«

334: Trotz des Kitsches

Bild der Woche

Einige Menschen wollen in diesem Engel Kitsch erkennen. Süß könne er schon sein, wobei dieses Adjektiv einen abwertenden Klang hat. Engel gäbe es zur Genüge, wir glauben eh nicht an Engel, das sei kein Kunstwerk, sein Grinsen sei dumm, einfältig, bestenfalls unbestimmt. Und überhaupt, wenn man die Flügel betrachte, könne der doch unmöglich fliegen.

Und wenn sie nur vorgeben, dies kitschig zu finden, wenn es zum aufgeklärten guten Ton gehört, solches abzuwerten, um fortschrittlich zu gelten.

Wir sahen den Engel in einem Laden in der vorcoronalen Zeit. Wir sahen ihn, wir sahen uns an und es war kein Wort erforderlich. Es war eine unmissverständliche nonverbale Kommunikation. Wir wussten, dieser Engel muss mit, wir wussten, wie es sich später herausstellte, wo sein Platz ist. So sitzt er erhöht neben dem Esstisch und betrachtet die Menschen, die sich an dem Tisch versammeln.

Für uns ist es ein Engel, der uns, also die Menschen, wohlwollend betrachtet. Es stört nicht, es ist gut und richtig, dass hinter diesem Wohlwollen sich Fragen verbergen nach des Menschen Tun, nach dem Sinn dessen.

Diese Figur bringt uns mit ihrem Lächeln zum Lächeln oder zum Lachen. Und betrachten wir sie einige Sekunden länger, können wir uns selbst hinterfragen. Jeder still sich allein, wir beide uns gemeinsam. Oder auch mehr als nur uns selbst.
Ein gutes Hinterfragen ist das. Kein erhobener Zeigefinger, keine Vorgaben, keine Forderungen. Aber ein Verständnis für den Menschen und seinen alltäglichen Kampf mit seinen Schatten und Neurosen, die ein jeder Mensch hat. Schwärme ich weiter für diesen Engel, lande ich noch bei der Agape [*].

Trotz der Flugunfähigkeit, trotz des fragwürdigen Kunstwerts, trotz des Kitsches.

[*] Liebe und Seele: Eros (Begehren, Sexualität), Philia (Freundschaft) und Agape (göttliche Liebe)

333: Zwischen den Tageszeiten, zwischen den Jahren

Bild der Woche

Die Aufnahme gibt eine Zwischenzeit wieder. Es ist die Zeit zwischen dem Tag und der Nacht, es ist die Dämmerung. Die Dämmerung, die nicht nur wetterbedingt unterschiedliche Emotionen auslöst. Hier ist es eine Entspannung, eine innere und äußere Stille, eine Kontemplation, in der sich der Mensch sammeln und zu sich kommen kann. Es ist eine Atmosphäre, die zur Meditation einlädt, da diese auch während des Gehens möglich ist, wenn der Hintergrundlärm des Lebens verstummt.

Diese Aufnahme gibt eine weitere Zwischenzeit wieder. Es ist die Zeit zwischen den Jahren, die Zeit der Rauhnächte, Raunächte, manchmal auch Rauchnächte. Oder schnöde ausgedrückt, die Zeit zwischen den Feiertagen.

Die beiden Zwischenzeiten dieser Aufnahme schafften tatsächlich eine spezielle Atmosphäre. Ich konnte nach wenigen Minuten an die Überlieferungen glauben, was alles in dieser Zwischenzeit möglich sein sollte. War ich dennoch zu stark im Kopf verankert, da der Hund an meine Seite mir nichts mitteilte? Vielleicht war es seine Teilnahme an der Ruhe, da er ruhig neben mir saß und regungslos die Landschaft betrachtete.

Es müssen aber einige Minuten mehr gewesen sein, da mich erst der Himmel mit seinen Sternen aus der Versenkung holte. Die Dämmerung unserer Breiten dauert länger; so muss mehr Zeit vergangen sein, als ich es bewusst registrierte. Daheim angekommen war es dunkel. Es gab nur noch die Zeit zwischen den Jahren und die Erinnerung an diese kontemplativen Minuten Emotionen inklusive.

Es freut mich immer wieder, wenn es Plätze gibt in der heimatlichen Umgebung, die eine innere Einkehr ermöglichen, oder zu den vertrauten Plätzen werden, von denen der 269. Newsletter sprach.

Es lohnt, solche Plätze aufzuspüren.

332: Ihr Kinderlein kommet

Bild der Woche

Lebenspraktisch besinnlich soll der Newsletter laut der Ankündigung sein. Das Lebenspraktische und die Kinderlein sieht man auf dieser Aufnahme – allerdings erst mit einem Hintergrundwissen.

