Cloud klaut: Cloud heißt Cloud, da sie klaut

Cloud klaut

Cloud heißt Cloud, da sie klaut. Oder kürzer: Cloud klaut.

Die offizielle Lesart spricht von einem Zugriff auf die eigenen Daten allüberall und auf allen Geräten. Das ist vordergründig betrachtet korrekt.

Ja, die Cloudanbieter gewähren einen Zugriff auf die Daten – auch – ihren Kunden. Ebenso diversen Unternehmen, deren Geschäftsmodelle Konsumenten voraussetzen, die sich für die Art des Gebrauchs ihrer Daten nicht interessieren. Auf dieser Art der Cloudkunden basieren ebenfalls die Geschäftsmodelle der Hacker.

Eine mangelhafte Verantwortung seitens der Cloudanbieter und der Cloudnutzer erleichtert den Hackern die Zugriffe auf die Daten. Es ist das alte und allgegenwärtige Spiel mit der Verantwortung, die immer bei einem selbst liegt. Für die Verantwortung gibt es kein Outsourcing. Das bleibt so; ändern können das keine religiösen Institutionen, keine politischen Systeme, keine Informationstechnologien auch nicht mit künstlicher Intelligenz.

Die Cloud klaut, weil sie es darf, weil zu viele Nutzer zu oft der Bequemlichkeit frönen und die Gefahren mit einem »Ich habe ja nichts zu verbergen« verdrängen.

Ich habe nichts zu verbergen, mir doch gleich, wenn Xyz meine Konsumwünsche steuert und am Tisch und im Bett mithört. Das ist doch bequem, denn wenn ich nicht weiß, wann ich das letzte Mal aß, mit dem Partner sprach oder stritt, wann, mit wem, wo und wie ich Sex hatte, frage ich die Cloud. Kein Kriminaler, kein Richter fragt mich nach meinem Alibi, denn wann und wo ich war, seit wann, wie ich da hinkam und mit wem nebst anderen Details – all das weiß die allwissende Wolke des Gottes Smart.

»Es wird schon nicht so schlimm sein.«

Und siehe da, es wurde nicht schlimm – es wurde schlimmer.

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Jan Schneider, Autor

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