Bilder der Woche und »Ein Wort dazu«

Jedes Wochenende ein neues Bild der Woche. Die Fotos nahm ich in der Natur auf. Neben schönen (ein individuelles Kriterium) Motiven suche ich überraschende, nicht alltägliche Augenblicke in der Natur.

Einige Monate nach dem Beginn der »Bilder der Woche« begann ich »Ein Wort dazu« zu jedem der Bilder zu schreiben. Unerwartet entwickelten sich diese Worte zu persönlichen Statements über meine Innenwelt in der Natur.

Einige dieser Bilder veröfentlichte ich in den »Erleuchtungs-Minütchen«-Büchern. »Ein Wort dazu« erscheint zunächst im Newsletter, später hier. Und hier zur Übersicht aller Fotos ...

Bilder mit »Ein Wort dazu«      

113: Ausklang mit Anklängen

Bild der Woche

Den späten Rundgang um den See herum beendet. Der Tag klang aus, es brachen die letzten Lichtminuten des Tages an. Die Stille der Natur lud ein, eine Bank anzusteuern, um mich dem Restlicht des Tages und der anbrechenden Nacht hinzugeben.

Doch nahm zuerst nicht ich Platz auf der Bank. Ich hoffte, dass ich mit der Technik von dieser Atmosphäre ein wenig einfangen kann. Da ich freihändig die Fotos der längeren Belichtungszeit wegen hoffnungslos verwackelt hätte, platzierte ich eben zuerst die Kamera auf der Bank.

Bono (mein Hund) gab sich ebenfalls der Stimmung hin, da er es sich neben der Bank bequem machte. Ich widmete mich dem Himmel. Im Süden konnte ich die drei Sterne des Sommerdreiecks ausmachen, die sich im Hochsommer erst um Mitternacht herum im Süden befinden. Eine Sternkarte zum Auffinden und etwas Text zu dem Sommerdreieck: Der Zauber der Sommernächte …

Sehe ich mir das Sommerdreieck bei einem dunklen Himmel an, was am Westufer des Sees glücklicherweise der Fall ist, kommt das göttliche Krafttier Delfin in den Sinn und auch licht-physikalisch in die Augen. Es ist das Sternbild Delfin, eines der kleinsten Sternbilder. Man erkennt darin den springenden Delfin mit Leichtigkeit, einen dunklen Himmel vorausgesetzt. Auch dazu etwas mehr in »Der Zauber der Sommernächte«.

Wenn ich die Wega, den hellsten Stern des Sternbilds Leier und gleichzeitig des Sommerdreiecks betrachte, klingt seit einigen Jahren noch etwas anderes an. In dem Film »Contact« senden die Außerirdischen ihre Signale aus dem Gebiet um den Stern Wega zu uns. So stelle ich mir die Frage, warum wir noch keinen Kontakt mit den ETs haben (das Fermi-Paradoxon). Oder warum sie uns nicht kontaktierten.

Auf diese Frage gehe ich in einem gesonderten Beitrag ein. Das Rohmanuskript existiert bereits, ich kann mich aber noch nicht entscheiden, wo ich den Text publizieren will.

Da der Sommer vorüber ist, beherrschen die Herbststernbilder den Osthimmel am Abend. Hier kann man mit dem bloßen Auge die Andromedagalaxie ausmachen. Das Licht, welches dann in die Augen fällt, war 2,5 Millionen Jahre unterwegs, was bedeutet, dass die Andromedagalaxie 2,5 Millionen Lichtjahre von unserer Milchstraße entfernt ist. Als Andromeda das Licht erzeugte, welches uns jetzt in die Augen fällt, begannen unsere Vorfahren, Homo rudolfensis, mit dem Bau der ersten Werkzeuge (nach dem heutigen Wissensstand). Die ersten Werkzeuge unseres Planeten haben nicht wir erfunden und benutzt. Das Tierreich kam uns Millionen Jahre zuvor.

Es fasziniert noch mehr an diesem schwachen Nebelfleck. Erstens beginnen sich in gut 4 Milliarden Jahren die Andromeda und die Milchstraße zu vereinen. Bis diese Vereinigung, die in einem kosmischen Tanz erfolgt, vollzogen ist, vergehen weitere dem menschlichen Verstand kaum erschließbare Zeiträume. Zweitens frage ich mich, wie viele Wesen der Andromedagalaxie unsere Milchstraße betrachten und sich ebenfalls fragen, wie viele Wesen in der anderen Galaxie leben und sie gerade betrachten. Und drittens ist die Andromeda das erste Himmelsobjekt, bei dem nachgewiesen wurde, dass es sich außerhalb unserer Milchstrafe befindet. Das Weltall wuchs. Der Nachweis gelang dem Astronomen Edwin Hubble, dem zu Ehren das Hubble-Weltraumteleskop seinen Namen trägt.

Nachdem mich diese Anklänge an die fernen Welten sowie das Wasser der Delfine aufwühlten und sich anschließend beruhigten, wollte ich mich dem Tagesausklang hingeben. Der überließ aber der Nacht die Regentschaft über den Himmel. Und da meldete sich der Magen, dem ein kleines Häppchen in gut einem Kilometer wichtiger war, als die ETs in 2,5 Millionen Lichtjahren.

Ich gab ihm nach, denn würde ich es nicht tun, kann der restliche Körper, also auch das Hirn, nicht in diese Fernen schweifen.

112: Herbstharmonie

Bild der Woche

Die Wolken kündigen den Regen an, die Temperaturen den Spätherbst und den Winter. Der Wind frischt auf, es könnte ungemütlich werden. Trotz dieser Ungemütlichkeiten machte sich Wärme, Behaglichkeit, Heimeligkeit sogar breit. Es war ein herrlicher Anblick und ein herrliches Gefühl.