Der Ankerpunkt ist der Stern auf der Baumspitze. Ein mit ein wenig Glück der schwächelnden Lieferketten wegen in den letzten Vorweihnachtstagen ergatterter Stern statt einer roten Weihnachtsbaumspitze, die im Vorjahr den Baum schmückte. Was ist geschehen?

Jahre sind es her, da hörten wir von einem älteren Nachbarn eine Ermahnung, vorsichtig damit zu sein, was man den Kindern mit einem eigenen Haushalt leiht: »Das bekommst du nicht wieder zurück.« Aha, man kann vieles schwätzen.

Jahrzehnte sind es her, da hörten wir: »Kleine Kinder, kleine Sorgen, große Kinder, große Sorgen.« Große Kinder, da waren zunächst diejenigen, die laufen konnten, später waren es die Schulkinder, die durch die pubertierenden abgelöst wurden. Wir wussten nun, was mit den großen Kindern gemeint war.

Dann erreichten die Kinder das Alter, in dem sie die Welt begreifen, und welches mit etwa 30 beginnt. Nicht die Kinder allein führen zu diesem Satz; es ist auch die eigene Lebenserfahrung, es sind die Rückblicke auf das eigenen 3-er-Alter. Das scheint das Alter der großen Kinder zu sein.

Aber ohne kleine und große Kinder mit ihren Lebenswegen, die den Eltern manchmal vieles an Verständnis, Einfühlungsvermögen und Loslassen abverlangen? Ohne Dauerleihgaben an die Kinder? Nein; da würde zu viel fehlen. Auch an der Lebensreife.

Ist es jemandem dennoch nach einem Jammern der Jugend wegen, so betrachte er folgende Sätze: »Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.« Vom Geschwätz der heutigen Jugend statt zu arbeiten sprach er außerdem und dergleichen mehr.

Sein Heute, in dem er diese Jugend sieht, das sind an die 2,5 Tausend Jahre her, da es der griechische Philosoph Sokrates war, der dies von sich gab.

Also nicht Neues unter der Sonne dieser Erde, die Jugend bleibt sich treu. Wohl auch in den nächsten Leben.

331: Heimelig

Bild der Woche

Es ist eine Aufnahme durch die Fensterscheibe hindurch; die Spiegelungen fallen vielleicht erst durch diese Mitteilung auf. Sie stören aber nicht.

Mehr noch. Sie stören nicht nur, sie verstärken die Geborgenheit, die Heimeligkeit, sogar die Feierlichkeit dieses Augenblicks. Das ist Hygge, wie es der 234. Newsletter vom April dieses Jahres beschrieb: Hygge ist Gemütlichkeit, Wärme, Entspannung, Geborgenheit, Intimität. Hygge ist Glücksempfinden, es ist Heimeligkeit, ein erstrebenswertes und beglückendes Lebensgefühl also. Und all das im Alltag.

330: Mehr als verbunden

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Zwei miteinander verbundene Baumkronen. Was soll daran kurios sein, kann man fragen, besonders wenn diese Verbundenheit nur der Bodenperspektive geschuldet ist.

[…]

Bäume sind mehr als nur dadurch verbunden, was unser Verstand mit den bekannten Sinnen wahrnehmen kann.

Nur die Bäume?

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329: Vertraute Plätze

Bild der Woche

Ausnahmsweise mal keine Aufnahme aus meiner gegenwärtigen vertrauten Umgebung, obendrein eine alte. Nicht so alt wie die Burgruine, dennoch sind es drei Jahrzehnte her. Damals eine mir vertraute Gegend und ein zu jeder Jahreszeit vertrauter Platz. Immer hatte ich solche Plätze, die ich »meine Plätze« nannte. Ausruhen, Nachdenken, in mich hineinfühlen, mich sammeln, die Wunden versorgen, die das Leben schlug – oder mein Lernen via Umwege.

[…]

Nüchtern betrachtet, hat ein Grab nur einen symbolischen Charakter. Verlässt die Seele den Körper, ist es nicht relevant, was im Grab liegt. Der Körper hat seinen Dienst getan, mal gut, mal weniger gut.

Wer aber will das beurteilen aus seiner menschlichen und körperlichen Perspektive heraus?

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328: Geborgen

Bild der Woche

Die Stille der Dämmerung, die Luft, die beflügelt, die Abgeschiedenheit, die hier eine Abwesenheit von dem Trubel und der Hektik bedeutet.

Das ist Geborgenheit.

Das andere kann später kommen. Ein jegliches hat seine Zeit [*], heißt es in einem Buch, welches nebst manchen unerträglichen Aussagen auch allgültige Weisheiten beinhaltet.

Und jetzt ist Zeit für eine Innenschau in der Geborgenheit der Natur. Sie gibt es nicht nur in den abgeschiedenen, fernen Ecken der Erde.

