Der Abgrund und das Positive

Abgrund positiv

Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.
Friedrich Nietzsche

Dieses Zitat bringe ich gerne an, beispielsweise in den Samstags-Newslettern. Gegenwärtig gewinnt es an Aktualität. Oder scheint das nur so, war dies immer aktuell? Ist damit der eigene seelische Abgrund gemeint oder derjenige, der aktuell die Medien beherrscht?

Die Medien sind ein Wegweiser vom Abgrund zu ein wenig Gelassenheit oder gar zu Hygge hin. Erstens beherrscht nichts die Medien. Noch weniger beherrschen die Medien ihre Konsumenten. Das gelingt nur, wenn sich die Konsumenten den alltäglichen Abgründen hingeben. Und alltäglich sind die Abgründe, denn Negatives lässt sich leicht an den Menschen bringen.

Die Kunst besteht darin, nicht nur dieses Negative zu betrachten, nicht nur den Schattenseiten des Lebens Aufmerksamkeit zu schenken. So wie die selbsterfüllende Prophezeiung wirkt, so wirkt die übermäßige Konzentration auf das Negative. Das Negative ist eine Komponente des Abgrunds. Wer sich darauf konzentriert, verändert seine Wahrnehmung, fokussiert sie auf den Abgrund und nimmt ihn häufiger wahr. Häufiger als dies der Realität entspricht.

Eigentlich sind das bekannte Phänomene der Echokammern und der Filterblasen, die ein unkritischer Medienkonsum mit sich bringt.

Positives gibt es genug. Dafür muss man nicht in die Ferne schweifen. Das findet sich sogar in der eigenen Seele. Diesen Menschen, der dafür ein wenig Zeit und Achtsamkeit erübrigt bringen irgendwelche Medien nicht so leicht auf die Palme.

Jan Schneider, Autor

Herzlichst, Ihr / Dein
Jan
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