Wie ich die Angst vor dem Sterben verlor ...

Evolution

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Den Atem angehalten, die Augen geschlossen, der regungslose Körper versinkt im kalten See. So jung war dies zwar nicht geplant, aber ok, dann sterben wir halt mal.  Wir?! Wer ist denn wir? Pluralis Majestatis? Leiden Euer Majestät unter Größenwahn!? Ist wohl dem bayerischen Wasser und König Ludwig geschuldet nach einem Jahrzehnt in Bayern.

Dieser unfreiwillige Abschied vom Leben und Friedensschluss mit dem Tod verbunden mit der ebenso unfreiwilligen Komik sollten mich viele Jahre beschäftigen und eine veränderte Einstellung zum Tod bringen. Vor allem jedoch zum Leben.

(...) Ist es Schüttelfrost oder Zähneklappern? Und was ist mit meinen Beinen los?! Zunächst versagt ein Bein, ich kann es nicht bewegen. Sekunden nur und das zweite Bein ist ebenfalls gefühllos. Ich kann noch mit den Armen wenden, damit ich das Ufer und meinen Sohn sehen kann, doch dann wird es ernst. Es versagen auch die Arme.

Wenn die Erinnerung nicht trügt, erlebte ich wenige Sekunden eines völligen Loslassens sämtlicher Gedanken. Eine Leere im Kopf, keine Worte, nur das Bild der beiden Menschen auf der Decke am Ufer. Als eine Art Lebensfilm abzulaufen beginnt, verbanne ich ihn aus dem Kopf, da dies vor dem Sterben geschehen soll. Sterben? Dieses Wort füllt nun das Gehirn.

Und dann ein regelrechter Gedankensturm. Mir ist bewusst, dass ich in einigen Sekunden untergehen werde, wenn ich kein Gefühl mehr bekomme. Um Hilfe rufen? Eine blitzschnelle Abwägung: Wenn meine Frau, kälteempfindlich wie sie ist, in den See springt, wird der Sohn zum Weisen. Also kein Ton!

(...) Dem Kaiser, was des Kaisers ist. Dem Tod, was des Todes ist. Aber erst zu seiner Zeit. Dem Leben, was des Lebens ist. Und die Zeit des Lebens ist jetzt.

  • Der Prolog
  • Jung sterben war nicht geplant
  • Ok, dann sterben wir halt mal
  • Der Kopf wächst doch nach!
  • Der Pluralis Majestatis
  • Dem Leben, was des Lebens ist

… Ein Beitrag in »Happy Way«

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Jan
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Jan Schneider, Autor