[*] Prediger 3,1–…

327: Ein Ende und ein Anfang

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Der Vorhang der Zweige senkt sich zur Erde hin, die Pfähle im Wasser begrenzen den Raum, der Nebel verschleiert die Bäume am Horizont zu einem sich gerade noch von dem grauen Himmel unterscheidbaren Grau. Melancholisch stimmen diese Landschaft und das Wetter, sie lassen an ein Ende denken. An das Ende des Sommers, das Ende des goldenen Herbstes, das Ende des Jahres.

Geht etwas zu Ende, ist es oft mit Trauer verbunden. In Beziehungen mit einer Trauer, die leicht zum Leid werden kann.

In der Natur folgt jedem Ende ein Anfang. Dem Sommer und dem goldenen Herbst folgt zwar der Winter. Ein Winter, der erforderlich ist, ein Winter, in dem die Natur sich erholen und Kräfte für ein neues Aufblühen sammeln kann.

Der Mensch ist ein Teil der Natur, er lebt in der Natur, er lebt mit ihr. Er kann sich an der Natur orientieren. Er kann den Winter zu einer Rückschau nutzen, er kann sich erholen, er kann Hoffnung schöpfen auf seinen Frühling.

Der Mensch hat einen Vorteil der Natur gegenüber. Er kann die Zeit danach anders gestalten, als es der Natur möglich ist mit ihren Zeiträumen. Er kann diese Zeit zu einem Märchen gestalten: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Auch erfüllt, auch glücklich. Wer’s romantischer mag: Und sie lebten vergnügt bis an ihr Ende.

Und es weiß, dass sogar dieses Ende kein letztes ist, wer seiner Seele gedenkt.

326: Trinity

Bild der Woche

Dreifach verästelter Baum und drei Baumpilze. Das führt zu der symbolträchtigen Zahl Drei. Trinität fällt da ein, die göttliche Dreifaltigkeit. Der Wolf ist nicht weit; nicht der Schafe oder eines guten Hirten wegen, sondern in seiner Eigenschaft des Krafttiers der Zahl 3 [*].

Von der Trinität ist es sprachlich ein winziger Sprung zu Trinity. Englisch wiederum für die Trinität, doch seit dem Zweiten Weltkrieg mit einem Test verknüpft – dem Trinity-Test, bei dem es einen Pilz gab statt drei. Dafür war es ein Atompilz.

Oder dem Trinity-Projekt des VW-Konzerns? Warum VW sein E-Projekt ebenfalls Trinity nennt? Sachlich wohl aus der Zusammenarbeit von Software, Vernetzung und dem autonomen Fahren. Oder spricht da die Hoffnung auf ein göttliches Produkt, welches göttliche Gewinne mit sich bringt? Ist dieses Projekt so anspruchsvoll, dass göttlicher Beistand vonnöten ist? Soll damit eine Gottheit der alten Schummelsoftware wegen besänftigt werden?

Zurück aber zum Trinity-Test. So tauften die Wissenschaftler (konkret Robert Oppenheimer) den ersten Test einer Atombombe am 16. Juli 1945 in New Mexico, USA. Oppenheimer lieferte den verantwortlichen Militärs Erklärungen, warum es gerade dieser Name sein soll.

Waren es seine tatsächlichen Gründe, die er einem nicht so geistreichen General lieferte? Das kann man bezweifeln, bedenkt man Oppenheimers Zitat nach der Explosion: »Jetzt bin ich zum Tod geworden, der Zerstörer der Welten«, aus der „Bhagavad Gita“, einer heiligen Schrift des Hinduismus.

Doch lässt sich, leicht sogar, eine Verbindung des Baums mit dem Göttlichen herstellen. In dem apokryphen Thomasevangelium heißt es: »Spaltet ein Stück Holz, und ich bin da. Hebt einen Stein, und ihr findet mich dort.«

[*] Der Wolf- Das Krafttier des Archetypus 3

325: Ein Himmel ohne Geigen

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In der Verliebtheit kann der Himmel voller Geigen hängen. Es müsste allerdings ein seltsamer Mensch sein, der mit dem Himmel und diesen Herbstwolken solches assoziiert.

Nachdem das Sonnenlicht den Morgennebel vertrieb, hebt es die Herbstfarben hervor. Klar und friedlich präsentieren sich die Bäume und ihre Spiegelung im Wasser.

Wer den Himmel erblickt mit seinen bleiernen Wolken, denkt wohl nicht mehr an friedlich. Es sind Vorboten eines Sturms und eines Niederschlags. Nein, friedlich sieht der Himmel nicht aus, Geigen lassen sich schlecht in ihn hineininterpretieren.

Ein Himmel ohne Geigen also. Aber tatsächlich ein schlechter, ein trauriger?

324: Vollkommen abhängig, vollumfänglich schuldig

Bild der Woche

[…] Vollumfängliche Verantwortung des Menschen. Solange der Mensch lebt, bleibt es so.