Es dauerte, bis ich mich meiner Kamera erinnerte und dieses Bild aufnahm. Sogar das Bild strahlt eine Harmonie aus mit der gedämpften Herbstfärbung der Bäume und dem Wasser oben in den Wolken wie unten im See.

111: Ein Paradoxon: Abschied und Alleinsein und Frohsinn

Bild der Woche

Ich bin immer wieder gerne allein, wozu die Abwesenheit aller Störfaktoren gehört. In diesen Momenten sind das neben den Menschen vor allem ihre Lieblingsspielzeuge, mit denen sie sich ihrer Zeit und Konzentrationsfähigkeit berauben. Diesen Umstand verdrängen sie. Sie nennen ihre Spielzeuge klug, schlau, smart – eben  Smartphone.

Ich bin kein Misanthrop. Die kurzen Momente der Ruhe ohne Anspannung oder Hintergedanken, was auf der Welt geschieht, das sind Glücksmomente. Sie bereiten für den Tag oder für seinen Ausklang vor, sie geben Kraft, sie liefern Ideen.

Ich bin auch nicht technikfeindlich. Ich mag sie, ich hinterfrage nur, denn alles, was wir Menschen erfanden und was wir tun, unterliegt der Polarität. Sogar die Liebe ist das; sie sogar besonders. Nur die Agape nicht, doch das ist die göttliche Form der Liebe, die in dem oberen Erleuchtungs-Minütchen mitschwingt.

Dieses Bild ist beinahe zwei Wochen alt, es passt aber noch zu der Stimmung in der Natur. Auf diesem Weg bin ich allein; menschenallein, denn mein Hund ist dabei. Einsam bin ich aber nicht, denn körperlich kehre ich zu den Menschen wieder zurück, geistig sind sie immer dabei. In diesen Momenten allerdings als Freude auf das Wiedersehen mit einigen von ihnen und als Ideenlieferanten für das Schreiben.

Allein, aber nicht einsam.

Der Abschied gilt dem Sommer. Ich nahm an diesem Tag mehrere Bäume in den Herbstfarben wahr, die Morgennebel waren bereits die Regel. Es war eindeutig der Abschied vom Sommer. Ein bekannter Abschied und ein freudiger. Der Sommer kommt wieder, doch zunächst folgen Herbst und Winter mit ihren schönen Seiten. Auch mit den anderen, doch das gilt für alle Jahreszeiten. Polaritäten eben, wie bei den Menschen und ihrer Technik.

Abschied, aber keine Trauer.

Allein, aber nicht einsam, Abschied, aber keine Trauer, sondern Frohsinn. Der scheinbare Widerspruch des Paradoxons offenbart seine logische und emotionale Korrektheit.

110: Naturspiegel

Bild der Woche

Passt das Wetter, setze ich mich am Ende meiner Seerunden gerne wenige Minuten hin und entspanne dabei. Vorher lasse ich Bono das Seewasser trinken, er liebt es über die Maßen. Diesmal entspannte ich bei einem Blick auf die durch die Abendsonne gefärbten Wolken. Einen indirekten Blick, da nicht auf den Himmel, sondern in den Seespiegel.

Das Foto ist also kein Ausrichtungsfehler. Erkennbar ist das an dem unteren Uferstreifen sowie der leichten Kräuselung der Baumkronen in dem natürlichen Spiegel des Seewassers.
Mit dem 104. Bild der Woche nutzte ich ebenfalls den Seespiegel. Da allerdings, um einen befremdlichen Himmel vorzugaukeln.

109: Lichtvolle Ost-West-Anleihen

Bild der Woche

Es ist der Westhimmel, der eine Abendstimmung suggeriert. Doch nicht am Abend, sondern in der Früh beim Sonnenaufgang nahm ich dieses Foto auf. Die aufgehende Sonne lieh ihr Licht dem Westen.

Am Abend kehrt sich das Spiel um, wenn der Himmel nur teilweise bewölkt ist. Die untergehende Sonne leiht ihr Licht dem Osthimmel. Eine lichtvolle und wechselnde Ost-West-Anleihe.

108: Klarheit oder die Musen sind gewogen

Bild der Woche

Die Göttinnen, in diesem Fall die Musen, sind gewogen und sorgen für eine innere Klarheit. Oder tragen zumindest dazu bei, denn das von den Göttern allein zu erwarten, führte noch nie zur Klarheit oder der Erfüllung sonstiger Wünsche. Primär trugen zur Klarheit die Bewegung in der kühlen, frischen Morgenluft bei. Die Musen, Göttinnen oder der Himmel helfen mit oder wie es meine Oma sagte: »Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott«.

Ich beziehe mich auf »Die Göttinnen«, das vorletzte Bild der Woche. Beide Bilder machte ich vom fast gleichen Platz aus. So sind am linken Rand dieses Bildes die Bäume im rechten Teil des Göttinnen-Fotos zu erkennen.

107: Ausguck

Bild der Woche

Zu den Nachbarn dieses Baumes mit einer reichen Lebenserfahrung gehört der ebenfalls betagte »Lichtbaum« aus dem 91. Bild der Woche. Darin sinnierte ich über eine Verbindung zwischen den intelligenten Krähen und dem erleuchteten Baum.

Hier beweisen die Krähen ihre Intelligenz, indem sie auf ihrem Ausguck eine Rundumüberwachung einrichten, anstatt gemeinsam in eine Richtung zu starren.

106: Die Göttinnen

Bild der Woche

Zwei Göttinen scheinen auf diesem Bild auf eine dritte Gottheit hernieder. Unübersehbar ist es Eos, die Göttin der Morgenröte. Wer genauer hinsieht, findet die zweite Göttin. Es ist Venus, die Göttin der Liebe, die dem Planeten Venus ihren Namen gab. Die Venus ist an der Grenze zwischen der Morgenröte und dem Blau des Himmels in der rechten Bildhälfte wahrnehmbar. Die beschienene Gottheit schließlich ist Gaia, also unsere Erde.

