Ein himmlisches Rotlicht mit einer Blutmondflutpause

Blutmond-Himmel

Im 98. Newsletter [1] schrieb ich:
Witzig finde ich die Schlagzeilen von einer Finsternis während eines Vollmonds. Mondfinsternisse sind nur bei Vollmond möglich. In der Gleichzeitigkeit einer Mondfinsternis und des Vollmondes eine Besonderheit zu suggerieren, grenzt [bei einem deutschen Leitmedium] an Dummheit. Ich nehme aber an, dahinter steckt keine Unwissenheit, sondern die fragliche Absicht, eine aufsehenerregende Schlagzeile zu produzieren.

Und da leuchtete er wieder, der Blutmond. Kaum eine Mondfinsternis der letzten Jahre, die nicht als Blutmond für Schlagzeilen sorgte. Was bedeutet der Blutmond für die Menschheit?, fragt eines der größten Esoterikforen im deutschsprachigen Raum und stellt fest, dass sich die Blutmond-Phänomene im 21. Jahrhundert deutlich häufen. Denn deutsche Astronomen haben errechnet, dass mittlerweile zwei Blutmonde in einem Jahr erscheinen können. Das können allerdings auch kostenlose Astronomie-Apps ermitteln.

Ein himmlisches Rotlicht

Das himmlische Rotlichtphänomen mit einer simplen Astronomie (Physik) skizziert:

  • Die sogenannten Blutmonde gibt es bei einer totalen Mondfinsternis.
  • Bei einer Mondfinsternis stehen Sonne, Erde und Mond in einer Linie, wodurch das Sonnenlicht durch die Erde blockiert wird und den Mond nicht bescheinen kann.
  • Die rötliche Färbung verursacht das Restlicht der Sonne, welches die Erdatmosphäre passiert und den Mond erreicht. Der Mond befindet sich im Kernschatten der Erde, er ist verfinstert, dennoch nicht vollkommen dunkel.
  • Je mehr Schmutzpartikel sich in der Erdatmosphäre befinden, desto röter dieses Sonnenrestlicht und desto röter – »blutiger« – der verfinsterte Mond.

Folglich passieren vor allem die rötlichen Anteile des Sonnenlichts die Erdatmosphäre und erreichen den Mond, wodurch er bei einer totalen Mondfinsternis immer rötlich erscheint. Mal mehr, mal weniger, aber immer.

Das Ende der Blutmondflut ohne Entwarnung

Im deutschsprachigen Raum gibt es knapp ein Jahrzehnt keine Blutmonde mehr zu sehen, denn erst am 31. Dezember 2028 findet die nächste von hier aus beobachtbare Mondfinsternis statt. Silvester, Blutmond, Feuerwerke – wenn das kein dreifach böses Omen ist.

Dazwischen foppt uns der Mond. Entweder geht er vor der Totalitätsphase unter (Mai 2022), ist somit nur im westlicheren Europa zu sehen, oder er geht erst nach ihr auf (September 2025), wodurch er den Osteuropäern vorbehalten bleibt.

Eine nur bedingte Entwarnung also vor Blutmonden und ihren Zeichen und Omen. Irgendwo auf der Welt ist jede Mondfinsternis mit ihren Blutmonden sichtbar. Unsere Atmosphäre reinigen wir in der Kürze dieser Zeit nicht. Das Gegenteil schaffen wir aber: Um die Atmosphäre wird es finsterer stehen. Die Chancen für den nächsten Blutmond in gut 10 Jahren stehen also gut.

Und die Chancen für eine saubere Luft?

Ein Zeichen, ein Zeichen, ein himmlisches Zeichen

Man könnte dem eingangs erwähnten Forum recht geben mit der Häufung der Blutmonde, da die Erdatmosphäre immer belasteter ist. Darauf weist das Portal nicht hin, bringt stattdessen die Frage nach einem möglichen göttlichen Omen.

Und schon sind die Leser gefesselt, beunruhigt, schon ist die Aufmerksamkeit da. Weiter wird darauf nicht eingegangen, das göttliche Omen ist der letzte Satz dieses Beitrags. Die Absichten hinter solch suggestiven Texten?

Ein Omen für den Menschen kann der Blutmond dennoch sein, weist er doch auf den Verschmutzungsgrad der Erdatmosphäre hin. Dafür sind wir aber nicht mehr empfänglich, da wir sogar die Folgen des Klimawandels auf der Erde ignorieren, verdrängen, belächeln, die Chinesen dafür verantwortlich machen. Oder ist das erneut die fatale Hoffnung wie bei der Cloud, die klaut [2]?

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Oder der Mensch, wenn er es bei den Hoffnungen allein belässt.

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Links zum Beitrag
[1] 158. Bild der Woche: Blutmondflut
[2] Cloud klaut: Cloud heißt Cloud, da sie klaut

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
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Jan Schneider, Autor

 

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