Vollumfänglich verantwortlich oder auch schuldig, wenn jemand diesen Begriff bevorzugt. Das ist und bleibt der Mensch, solange er seine Spuren auf Gaia hinterlässt. Die Erde wird das Ende ihrer Existenz erreichen; das ist sicher. Gesichert ist lediglich noch nicht, was der Grund dafür sein wird, ob die Kollision mit der Andromeda-Galaxie, das Aufblähen der Sonne zum Roten Riesen oder ihre Explosion in einer Nova. Vielleicht auch ein Armageddon, ein nur die Erde betreffendes Inferno durch den Einschlag eines Asteroiden.

Bis auf das mögliche Armageddon finden diese Ereignisse in einer fernen Zukunft statt. Der Mensch der Gegenwart muss sich darum keine Sorgen machen. Denn sollte es Homo sapiens gelingen, das sapiens, also weise, klug, vernünftig, zu rechtfertigen und seine Existenz fortzusetzen, kann er im Weltraum andere Welten finden, auf denen er weiterleben kann. Möglicherweise entwickelt er sich zu einem Wesen, welches wir Geistwesen nennen würden. Dann stünde er über der Physik eines Sonnensystems, dann hätte er sich von der Bindung an die Materie befreit.

[…] Für die Abhängigkeiten der Sonne oder der Erde von ihr ist der Mensch nicht verantwortlich. Darin darf er ein Geschenk erkennen.

Für Gaias Biosphäre jedoch, die er außer der Sonne auch anderen Lebensformen zu verdanken hat, die er mit allen Lebensformen teilt, dafür ist und bleibt er vollumfänglich verantwortlich.

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Die Aufnahme stammt von Monika, die eine Vorliebe für Lichter jeder Größe hat.

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323: An die Hunde: Streiten oder lachen?

Bild der Woche

Die Aufnahme machte ich mit einem Teleobjektiv in einem tiefen, dunklen Wald, wobei ich betonen will, es handelt sich nicht um Augsburger Wälder. In diesem tiefen, dunklen und fernen Wald, verirren sich offenbar Hunde mit ihren frei herumstreunenden Menschlein. Da ich nicht liquidiert werden wollte, beeilte ich mit der Aufnahme, was ihre herabgesetzte Qualität erklärt.

Die Formulierung finde ich zu köstlich; hier nochmals als Text inklusive der Formatierung:

Hunde!!!
Bitte an die Leine!!!
Wildernde und frei
herumstreunende Tiere
werden liquidiert.

Das ist eindeutig an die Hunde gerichtet. Und nur an die Hunde, denn wie sonst soll ich die drei Ausrufezeichen nach der Anrede interpretieren.

Die Bitte »an die Leine« ließe sich ebenfalls als ein Appell an die Hunde interpretieren, die anderen oder sich selbst an die Leine zu legen.

Zu Spekulationen lädt die Unterstreichung des Wortes Tiere ein. Werden nur Tiere liquidiert und keine Menschen? Das wäre allerdings eindeutig ein Speziesismus [*]. Menschen sind auch Tiere und die anderen eben nicht menschliche Tiere.
Und dann »liquidiert«. Welch martialische, welch barbarische Sprache. Von Political Correctness ganz zu schweigen.

Das Foto löste unterschiedliche Reaktionen aus, wobei jemand nach dem Motto »Ich habe recht« streiten wollte. Daraus wurde nichts; zum Streit gehören nun mal mindestens zwei (s. auch nächster Newsletter-Beitrag).

Also doch lieber über diese Prosa lachen, statt zu streiten.

[*] Mensch, Tier, Pflanze, Seele, Bewusstsein, Speziesismus

322: Das. ist. lieb. Oder auch nicht.

Bild der Woche

Das Foto kann jemand lieb finden, schließlich präsentiert es ein Herzchen. Beim Anblick dieser Kartoffel fiel mir der Titel ein. Sorry Kartoffel; aber immerhin bist du zum Bild der Woche geworden, bevor du den Weg zum Dampfgarer nahmst.

Man darf der diversen Herzchen überdrüssig sein, die in unzähligen Varianten Social Media bevölkern. Bevor mir jemand vorwirft, ich würde mich hinter einem man verbergen – ja, ich finde diese Herzchen selten nur noch reizvoll. Sie reizen eher. Noch mehr reizen die unzähligen Werbeslogans aus wenigen Worten bestehend, die einen Satz bilden sollen, jedoch allesamt mit einem Punkt beenden werden: »Das. ist. eine. coole. Werbung«. Das erinnert mich an eine bebilderte Tageszeitung, die jedes Titelchen mit einem Ausrufezeichen krönen muss.

Doch scheinen vielen diese Herzchen und Punkteflutwerbeslogans zu gefallen. Die Punkteflutwerbeslogans werden weiterhin kreiert, falls man dieses Verb für diese intellektuelle Leistung benutzen darf. Herzchenbildchen sorgen weiterhin für Likes, ein gewisser Scholz punktet mit seinem fotogenen Stolz und einer alternativlosen Raute. Oder schmückt sich mit einer fremden Raute?