Diese drei Göttinnen fielen mir zuerst ein. Mein tierischer Begleiter erinnerte mich an weitere Gottheiten wie Diana, die Jagdgöttin. Auf der Jagd waren wir aber nicht, es war der übliche Morgenspaziergang, um die Musen, die Göttinnen der Künste, für den anbrechenden Tag gewogen zu stimmen.

105: Er schwächelt

Bild der Woche

Nein, nicht der Baum; der Sommer ist es, der schwächelt. Das Auge nimmt das am verschwundenen Getreide wahr, am Gelbbraun des gepflügten Feldes. Am gedämpften Grün der Bäume, an den gedämpften Farben des Himmels. An den häufigeren Nebelfäden.

Die Ohren vernehmen die selten gewordenen Vogelstimmen. In diesen Stimmen hört es bereits die Solisten, z. B. die Meisen, des Herbstes und des Winters heraus. Noch begleiten sie den Sommerklang, teilweise sind es bereits Soloauftritte.

Vor allem jedoch macht sich die Schwäche des Sommers an der Dämmerung oder der Dunkelheit am Beginn der Morgenausflüge in der Natur bemerkbar. Die wohltuende Morgenfrische zerstreut die letzten Zweifel an dem Abschied des Sommers.

Dieses Bild des schwächelnden Sommers machte ich am Ende einer der Sommerabschiedstouren. Zu Beginn leuchteten neben dem Mond und der Venus noch einige Sterne. Es waren die hellsten Sterne Orions, des markanten Wintersternbildes.

Auflösung zum letzten Bild der Woche »Ein befremdlicher Himmel«

Ich gestehe. Das Wort dazu suggerierte einen Himmelsblick durch hohes Gras. Das Gras stimmt, der Himmel allerdings nur indirekt. Es ist die Spiegelung des Himmels im Seewasser. Ich nahm das Bild von einem Blickwinkel auf, mit dem ich einen direkten Himmelsanblick vortäuschen konnte.

104: Ein befremdlicher Himmel

Bild der Woche

Wer dem Himmel seine Aufmerksamkeit schenkt, wird selten vom Wetter überrascht. Auch ist der Himmel eine immerwährende Emotions- und Inspirationsquelle.

Der Himmel dieses Bildes der Woche wirkt hinter dem hohen Gras eigentümlich. Schon charakteristisch, aber auch befremdlich. Oder beängstigend, wenn die Bedeutung dieser Wolken unbekannt ist.

Worauf deutet dieser Himmel hin, was kündigt er an?
Die Auflösung wieder im nächsten Newsletter.

103: Meine Heiligenscheine

Bild der Woche

Meine Heiligenscheine nehme ich auf den morgendlichen Streifzügen durch die Natur oft wahr. Allmählich gewöhnte ich mich an meine Heiligkeit. Da aber Bescheidenheit eine Zier respektive Tugend sein soll und ich weder einer bodenfreien Spiritualität noch einer institutionalisierten Gläubigkeit anhänge und auch nicht unter Morbus Trump leide, stelle ich klar:

Es ist kein Heiligenschein, auch wenn es ein physikalisches Phänomen ist, welches zu den Geschichten über Heiligenscheine mitbeigetragen haben könnte. Einem Menschen, der in Unkenntnis der Optik unter dem allgegenwärtigen Einfluss der Kirche stand, könnte diese Erklärung in den Sinn kommen. Es war wohl besser für ihn, dieses für sich zu behalten. Aus dem Heiligenschein konnte nur zu leicht Blasphemie werden und aus ihr ein lodernder Schein eines lebensfinalen Feuers.

Sicherheitshalber dennoch eine physikalisch-optische Erklärung; offizielle Inquisitoren wirken im Vatikan immer noch. Dieses Phänomen entsteht, wenn ein Schatten auf einen bestimmten feuchten oder nassen Hintergrund fällt. Hier ist es die taubedeckte Morgenwiese. Wäre ich heilig, müsste es auch Bono sein, dessen Heiligenschein mir gut bekannt ist. Bitte nicht an den U2-Sänger denken, den einige Menschen für heilig halten könnten. Mein Bono ist ein Labrador, der sich nicht heilig, sondern nichtaltersgemäß benimmt: Immer noch verspielt wie ein Junghund trotz seiner 8,5 Jahre.

In dem kleinen, eingefügten Bild ist mein Heiligenschein aus dem Frühjahr 2013. Damals musste eine Handy-Kamera reichen. Dennoch ist der alte Heiligenschein auffälliger. Das liegt nicht an meiner größeren Heiligkeit anno dazumal. Es ist der dunkle Feldhintergrund, der den Heiligenschein auffälliger werden lässt.

Auflösung zum letzten Bild der Woche »Vollmond? Sonne?«

Es war die tief stehende Morgensonne hinter einem dichten Nebel. Der Nebel vor der Sonne war an dieser Stelle besonders dicht, da ich am Westufer eines Sees stand. Mit seinem warmen Wasser erzeugte er in der kalten Morgenluft weitere Nebelschwaden, die Sonne kam durch diese Nebelwand nur schwach hindurch. Und die nebelgehüllten Bäume komplettierten den Anblick, der an eine Vollmondnacht denken ließ.

102: Vollmond? Sonne?

Bild der Woche

Ich bin zu eher unüblichen Zeiten unterwegs, da ich diese Zeiten nicht nur für die Sauerstoffanreicherung nutze, sondern auch für eine innere Stille, in der recht häufig Schreibideen auftauchen. So gehört auch ein kleiner Notizblock zum Festhalten der Ideen zu meinem Equipment. Das erklärt die ungewöhnlichen Zeiten, zu denen ich möglichst wenig Menschen begegne.

Dieser Hintergrund macht die Frage zu diesem Bild der Woche spannend:
Ist das der Vollmond oder die Sonne? (Auflösung im nächsten Newsletter).

