Diversitätsparadoxon mit Folgen

Vogel-Kommunikation

Der Rahmen, den die beiden Bäume bilden, die Gräser im Vordergrund und die Reste der Kulturgräser dahinter, der Baum im Hintergrund, den der Morgennebel sanft zeichnet. Ein Vorgeschmack auf den Herbst ist das für mich und eine Vorfreude. Die Menschen sind nun mal unterschiedlich, ich mag die heißen Sommertage nicht, die Herbsttage, welcher Couleur auch immer, sind mir eindeutig lieber.

Damit die Gräser im Vordergrund zur Geltung kommen, gehe ich in die Knie, mache ein paar Aufnahmen. Bono liegt schon neben mir, ich kann noch ein wenig verweilen und die Stimmung genießen. Doch wenige Sekunden nur und aus der Stimmung werden Stimmungen. Diverse Stimmungen, nicht alle im Charakter der Vorfreude auf den Herbst. Die diversen Stimmungen habe ich den Gräsern zu verdanken in ihren beiden Formen, der natürlichen und der kultivierten. Böse Gräser! Das ist nicht ernst gemeint, die Verantwortung für meine Stimmungen liegt schon bei mir.

Diversität

Ja, die Menschen sind unterschiedlich. Gut und richtig ist das und nicht nur die Geschlechter meine ich damit. Die menschliche Spezies besteht fort und entwickelt sich, weil sie eine biologische Diversität aufweist. In Menschen, die nun ideologisch aufschreien, sehe ich die Homogenisierer.

Nein, Diversität gibt es nicht nur bei den Menschen, nicht erst seit dem Genderhype, sie ist keine menschliche Erfindung. Diversität, das ist ein Erfolgsprinzip der Natur.

Ein Paradoxon mit Folgen

Verbal fordert der Mensch Diversität, faktisch arbeitet er an ihrer Beseitigung. Nur ertragsstarkes und erntefreundliches Getreide. Die Gleichheit der Menschen wird von doch vielen politischen Richtungen postuliert.

Andererseits arbeiten einige an der Gleichheit der Geschlechter, andere an einer diktatorischen Gleichschaltung der Meinungen, um zwei Beispiele zu nennen. Sie wollen den Menschen homogenisieren. Diese Art der Arbeit an einer Gleichheit ist eine Arbeit an der Beseitigung von Diversität.

Es vergisst der Mensch nur zu gerne, dass er ein Teil der Natur ist und keine Krone, die über der Natur steht. Ideologien sind für die Natur völlig irrelevant. Relevant sind die Folgen, wenn sie in die Natur einzugreifen versuchen. Gleichmacherei klingt negativ, das wähle ich bewusst so, ebenso die Homogenisierung.

Die Natur sorgte und sorgt weiter für ihre Diversität. Gleichmacherei oder Homogenisierung aus ihrer Welt zu schaffen ist ein Leichtes für sie. Das liegt in der Natur der Gleichmacherei: Sie ist extrem anfällig. Es reicht ein einziger Schädling, es reicht ein einziger Umstand und ein homogenisiertes Kunstprodukt verabschiedet sich von der Welt.

Nicht freiwillig vielleicht, aber folgerichtig. Memento mori.

Zum Nachdenken. Gleichmachereiversuche gibt es in der Hardcore- und Softcorevariante. An der Softcorevariante arbeitet der Mensch, indem er sein individuelles Denk- und Entscheidungsvermögen homogenisiert. Über das perfekte Werkzeug dazu verfügt er bereits; nicht alle erkennen, welches Werkzeug sie da lieben und benutzen.

Kein Werkzeug wird die Natur überlisten.

Jan Schneider, Autor

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
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