Bevor diese Anmerkung zu politischen Spekulationen einlädt, stelle ich ausdrücklich fest: »Ich. bin. apolitisch.« Oder auch nicht. Und der rote Hintergrund ist vollkommen zufällig. Oder auch nicht.

321: Es möge so ewig bleiben mit Gaia und Homo sapiens?

Bild der Woche

Es möge ewig so bleiben in der Natur und mit Gaia. Der Sommer, der Frühling, es gibt auch Menschen, die sich das vom Herbst wünschen oder vom Winter. Hätte die Natur ein Ohr für solche Wünsche, wäre sie suizidal. Das ist sie nicht, sie sorgt für das Leben, nicht für den Tod. Sofern der Mensch nicht gegen sie arbeitet.

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320: Unglücksbote

Bild der Woche

Rabenvögel sind intelligent, manche von ihnen gebrauchen Werkzeuge. Sie sind treu, leben monogam und sind fürsorgliche Eltern. Für die Indianer oder die Kelten waren es heilige Botenvögel, allerdings keine simplen Unglücksboten. Man beachte die Raben des Odin. Im alten Japan waren sie Götterboten, in Persien gehörten sie dem Gott des Lichts.

Manchen Altvorderen hingegen waren sie laut, krächzend und grausam. Davon zeugt auch das Sternbild Rabe, welches am besten im Frühjahr am Südhimmel zu sehen ist. Scheinbar eine Ehre, von den Göttern an den Himmel gesetzt zu werden.

Doch sitzt dieser Vogel am Himmel zur Strafe für sein Benehmen Apollon gegenüber. Er belog Apollon, wodurch dieser den bis dahin weißen Raben schwarz färbte und ihm seine Stimme raubte. So kann der Rabe nur noch krächzen. Ein pechschwarzer Pechrabe eben.

Zu dieser Mythologie gehören die benachbarten Sternbilder Becher und Wasserschlange, die bei der Episode mit Apollon eine Rolle spielen.

Ob Raben oder Krähen, sie hatten und haben es schwer. Unglücksboten, Todesboten, Raubvögel oder euphemistisch Kulturschädlinge, die andere Tiere reißen, angeblich sogar Schafe. Rabenmutter, Rabenvater. Begleiter der Hexen oder anderer zwielichtiger Gestalten. Laut krächzend nicht singend, obwohl sie doch Singvögel sind. Das unheilvolle Schwarz.

Diese positiven Eigenschaften wollen nicht alle Menschen wahrhaben. Sie sehen in ihnen lieber die schwarzen Gestalten des Bösen. Das allerdings sagt etwas über die Menschen aus, weniger über diese Vögel.

319: Anfang, Zauber, Ende

Bild der Woche

Der Titel könnte suggerieren, den Zauber gäbe es nur zwischen dem Anfang und dem Ende. Hermann Hesse meint in seinem Gedicht »Stufen«:
»Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.«

Das Zitat hingegen »Und jedem Ende wohnt ein Anfang inne« entstammt einer anderen Quelle. Das jedoch ist jetzt nicht relevant.

Hesse lobt den Anfang, womit er manchem die Angst vor einem Neubeginn nehmen kann. Und dem Ende, welchem der Anfang innewohnt, wohnt somit ebenfalls ein Zauber inne.

Das Bild entstand an dem Wendepunkt der Jahreszeiten. Der Sommer endet, der Herbst beginnt. Der Zauber dieses Wechsels, sowohl des Endes als auch des Anfangs ist offensichtlich, betrachtet man das Bild.

Und wieder die Zitate. Dem Ende und dem Anfang wohnt hier ein Zauber inne. Missmutige Menschen könnten dagegenhalten, das sei nur Zufall, der Wechsel können auch anders aussehen, der Herbst biete nur Nebel, Regen und Kälte, der Sommer sei eben vorbei. Obendrein war es kein Sommer, da zu kalt und zu feucht, dem Herbst folge ein Winter, der wieder mal keiner wird, da er gewohnheitsgemäß keinen Schnee mitbringe, man brauche den Winter ohnehin nicht …

Wer keinen Zauber will, der sieht auch keinen. Der sieht ihn nicht am Anfang, nicht am Ende und nicht dazwischen. Und analysiert solch ein missmutiger Mensch die Zitate, fällt ihm auf, dass darin nur vom Zauber des Anfangs und des Endes die Rede sei. Wer nicht will, der hat schon, fällt mir dazu ein. Aber keinen Zauber in diesem Fall.