101: Reminiszenzen an William Turner

Bild der Woche

Früher Morgen, diesiger Himmel, ein wenig Nebel – und schon erinnert die Szenerie an William Turner. Nach der fotografischen Aufnahme nahm ich dieses Bild in mich auf. Es tat gut, der Tag konnte kommen.

Mein tierischer Begleiter kennt mich gut. Wenn ich zur Kamera greife, setzt er sich hin und wartet ab, bis ich sie wieder verstaue, um sofort den Marsch fortzusetzen. Nicht so nach dieser Aufnahme; ich kann aber nicht sagen, woran er erkannte, dass ich die Landschaft weiterhin betrachten will. Es stimmt wohl, was ein Hundetrainer sagte: »Dein Hund beobachtet dich den ganzen Tag. Der kennt dich besser, als du dir das vorstellen kannst.«

100: Heimwegbeschleunigungshimmel

Bild der Woche

Trotz des instabilen Wetters erwartete ich keinen Regen. So wagte ich mich auf dem Lechdamm bis zum ersten Wehr hin und beachtete den Augsburger Himmel nicht. Das hätte ich doch tun sollen, denn auf dem Rückweg überraschte er und beschleunigte meinen Heimweg. Regensicher angezogen war ich nicht. Es war aber eine leere Drohung, es regnete erst Stunden später.

Das Foto nahm ich fast an derselben Stelle auf wie das kontemplative Heimtor vor zwei Wochen (s. Newsletter 038 / Bild 098). Fast derselbe Platz, wieder eine Einladung nach Hause. Doch welch anderer Charakter.

099: Wenn’s der Specht erspechtet und juristische Fragen aufwirft

Bild der Woche

Auf der Verpackung steht zwar »Meisenknödel«, die Knödel selbst sind nicht etikettiert (bitte nicht nach Brüssel posten, sonst gibt es demnächst eine Pflicht dazu). So sind die Spatzen die häufigsten Gäste an den Meisenknödeln, nicht die Meisen.

Neben den Spatzen und Meisen gibt es seltenere Gäste. Den Vogel abgeschossen hat dabei eindeutig ein Specht, der die Knödel erspechtete. Oder will er mildernde Umstände für sich geltend machen lassen, da er eine Meise habe? Im Falle einer Anerkennung dieser mildernden Umstände: Erwirbt er dadurch einen rechtlichen Anspruch auf die Meisenknödel?

098: Kontemplatives Heimtor

Bild der Woche

Ich bin auf dem Rückweg vom Morgenfußmarsch mit Bono. Die Freude auf das Duschen und das Frühstück danach wird größer, es sind ja nur noch etwas 3 Kilometer zu gehen, die Wolken im Rücken bringen keinen Regen. Hin und wieder scheint sogar die Sonne durch die Wolkenlücken.

Richtung Augsburg geben die Wolken den Himmel frei und in einem der Sonnendurchbrüche durch die Wolken im Rücken sehe ich in Marschrichtung ein erleuchtetes Tor Richtung Heimat. Es ist eine Verheißung, die zusammen mit der frischen Luft ungetrübte Freude schenkt.

Das Wort Heimtor macht sich breit, da »Torheim« nicht gefällt. Doch nach dem Frühstück fällt mir ein, dass Torheim ein Wort aus dem Fußball ist und mit einer gänzlich anderen Bedeutung. Google bestätigt das. Also die Worte vergessen und die Bilder und Emotionen wieder walten lassen. Das Foto dieses Heimtors der schönen Art hilft dabei.

097: Mit Sonne und Grün in das All und die Transzendenz

Bild der Woche

Sonnengrün zum Ersten: Das Grün leuchtet in der Sonne. Okay, dieser Text ist entwicklungsfähig.

Sonnengrün zum Zweiten: Das Foto nahm ich um die Sommersonnenwende herum auf, die Sonne beschien das Grün des nördlichen Teils der Erde am längsten.

Sonnengrün zum Dritten: Ohne unsere Sonne gäbe es kein Grün auf der Erde. Dieser Satz führt zu einer Kausalkette:

  1. Uns – und andere Lebewesen – gäbe es nicht ohne den Sauerstoff der Luft.
  2. Den Sauerstoff gäbe es ohne das Grün nicht.
  3. Das Grün - und die gesamte Erde – gäbe es ohne die Sonne nicht.
  4. Die Sonne - und das Sonnensystem – gäbe es ohne die Materie nicht.
  5. Die Materie gäbe es nicht ohne vorherige Supernovae-Explosionen.
  6. Die Supernovae gäbe es ohne die einfache (Wasserstoff, Helium) Materie des Alls nicht.

Setzte ich diese Kette fort, käme ich sogleich zu den Fragen nach dem Woher, dem Wie oder dem Warum des Weltalls. Das ist zu viel für diesen Ort, doch verweise ich auf einen Beitrag, in dem ich skizziere, warum wir - physikalisch, nicht nur metaphysisch – Kinder der Sterne und des Lichts sind:
Wir sind Sternenkinder aus Sternenlicht …

Dieses Foto nahm ich auf dem Rückweg eines der frühen Morgenausflüge in die Natur auf. Kein Menschengewusel störte noch die Ruhe. Einerseits eine Quelle von Gedanken und Ideen, die nicht nur den kommenden Tag beeinflussen. Andererseits schade, dass so wenig Menschen ihren Tag mit einem Blick in die Natur beginnen. Es gäbe mehr Inspirationen als mit den toten Apps. Auch sie beeinflussen - aber wozu und wohin?

096: Berührte Natur

Bild der Woche

Die unberührte Natur wird mit Schönheit assoziiert; das ist keine bahnbrechende Erkenntnis. Berührte Natur ruft andere Assoziationen hervor. Und dennoch kann sie schön sein.

