Die Sorgen der Feen

Feensorgen

Nach der Installation dieser Gartenlichter suchten wir nach einem Namen für sie. Meine Assoziationen waren der schattigen Art, Monika erinnerten die Lichter an Feen, ergo einigten wir uns auf »Die drei Feen«. Worum sorgen sich diese Feen? Oder ich, da dies meine Assoziationen bei der Suche nach den Gartenlichtern waren und sind es leider immer noch.

Den Nachthimmel beobachte ich, seit ich mich erinnern kann. In meiner Münchener Zeit, den 80-er Jahren des vergangenen Jahrtausends (welch exorbitante Zeit ein Menschenleben doch umspannen kann), musste ich einen dunklen Himmel außerhalb der Großstadt suchen, da München schon damals leuchtete. Seit dieser Zeit kenne ich das Phänomen der Lichtverschmutzung, zunächst nur als Lightpollution bekannt.

Jahrelang war die Lichtverschmutzung ein Anlass zum Belächeln irgendwelcher Nachtspinner oder Extremumweltschützer. Seit einigen Jahren offenbaren die Nachtlichter ihre weiteren Schattenseiten. Insekten, Vögel, einige Gartensäugetiere, sogar Pflanzen werden durch die Garten- und öffentliche Beleuchtung gestört. So gestört, dass dies inzwischen nachweislich zum Schwund einiger Gattungen beiträgt. Eine kurze Internetrecherche nach beispielsweise lichtverschmutzung auswirkungen liefert Informationen.

So wählten wir keine Kampflichtstrahler für den Garten aus, sondern kleine Lichter, die durch Sonnenlicht gespeist nur eine kurze Zeit dezent leuchten. Ich hoffe, die Feen und andere Gartenbewohner fühlen sich dadurch nicht gestört. Für diese Aufnahme verwendete ich einen gedämpften Blitz, die Bilder ohne Blitz wirkten zu düster.

Die Sorgen der Feen heißen also Lichtverschmutzung. Sie mehren sich leider, nicht nur nach dem letzten Weihnachten und den damit einhergehenden Lichtexzessen mit Lauflichtern, Hauswandprojektionen galoppierender Rentiere, Farbwechseln und anderen Schattenseiten der LEDs mit ihren Rebound-Effekten.

Jan Schneider, Autor

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
Zu meinem Samstags-Newsletter …