318: Ein missverstandenes Versprechen

Bild der Woche

[…] Die Physik weicht jedoch schnell der logikfreien Faszination dieses Spektakels. Storys über den Regenbogen gibt es zuhauf, auch die alte Bibel will etwas dazu wissen. So alt die Bibel, so alt und heute überholt ihre Erklärungen der irdischen Phänomene. Und irdische ist so ein Regenbogen, wenn die treibende Kraft auch das Sonnenlicht ist.

Die Bibel sieht in dem Regenbogen ein Versprechen Gottes, nie wieder eine Sintflut zu senden, um das Leben zu vertilgen. Doch höre, wer Ohren zu hören hat, und frage sich, was zwischen den Worten dieses Versprechens herausgehört werden kann.

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317: Ich sehe dich immer noch

Bild der Woche

Der Titel bezieht sich auf das 152. Bild der Woche »Ich sehe dich« des 092. Newsletters mit eben diesem Baum, allerdings mit einer anderen Haarpracht.

Ich sehe dich immer noch, und was ich da sehe, lässt meine Haare zu Berge stehen.

Es lässt sich leicht widersprechen, es seien keine Haare, der Baum könne weder sehen noch denken, es sei sein Alter, welches ihn so aussehen lässt. Und überhaupt, ist es nur ein weiterer Fall einer Pareidolie, nicht weit also von einer Verschwörungstheorie entfernt.

Diese Einwände werden entkräftet, sobald es dem Menschen gelingt, sich global als eine an die Erde gebundene und von ihr abhängige Spezies zu betrachten. Denn das ist er, das bleibt er eine lange Zeit noch.

316: Stabwechsel

Bild der Woche

Die üppige Natur im Vordergrund, die lediglich die morgendliche Dämmerung dämpft. Ein wenig nur und nur für eine kurze Zeit, da die Sonne sie wieder zum Leuchten bringt. Dann aber der Hintergrund. Geerntete Felder, Nebel und die Dämmerung, die Tag für Tag später einsetzt und länger dauert.

Unmissverständlich kündigen der Hintergrund und die Sonne den Stabwechsel der Natur vom Sommer zum Herbst an. Wehmut kann man empfinden; erforderlich ist sie nicht. Ohne Erholung der Natur kein Aufblühen und Strahlen im Frühjahr und im Sommer. Außerdem strahlen der Herbst und der Winter auf eine andere Art. Auf eine majestätische, eine nicht so brennende Art wie die des Sommers.

So mancher Mensch wäre gut beraten, sich an der Natur zu orientieren und den Stab des Alltagsstresses hin und wieder der inneren Ruhe und der Selbstbesinnung zu übergeben. Orientiert er sich an der Natur, muss er darunter nicht den Herbst oder den Winter des Lebens meinen oder Angst vor ihm haben. Dem Winter folgt der Frühling, der inneren Ruhe können Aktivitäten folgen. Fruchtbringendere Aktivitäten, als ohne Rast.

Und meldet sich in der Selbstbesinnung die Seele, ist ausnahmslos jede Veränderung und jeder Wechsel nur ein Übergang im Kreislauf des Lebens und der Leben.

315: Ich verdiene es

Bild der Woche

Ich verdiene es, sagt der Mensch. Ich verdiene die Früchte der Erde, ich verdiene es, die Pflanzen und die Tiere der Erde zu nutzen. Es ist mein gottgegebenes Recht, es ist mein Privileg. Ich bin die Krone der Schöpfung.

Ich lebe zwar erst seit einem winzigen Augenblick auf dieser Erde. Mich gibt es an die 300.000 bis 400.000 Jahre, die Erde existiert seit 4,5 Milliarden Jahren. Doch bin ich die Krone der Schöpfung und die Erde ist mein Reich.

Mein Gott gibt mir den mir zustehenden Lohn, wie er mir das im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Mt 20,1-16) zusicherte. Wer von den Arbeitern erst in der letzten Stunde zu arbeiten beginnt, bekommt den gleichen Lohn, wie der, der den gesamten Tag den Dienst verrichtet.

Das wirft Fragen auf.

Die Krone oder der Zerstörer der Schöpfung, wäre eine Frage.

Fragen sollte er sich, wer diejenigen sind, die den gesamten Tag lang arbeiten. Vor ihm waren doch nur die Tiere und die Pflanzen da. Der Mensch glaubt jedoch nicht an einen göttlichen Lohn für die Pflanzen und die Tiere, die da schon vor ihm waren. Wenn er aber den gleichen Lohn empfangen will, steht ihm aber kein Lohn zu.

Er könnte jetzt argumentieren, den gesamten Tag lang arbeitet lediglich die Natur. Betrachtet man sein Verhältnis zu dieser Natur, glaubt er nicht an ihre wie auch immer geartete Verdienste. Sie habe ihm doch zu dienen, sie sei ihm untertan.

Weiß dieser Mensch um den Grund der Gleichbehandlung der Weinbergarbeiter?