Es ist der Lech, an dem ich diesen Steinhaufen fand. Durch die Stille und die Spiegelung strahlte diese Szenerie eine Ruhe aus, die sogar auf ihrem digitalen Abklatsch, Foto genannt, ihre Wirkung beibehält.

095: Und dahinter Nirwana

Bild der Woche

Natürlich findet sich kein Nirwana hinter dieser seltsamen Absperrung, der Titel ist daher ein Fake. Es ist ein kleiner See am frühen Morgen. Der dichte Nebel erlaubt keine Sicht auf das andere Seeufer. Die Pfähle im Vordergrund täuschen zusammen mit dem Nebel eine unendliche Weite vor. Oder das Nirwana, wie es mir bei diesem Anblick einfiel.

Bevor ich die andere Uferseite erreichte, verzog sich der Nebel und das Nirwana war dahin.

Trump’s bad, very bad world: Fischers Freund fischt frische Fische

Ursprünglich plante ich für dieses »Bild der Woche« ein Kranichfoto mit dem Titel »Trumps bad, very bad world: Fischers Freund fischt frische Fische« ein. Beim Schreiben des dazugehörigen Textes fielen mir beim Freund und Feind die Fake News ein. Trumps Vogel war geboren und der Text landete in »Seelengeflüster und Gedanken zur Zeit«. Aber keine Sorge, der Titel des neuen Bildes der Woche ist ebenfalls ein Fake.

Hier der Text mit dem bösen Vergleich zwischen Trump und einem Vogel …

094: Eine Minute nur

Bild der Woche

Die ersten Sonnenstrahlen überwanden die Baumkronen des Ostufers und tauchten das Westufer in ein kontrastreiches Licht. In dieser Intensität dauerte dieses Lichtschauspiel keine Minute lang. Kurz darauf wurde das Licht zu stark, die Kontraste verloren an Stärke.

Ich mag Schilf. Es sind die Muster (»pattern« nennen es die Fotografen) in ihm, es ist sein Rauschen und Wogen im Wind, es ist das Leben, welches es beherbergt. Zur Zeit sind es die putzigen Irokesen, an die ich bei den jungen Blesshühnern mit ihrem rötlichschwarzen Schopf denke.

Auf manche Menschen aber übt das Schilf eine beunruhigende Wirkung aus. Einmal erfuhr ich, Schilf erinnere an den Tod; ich sah daher von weiteren Schilffotos ab. Ich hoffe, dieses Bild lässt die Schilfassoziationen in einem anderen Licht - im übertragenen und wahren Wortsinn – erscheinen.

093: Mystic Mist

Bild der Woche

Die Sonne ging erst vor wenigen Minuten auf, sie leuchtete hinter den Bäumen vom Westufer des Kuhsees aus betrachtet. So konnten die Sonnenstrahlen dem Nebel des Sees noch nicht gefährlich werden. Der sonst bereits blaue Himmel bot hier einen Anblick, der mich in verwunschene Landschaften versetzte.

Das Bild entstand in den letzten Augenblicken des Nebels, denn kurz darauf kamen die ersten Sonnenstrahlen oberhalb der Bäume hervor und beendeten diesen Zauber.

Selbstverständlich spreche ich mit »mist« im Titel dieses Bildes die englische Bedeutung des Wortes an: Nebel.

092: Retriever at its best

Bild der Woche

Der Labrador ist ein Retriever- oder Apportierhund, was seine vollständige Bezeichnung »Labrador retriever« verrät. Hier macht der Labrador namens Bono dem Retriever alle Ehre. Was er da trägt, ist kein Dinosaurierschenkelknochen; da hätte ich die Apportierrolle übernommen.

Eine von Bonos Leidenschaften ist die Bearbeitung abgebrochener Äste. Entweder schreddert er sie oder apportiert sie auch über Kilometer hinweg. Bei diesem Prachtexemplar riet ich ihm, es abzulegen, es sei doch zu schwer. Ob jedoch Menschen- oder Hundekinder; die meisten lernen durch Erfahrung. Für Bono reichten etwa 20 Meter, um es einzusehen.

Die zwei Menschenkinder im Hintergrund gehören nicht zu meiner Entourage. Ausnahmsweise war ich zu einer Tageszeit unterwegs, in der ich eher Menschen denn Tieren begegne.

091: Lichtbaum

Bild der Woche

Ein Tag nach dem Vollmond, der Sommer naht, also geht der Mond am blauen Himmel unter. Im Vordergrund ein abgestorbener Baum am Südufer des Sees, der Mond in seiner Nähe. Einige Schritte zum Seeufer hin, die richtige Perspektive wählen und voilà: Der Baum, sonst ein beliebter Beobachtungsposten für die Krähen, hat eine Leuchte.

»Erleuchteter Baum«, das wäre mir zu viel des Guten nach dem heiligen Baum der vergangenen Woche. Also ist es der Lichtbaum. Wer es mag, kann darin ein Baumlicht sehen. Oder einen erleuchteten Baum, sind doch die Krähen recht intelligente Vögel.

090: Heiliger Baum

Bild der Woche

Dieses Foto nahm ich vom Westufer des Kuhsees auf, ich blickte daher nach Osten hin, wo die Morgensonne durch die erst frühlingshaft belaubten Bäume schien. Über dem See lag noch Nebel, die Sonnenstrahlen brachen an den Nebeltröpfchen und boten durch reine Physik wunderschöne Erscheinungen, die ich in dieser Stärke noch nie sah.

Die Aufnahme entstand ohne Fotofilter und ohne Computer-Strahlen.

Anmerkung zum Kuhsee

Enten, Schwäne, Kraniche sogar einen Biber traf ich am Kuhsee bereits. Da ich für die Seebesuche Zeiten bevorzuge, zu denen die Menschen diese Gegend nicht verunsichern, treffe ich dort nur überzeugte Jogger oder die Kranich-Kontrahenten, die sich Fischer nennen.

Kühe sind nur noch im Namen dieses Augsburger Sees geblieben.

089: Eine unheimliche Begegnung der nächtlichen Art

Bild der Woche

So unheimlich wie in Spielbergs SciFi-Klassiker »Unheimliche Begegnung der dritten Art« war diese Begegnung nicht. Sie war selten und schön.

Ich war früh unterwegs, der Mond und die Sterne beherrschten noch den Himmel. Gut 2 Meter von mir entfernt sah ich einen Biber. In Ufernähe im See nagte er von einem Baumzweig die Rinde ab.

Er ließ sich durch nichts stören. Einige Male sprach ich ihn an, er unterbrach seine Mahlzeit für 1-2 Sekunden, schaute in meine Richtung und setzte sein Früh-Frühstück fort. Sogar Bono, ein Labrador, störte ihn nicht.

Wusste der Biber um unsere wahren Absichten? Bono drängte auf die Fortsetzung des Marsches, ich fotografierte diesen Albtraum der Zahnärzte und Zahnarzttechniker.

088: Mond- und Venus-Quest

Bild der Woche

Nach der Venus-Quest (75. Bild der Woche), worin die Venus am Häkchen-Ansatz des Q als der Abendstern zu finden war, folgt jetzt eine Doppel-Quest.

Die Venus, diesmal der Morgenstern, ist im oberen rechten Eck leicht zu finden. Der Mond ist tief überm Horizont etwas links der Venus auszumachen. Da der Mond auf seine Neumondphase zugeht, präsentiert er sich als eine schmale Sichel, die am Taghimmel ohne Hilfsmittel nicht mehr sichtbar ist.

Notabene: Die Venus am Himmel ist kein Stern, sondern ein Planet. Korrekterweise müsste es daher Morgen- oder Abendplanet heißen. Das klänge aber doch recht unromantisch.

087: Lichtbaumgeist

Bild der Woche

Früh morgens, die Sonne hatte noch fast eine Stunde Zeit zum Aufgang, fand ich diesen Lichtgeist auf einem Baum sitzen. Ja, es wäre schön, Naturgeister in dieser Deutlichkeit wahrzunehmen. Es war aber nur der Mond, der sich passend hinter den Bäumen postierte. Oder sachlicher: Ich sorgte für die passende Perspektive.

Der Anblick war auch ohne sichtbare Naturgeister schön, romantisch fand ich diese Szenerie ebenfalls. Das Bild nahm ich vom Ostufer des Kuhsees im Süden Augsburgs auf.

086: Eine Annäherung

Bild der Woche

Die Präsentation der Flügel allein wird für den erfolgreichen Abschluss der Annäherung nicht reichen. Beim Menschen ist es nicht anders, auch wenn er keine Flügel hat.

Und wenn Balzgedanken keine Rolle spielen, ist es ein bezaubernder Augenblick vor der Kulisse der untergehenden Sonne und des Wassers.
 

085: Künstlerische Tier-Mensch-Kooperation

Bild der Woche

Den Kopf und den Mund dieses Meagwurms gestaltete ein Biber, die Augen und die Nase steuerte ein Mensch bei. Gefunden habe ich das Kunstwerk am Lechufer auf Kuhseehöhe.

Sollte jemand auf Mr. Biber grollen, da er Bäume fällt: In der Umgebung lagen einige geschlagene Bäume. Zu einer künstlerischen Betätigung haben sie jedoch niemand animiert.

084: Ein Goldstreifen am Horizont

Bild der Woche

Bekannter ist der Silberstreifen am Horizont, hier ist er einmal golden. Das Foto entstand wenige Minuten nach einem älteren Bild der Woche im Newsletter Nr. 022.

Obwohl die Sonne einige Sekunden nach der Aufnahme hinter den Wolken verschwand, war der Goldstreifen ein Silberstreifen der Hoffnung. Der sicheren Hoffnung, da die Sonne sicher wieder leuchten wird. Das ist noch sicherer als das Amen in der Kirche.

083: Tempus fugit – und das ist gut

Bild der Woche

Tempus fugit – die Zeit flieht, vergeht.

Keine Einladung zum Jammern und Klagen ist das über die vergehende, zu kurze oder zu schnelle Zeit. Und schon gar nicht zu den unseligen Erinnerungen an die frühere Zeit, in der alles besser war.

Alles besser? »Alles« ist in diesem Zusammenhang ein Unwort und eine Lüge bei Lichte betrachtet. Waren die Kriege, die Pest, die Seuchen, die kurze Lebenszeit, die Macht der Herrscher weltlicher und kirchlicher Natur so viel besser, als unsere Zeit?

Hin und wieder bejahe ich dieses »Früher war es besser«. Ich verstärke es, denn wenn es früher besser war, muss es viel früher noch besser gewesen sein. Wie schön, natürlich, sozial und unbeschwert waren die Zeiten, als wir noch auf den Bäumen lebten, uns gegenseitig kraulten und die Früchte der Natur verspeisten. Seltsam nur, dass kaum ein Mensch sich darüber freuen kann.

Tempus fugit – die Zeit flieht, vergeht.

Wer Ohren zum Hören hat, erkennt in der Natur, dass vieles nicht einfach vergeht, sondern wiederkehrt, in Zyklen verläuft.

Und wer auch seiner Seele zuhört, erfährt von den Kreisläufen des Lebens – von den Inkarnationen der Seelen. Schritt für Schritt oder Leben für Leben bringen uns die Wege der spirituellen Heimat näher, die wir vor Äonen der Zeit verlassen respektive verloren haben.

Es ist gut und richtig, dass die Zeit vergeht.

082: Noch 20 Minuten …

Bild der Woche

… bis zum Sonnenaufgang. Und obwohl es noch nicht morgens um sieben war, war die Welt in Ordnung.

Faktisch ist sie immer in Ordnung, und das trotz solcher Speziesvertreter wie aktuell Trump oder Erdogan.