Eines kann sich jedoch der Mensch sicher sein. Er verdient einen Lohn. Seinen Lohn, den er sich selbst erarbeitet, den er so redlich verdient.

314: Gaias Ankündigung

Bild der Woche

»Du, wir müssen reden?« Dies könnte die Natur zwar ankündigen, wenn sie das Treiben des Menschen in ihr und mit ihr betrachtet. Wozu allerdings? Der Mensch ist mit der Vernunft ausgestattet, er sollte selbst erahnen, wie er sich der Natur gegenüber verhält.

Andererseits kündigt die Natur ihm schon lange an, was er zu erwarten hat, ändert er das Verhalten ihr gegenüber nicht. Sie kündigt dies nicht mit Worten an, die ohnehin nur den Verstand des Menschen erreichen würden. Sie würden wenig bewirken, hat doch der Mensch seine Gegenworte. Wie seine Studien und Gegenstudien, die er sich so aussucht, wie dies seinem Verstand genehm ist.

Nein, die Natur kündigt dies deutlicher an. Dennoch bleiben ihre Ankündigungen unerhört, dennoch zieht die Spezies keine Folgen daraus. Vieles kündigt sie an, sie nennt sogar messbare Ziele und Termine. Die Ziele verfehlt sie, die Termine verschiebt sie.

»Wer nicht hören will, muss leiden«, sagten einst die Menschen. Alte Wort, weise Worte. Und zutreffende Worte, wie der Mensch es zunehmend erfahren wird.

Auf der Aufnahme kündigt die Natur lediglich den nahenden Herbst an. Es bleib zu hoffen, dass dies der Herbst der Natur ist, nicht einer Spezies.

313: Schutz

Bild der Woche

Es ist das geerntete Feld des letzten Newsletters, welches mich zu den Betrachtungen über Gewaltenteilung und zur Rache führte, wobei die Rache sich als logische Folge des menschlichen Tuns darstellte.

Bei dem Anblick dieses Astes über dem Feld und meinem Lieblingsbaum musste ich an eine schützende Hand darüber denken. Die schützende Hand der Natur. Und diese Hand gibt es, was die mehrfachen Massenaussterben bewiesen, nach denen Gaia dem Leben wieder und wieder zu einer größeren Vielfalt verhalf.

Gaia sorgt für ihr Leben. Es ist eine Hybris, sich diesem Schutz entziehen zu können oder selbst dafür zu sorgen – also gegen die Natur.

Eine eine Hybris allerdings mit logischen und nachvollziehbaren Folgen. Und diese würden dem Homo sapiens nicht gefallen.

312: Gewaltenteilung der Natur

Bild der Woche

Harmlos fing der Tag an, harmlos, beschaulich, mit Freude auf den Tag. Die frühe Sonne hob den Feldrand hervor, die Luft rein, die Menschenwelt noch leise.

Dann kam der nächste Morgen. Ich ging früher an diesem Feld vorbei – an dem geernteten Feld. Das Licht vom Vortag im Gedächtnis mit den dazugehörigen Assoziationen. Jetzt erneut Assoziationen. Aber andere.

Ein Henkersmahl schälte sich aus den Gedanken heraus. Das gestrige Licht war ein Henkersmahl für die Pflanzen dieses Feldes vor dem nächsten Schritt im Produktionsprozess des Menschen. Keine Natur mehr, keine Sonne, kein Wind, kein Regen. Nur noch Technik.

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311: Schwindende Lichter

Bild der Woche

Ein schwindendes Licht ist offensichtlich, das zweite offenbart sich erst vor dem Hintergrund der Zeit. Offensichtlich ist der abnehmende Mond mit seiner schwindenden Strahlkraft. Sachlicher ausgedrückt, mit seinem schwindenden Spiegelvermögen. Denn nichts anderes ist er, als nur ein kosmischer Spiegel, der das Licht der Sonne reflektiert.

Das zweite schwindende Licht offenbart sich, wenn die Jahreszeit der Aufnahme bekannt wird. Es ist der einsetzende Spätsommer mit seinen kürzer werdenden Tagen. Vor etwa 6 Wochen schien um diese Tageszeit die Sonne am Himmel.

Doch sind beide Arten des Schwindens nicht endgültig. Sie wandeln ihr Schwinden in eine Zunahme – der Mond in gut einer Woche, der Tag benötigt dafür knappe 5 Monate.

Bei Lichte betrachtet offenbart das Schwinden seinen wahren Charakter. Es sind Zyklen, die sich seit einigen Milliarden Jahren wiederholen, die sich weitere Milliarden von Jahren wiederholen können, so es das Sonnensystem will oder kann.

Schwindende Lichter ergo nur innerhalb zeitlich begrenzten Horizonte.

310: Ein Viertel?