Nur eine extreme Minderheit ist extrem laut. Milliarden Vertreter der Spezies Mensch leben ihr Leben, viele davon unter harten Bedingungen. Milliarden haben freien Zugang zu Informationen auf dem ganzen Planeten, lassen sich dennoch vornehmlich von den lauten Extremisten beeinflussen. Sie übersehen und überhören die leisen Mitglieder der Spezies Mensch.

Die Welt ist in Ordnung. Morgen um sieben, übermorgen auch. Wer jedoch seine Achtsamkeiten dem Schönen gegenüber vernachlässigt, und sich dem Extremen zuwendet, baut an einer anderen Wahrnehmung der Welt. Diese seine Welt ist dann nicht in Ordnung.

Sie ist so, wie sie diese Spezies gestaltet. Für jeden einzelnen Vertreter, für die gesamte Spezies. Jeden einzelnen Tag.

081: Für Verschwörungsliebhaber – Windräder erzeugen Himmelswürmer

Bild der Woche

Einige Minuten vor dem Sonnenaufgang bemerkte ich einen Kondensstreifen eines aufsteigenden Flugzeugs. In dieser Richtung liegt der Flughafen München, die Windräder stehen südöstlich von Augsburg / Friedberg.

Ich fotografierte den Kondensstreifen mit einem starken Zoom, wodurch er derart vergrößert einen Wurm mimte. Je höher der Kondensstreifen, desto weniger Sonnenlicht bekam er, wodurch er oben dunkler erschien.

Die Perspektive, von der aus ich diesen Kondensstreifen beobachtete, sorgte dafür, dass er ein fetter Wurm wurde. Für gewöhnlich sehen wir die Kondensstreifen von der Seite her. Sie sind lang und dünn, sie wirken zerbrechlich.

Hier bewegte sich das Flugzeug auf mich zu. Hätte es sich direkt auf mich zubewegt, hätte ich nur einen Punkt sehen können. Da sich das Flugzeug jedoch in der Aufstiegsphase befand, wuchs der Himmelswurm langsam nach oben.

080: Die Grafikerin Natur

Bild der Woche

Wieder ein Beispiel für Grafiken, die die Natur gestaltet. Die Äste im Vordergrund vernetzten sich mit den Bäumen des Hintergrunds und ergaben vor dem Gold und Graublau des Himmels ein wunderschönes Bild.

Nach einer Minute war der Zauber leider passe, da sich Wolken vor die Sonne schoben. Kurz davor ergaben das Gold und das Graublau hinter einem Bäumevorhang einen Kontrast, der ich in Kürze als ein weiteres Bild der Woche präsentiere.

079: Zwei Nebelschatten

Bild der Woche

Ich stand am frühen Morgen an einem Wehr am Lech und gab mich dem Rauschen des Wassers hin. Die Sonne stand noch im Rücken und warf Schatten auf die feine Nebelwand, die das rauschende Wasser erzeugte.

Den kleinen Schatten wirft Bono, der Labrador. Fragt er sich, wie lange der Mensch noch das Wasser anstarren würde, oder genießt er ebenfalls die Pause und das Rauschen? Immerhin bleibt er lange und still neben mir sitzen.

078: Luna und Jupiter

Bild der Woche

Im Deutschen ist es der Mond, obwohl es in der griechischen Mythologie eine Mondgöttin ist – die Selene. Sogar bei den kriegsverliebten Römern ist es Luna – eine Göttin also, kein Gott.

Wie auch immer, der noch gut halb volle Mond war in der Nähe von Jupiter zu sehen und mir war das ein Bild wert. Da ich bei den Spaziergängen mit dem Hund kein Stativ mitführe, ist das Bild etwas unscharf.

077: Klarheit tanken

Bild der Woche

Alleinsein ist nicht einsam. Es ist mein Hund neben mir - und die Freude aufs Zuhause. Dieses Alleinsein und diese Stille bringen Klarheit und erweisen sich oft als Kreativitätsquelle.

Das Bild nahm ich auf dem Lechdamm bei Augsburg auf.

076: Ein fliegender Hund – aber kein Flughund

Bild der Woche

Der Schnee ist mittlerweile Geschichte, der Hund mit seiner fröhlichen Dynamik verdient es jedoch, zum Bild der Woche zu werden. Und natürlich ist er kein Flughund, sondern ein Labrador.

Bono freute sich wie ein Schneekönig.

075: Venus-Quest

Bild der Woche

Es begann zu dämmern, ein Blick zum Himmel, um die Venus zu finden. Und siehe, sie war da – sie und ein großes Q.

Das Q fällt sofort ins Auge. Die Frage, also die Quest: Wo ist Venus? Die Antwort: Links oberhalb der Mitte des (fast) senkrechten Striches.

Als es dunkler wurde und die Venus leichter zu finden, war das Q leider vollends verweht. Und manipulieren wollte ich das Foto nicht.

074: Dreierlei Weiß und Haariges

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Wie oben, so unten, so in der Mitte: oben die Wolken, unten der Schnee, in der Mitte die Birken. Das verbindende Weiß der Birke macht es nachvollziehbarer, warum dieser Baum vielen Kulturen als heilig oder magisch galt.

Mit der Birke wurden unter anderem der Frühling und das Wachstum verbunden. Heute schwindet bei vielen Menschen die unmittelbare Verbindung mit der Natur. Wer denkt schon an das Wachstum, wenn er Birkenwasser für seine nicht mehr so prächtige Haarpracht benutzt?

073: Wintersonne mit Baumgrafik

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Ich liebe Bäume zu jeder Jahreszeit, im Winter faszinieren mich die Grafiken der Bäume. Kein Wunder daher, dass ich sie so gerne fotografiere – und mich dabei entspanne, entschleunige und den Weg zu mir nach innen finde.

Das wünsche ich auch allen Lesern des Newsletters und allen Web-Besuchern.