Bild der Woche

Ein Wort dazu – inspiriert durch das Vierteltausend des Newsletters

Nur ein Viertel meines Lieblingsbaumes ist auf dieser Aufnahme zu sehen. Die restlichen drei Viertel verdecken das Feld. Wobei …

Der Baum besteht nicht nur aus dem oberirdisch sichtbaren Teil. Nimmt man seine Wurzeln hinzu, so ist es weniger als ein Viertel, das da zu sehen ist.

Betrachtet man seine Wurzeln, muss man die symbiotisch dazugehörige Mykorrhiza hinzunehmen. Da wird es komplexer und komplizierter mit der Abschätzung des sichtbaren Anteils. Nicht nur auf dieser Aufnahme, sondern grundsätzlich.

Das unterirdische Pilzgeflecht, die Mykorrhiza eben, reicht weit unter der Erde. Sie verbindet die Bäume miteinander, sie ermöglicht ihnen eine Kommunikation, eine Vernetzung, ein Wood Wide Web.

Wie weit reicht dies? Wir wissen noch nicht alles über dieses natürliche WWW.

Sollte jemand mit dem Einwand kontern, das mute esoterisch an, reicht eine kurze Recherche in dem elektronischen WWW aus.

Wen dieser Gedanke interessiert, den verweise ich auf meinen Beitrag »Glaube, der mehr als Wissen ist«.

Und wer es spirituell mag: »Spiritualität - ihre und unsere Wurzeln; Spiritualität im Alltag, Spiritualität für alle«.

309: Interimsnoblesse

Bild der Woche

Nun gut, die Sonne ist kein Interimslicht, schließlich leuchtet sie seit 4,6 Milliarden Jahren und einige Milliarden stehen ihr noch bevor. Es ist der Sonnenschein, den die Regenwolken für einen Augenblick durchscheinen ließen und ihre Regentropfen damit beleuchteten.

Sage ich, der Sonnenschein, die Regentropfen und die Seerosen sind ein Werk der Sonne, trifft das zu. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit und keine Besonderheit. Der Sonne ist die Erde zu verdanken und alles, was auf ihr existiert.

So trifft ein Interimssonnenschein eher zu. Oder die Interimsnoblesse, da abseits dieser logisch-linguistischen Feinheiten es die Noblesse der Natur ist, wenn der Mensch dies so zu betrachten gewillt ist.

308: Diaspora

Bild der Woche

Fremd, fern der Heimat. Fremd wirkt der Baum, aber nicht befremdlich, weiß man um seine nähere Umgebung. Er wächst und gedeiht in einer Diaspora. In dem japanischen Teil des Botanischen Gartens in Augsburg.

Eine doppelte Diaspora somit. Eine japanische innerhalb des Gartens, eine botanische innerhalb der süddeutschen Natur. So offenbart der Baum die Ästhetik des Fremden inmitten einer Ästhetik des Gewohnten.

Somit eine botanische Diaspora nur. Und eine willkommene.

307: Kluge Vögel

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Es gibt Gründe, warum ich Krähen wiederholt in den Bildern der Woche präsentiere. Ein Grund ist meine Vorliebe für die Vogelwelt. Ich wuchs die ersten Jahre in einer ländlichen Umgebung auf. Das kann geprägt und dazu beigetragen haben, dass mich die Tier- und Pflanzenwelt fasziniert. Bei den Krähen wie bei anderen Vögeln kommt hinzu, dass die Frage nach einem Bewusstsein der Tiere manche ihrer Vertreter in den Vordergrund rückt. Krähen gehören zu diesem Kreis der primär Verdächtigten. Obendrein imponierten sie mir bereits als Kind.

Der Vogel auf dem aktuelle Foto ist eine Krähe, wenn auch die Perspektive eine Amsel suggerieren könnte. Eindeutig zu erkennen waren die Krähen der anderen Bilder der Woche.

Warum ich von klugen Krähen schreibe? Erstens da Klugheit weniger provokant klingt wie Intelligenz oder Bewusstsein. Zweitens da mir Krähen öfter vor die Linse geraten. Ich schließe allerdings nicht aus, dass ich sie bevorzugt wahrnehme. Ich mag sie eben. Klug respektive intelligent gilt aber nicht nur für die Krähen.

Einige Belege für die Krähen (glaubt jemand diesen Angaben nicht, kann ich das mit Links zu den Veröffentlichungen belegen):

  • Sie benutzen und bauen Werkzeuge – sie können sogar mit zwei Werkzeugen gleichzeitig hantieren.
  • Sie trauern.
  • Sie träumen.
  • Sie beobachten den Menschen, merken sich Gesichter.
  • Sie paktieren mit Wölfen.
  • Sie können sich beherrschen.
  • Sie unterscheiden zwischen Punktmengen.

Für diejenigen, die diese Beispiele mit Instinkt oder ähnlich belegen wollen: In Krähengehirnen wurden Bewusstseinsprozesse nachgewiesen. Das sind belegbare wissenschaftliche Fakten.