072: Winter-Rot

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Das Pendant zu dem Sommer-Rot:

Sommer-Rot

071: Ein guter Abend

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Viele gute Abende wünsche ich allen im kommenden Jahr.

PS:
Den Christbaum des Bildes der vergangenen Woche schmücken tatsächlich 300 LEDs – eine Kette mit 100 und eine zweite mit 200.

PS 2: Der Titel ist auch ironisch gemeint. Nach diesem Abend bekam ich eine Erkältung, die ich wohl zu schnell für auskuriert erklärte. Summa summarum waren es drei Wochen, in denen ich daran laborierte.

070: 300

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Wer bei der Zahl 300 an die 300 Spartaner (aus dem Film oder dem Geschichtsunterricht) dachte, liegt zwar falsch, hat dennoch alle am Christbaum: Alle 300 Lämpla, wie die kleinen LED-Lichter in Augsburg heißen können.

Somit wird Sparta wieder passend, sind doch die LEDs spartanisch im Energieverbrauch.

069: Eos und EOS

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Eos ist die griechische Göttin der Morgenröte, EOS die Bezeichnung einer Kamerareihe (von Canon). Also weniger kryptisch ausgedrückt, glänzte die Morgenröte vor der Linse einer EOS-Kamera.

Ob Eos oder EOS; es war eine herrliche Stimmung und Ruhe, ein perfekter Beginn eines neuen Tages.

068: Praktizierte Entschleunigung

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Einige wenige Minuten Ruhe, ein nichtserwartender Blick gen Himmel, kein Smartphone. Das reicht, um den Lärm und die Hektik des Tages zur Geschichte zu machen. Danach eine Tasse Tee oder Kaffee zuhause.

Und der Mensch kann die leise Stimme seiner Seele wahrnehmen.

067: Adieu Sonne, adieu Opa

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Als Kind nahm mich mein Opa an den Wochenenden öfter auf seine Abendspaziergänge mit. Diese besondere Stimmung wirkt au viele Menschen, ich vermute aber, dass bei mir die Erinnerungen an meinen Opa immer dabei sind und diese Stimmung verstärken.

An diesem Abend nahm ich Wolkenstruktur wahr, in der ich einen Schattenvogel sah (die Verbindung zwischen den Baumkronen). Da meine Opa über jede Vogelart etwas zu sagen wusste, war er oder seine Seele besonders präsent.

066: Wenn Feen sich verhüllen

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Die kleine Nebelbank wirkte mal unheimlich, mal unheimlich schön. Feen entdeckte ich in ihr leider keine, die Vorstellung finde ich jedoch so schön, dass ich sie gerne teile.

065: Regelwidriger Regenbogen

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Nein, es ist weder ein Regenbogen, noch ist der Bogen regelwidrig. Es ist der untere Teil eines Sonnenhalos, der entsteht, wenn die Atmosphäre einigermaßen gleichmäßige Eiskristalle enthält.

Aufgenommen habe ich den Halo auf dem Lechdamm südlich von Augsburg.

064: Natur-Lichtbühne

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Aufgebrochen bin ich noch in der Dunkelheit und ging auf dem Lechdamm nach Süden hin. Auf dem Rückweg blickte ich öfter zum Südosten hin, wo zu dieser Jahreszeit die Sonne aufgeht. Und da sah ich die Sonne, die hinter einem kleinen Hügel durch die Sträucher und den Morgennebel schien.

Das sind Augenblicke, die man erfahren haben muss, um keine Frage mehr nach dem Sinn des frühen Aufstehens zu stellen.

062: Avalon

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Ein See mit einer Wolken- oder Nebelspiegelung? Avalon?

Nein, einfach nur ein schönes Zusammenspiel von Herbstwolken mit einem banalen Kondensstreifen. Aufgenommen habe ich das Wolkenspiel auf einem Spaziergang mit Bono in der Nähe des Auensees.

Und nein: Bono ist ein Labrador, nicht der U2-Sänger, der Auensee liegt nicht im Auenland, sondern bei Kissing südlich von Augsburg.

061: Terra incognita

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Nein, nicht incognita also unbekannt. Der Nebel verbirgt einen kleinen See im Süden Augsburgs mit dem recht gewöhnlichen Namen »Kuhsee«.

031: Ein Männlein steht im Walde …

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… nicht immer still, nicht immer stumm. Still steht diesem Männlein, wenn sich sein Baum im Winde bewegt. Auch stumm ist er da nicht, da der Wind den Baum zum Ächzen bringt. Blätter rascheln an ihm keine mehr, dafür ist der Baum zu alt.

Das Männlein ist eine besondere Anordnung der Äste, die allerdings nur an einer bestimmten Stelle so wahrzunehmen ist: Lechdamm, Kilometerstein 86,4.

029: Vorsicht: Inkarnationsgefahr in 100 m!

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Ein wenig habe ich hier manipuliert. Auf dem Schild ist tatsächlich »Lebensgefahr!« zu lesen, meine Variante gefällt mir aus mehreren Gründen besser. Die Stadtverwaltung Augsburg möge Nachsicht mit mir haben.

Der Lech hat seinen Namen von den Kelten, die hier noch vor den Römern lebten. Ich mag sie nicht, die alten Römer, gleich was sie Gutes gebracht haben mögen. Ihr Militarismus hat Europa in einem Sinne geprägt, der viel Leid brachte. Und wer die Geschichte der Religion betrachtet, die diese Kultur zur Staatsreligion erhob …

So sind mir die keltischen Spuren sympathischer, der Name »Lech« ebenso. Der Flussname Lech stammt von dem Stamm der Likatier ab oder von der keltischen Sprache, in der »lech« auf Steine hindeutet. Lech ist somit der steinreiche Fluss.

»Inkarnation« gefiel auch meiner Seele besser. Mit einer Einschränkung allerdings: In Inkarnationen sieht sie keine Gefahr.

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© Fotos und Texte: Jan Schneider